Süddeutsche Zeitung

Nordkorea:Eine "interessante und vortreffliche Idee"

Die Schwester von Machthaber Kim Jong-un lobt den Vorstoß des südkoreanischen Präsidenten, nach fast 70 Jahren den Koreakrieg offiziell zu beenden. Zugleich stellt sie Bedingungen.

Nordkorea ist zur Wiederaufnahme von Gesprächen mit Südkorea bereit. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, nannte den Vorstoß des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in, den Koreakrieg (1950-1953) formal zu beenden, eine "interessante und vortreffliche Idee". Moon hatte am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche mit dem weithin isolierten Nachbarland Nordkorea gefordert. Außerdem schlug er vor, dass beide koreanischen Staaten mit den USA und eventuell auch zu viert mit China zusammenkommen sollten, um nach dem 1953 vereinbarten Waffenstillstand den Koreakrieg offiziell für beendet zu erklären.

Seine Gesprächsbereitschaft knüpft das nordkoreanische Regime aber an Bedingungen. Kim Yo-jong warf Südkorea vor, Nordkorea in der Vergangenheit provoziert und immer wieder kritisiert zu haben. Falls Südkorea seine feindselige Haltung ablege, könne Pjöngjang "konstruktive Diskussionen" über die Entwicklung der Beziehungen führen, wurde Kim am Freitag von den Staatsmedien zitiert.

Die Koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand, weil bisher kein Friedensvertrag zustande gekommen ist. Süd- und Nordkorea hatten im Juli nach langer Funkstille ihre offiziellen Kommunikationsverbindungen wieder geöffnet. Allerdings beantwortete Nordkorea die Anrufe Südkoreas aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas mit den USA im August nicht mehr.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über dessen Atomprogramm kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran.

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