Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in östliche Richtung abgefeuert. Die Geschosse landeten demnach im Japanischen Meer und legten eine Flugstrecke von etwa 240 Kilometern zurück, wie der südkoreanische Stabschef nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Yonhap am Morgen (Ortszeit) mitteilte.
Zudem soll es wenige Stunden nach dieser Meldung einen weiteren nordkoreanischen Raketentest gegeben haben. Wie das japanische Verteidigungsministerium mitteilte, landete ein Geschoss auch in diesem Fall im Japanischen Meer. Es soll sich um einen ballistischen Flugkörper gehandelt haben. Genauere Angaben zum Raketentyp sind bislang nicht bekannt.
Auch am Vortag hatte Nordkorea ein weiteres, nicht näher identifiziertes Geschoss abgefeuert. Dabei habe es sich laut Berichten mutmaßlich um einen gescheiterten Raketenstart gehandelt.
Diese Waffentests sind eine Rückkehr zur gewohnten Feindlichkeit, nachdem zuletzt Hoffnung auf eine etwas harmonischere Nachbarschaft bestanden hatte. Am Montag hatte sich Südkoreas Präsident Lee Jae-myung für einen Vorfall entschuldigt, bei dem Drohnen den nordkoreanischen Luftraum verletzt hatten. Diese Entschuldigung löste eine überraschend positive Reaktion aus: Kim Jong-un lobte Lee. Seoul wertete den Austausch zwischen den beiden Staatschefs als „bedeutenden Schritt vorwärts“ für eine friedliche Koexistenz.
Kurz darauf relativierte Nordkorea seine Reaktion jedoch drastisch und bezeichnete Seouls Interpretation als „hoffnungsgeprägtes Wunschdenken“. Der Abschuss ballistischer Raketen ist Nordkorea gemäß mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt. Die erneuten Tests dürften die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel wieder verschärfen.

