Sicherheitspolitik:Nordkorea testet angeblich Interkontinentalrakete

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Sicherheitspolitik: Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un vor vier Wochen auf dem zweiten Parteitag der Arbeiterpartei Koreas.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un vor vier Wochen auf dem zweiten Parteitag der Arbeiterpartei Koreas.

(Foto: -/dpa)

Sie erreicht über dem Meer eine Höhe von etwa 6000 Kilometern, wie Japan und Südkorea mitteilen. Ein entsprechendes Geschoss hatte das kommunistische Regime zuletzt vor fünf Jahren abgefeuert.

Nordkorea hat nach Angaben seiner Nachbarn Japan und Südkorea vermutlich eine Interkontinentalrakete getestet. Sie habe nach dem Start in Richtung Meer eine Höhe von etwa 6000 Kilometern erreicht, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo den stellvertretenden Verteidigungsminister Makoto Oniki. Es handelte sich demnach möglicherweise um eine neuartige Interkontinentalrakete.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs feuerte Nordkorea die Rakete am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang ab - offenbar nahezu senkrecht in die Höhe. Demnach stieg der Flugkörper auf eine Höhe von bis zu 6200 Kilometern, bevor er 1080 Kilometer vom Startpunkt entfernt ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) stürzte.

Südkorea geht von einer militärischen Langstreckenrakete aus. Der Test stelle offensichtlich einen Bruch Nordkoreas mit seinem selbst auferlegten Teststopp für Langstreckenraketen dar, sagte Präsident Moon Jae In laut seinem Büro bei einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats. Moon habe das Vorgehen Nordkoreas verurteilt.

Nordkorea hat in diesem Jahr bereits ungewöhnlich viele Raketen getestet und die Befürchtung geweckt, dass das international isolierte Land auch die Tests seiner Interkontinentalraketen wieder aufnehmen könnte. Diese wurden zuletzt 2017 abgefeuert. Mit den Tests verstößt Nordkorea gegen UN-Resolutionen, die dem Land jegliche Tests ballistischer Raketen untersagen. Das sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart auch mit einem oder mehreren Atomgefechtsköpfen bestückt werden könne. Deren Entwicklung treibt das Regime in Pjöngjang seit Jahren voran. Nordkorea ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Die USA und Südkorea gehen davon aus, dass die selbst erklärte Atommacht Ende Februar und Anfang März jeweils auch einen Test unternahm, der im Zusammenhang mit Pjöngjangs Arbeit an einem neuartigen Interkontinentalraketen-System stand. Nordkorea selbst sprach von wichtigen Tests in der Entwicklung eines Erdbeobachtungssatelliten. Experten erwarteten daher, dass das Land schon bald eine "Weltraumrakete" starten könnte. Die Raumfahrtraketen und militärischen Langstreckenraketen beruhen weitgehend auf derselben Technik.

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