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Nordkorea:Kim lässt offenbar Vertrauten töten

Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump soll Diktator Kim Jong-un seinen Sondergesandten für die Beziehungen zu den USA hingerichtet haben.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat laut der südkoreanischen Zeitung Chosun Ilbo nach dem Scheitern seines Gipfeltreffens im Februar mit US-Präsident Donald Trump in Vietnam seinen Sondergesandten für die Beziehungen zu den USA hinrichten lassen. Kim Hyok-chol sei im März zusammen mit vier anderen Beamten des Außenministeriums am Flughafen Mirim östlich der Hauptstadt Pjöngjang wegen "Spionage für die USA" erschossen worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle. Er hatte das Amt erst Wochen vor dem Treffen der beiden Staatschefs übernommen. Der Gipfel fand statt, ohne dass zuvor eine Abschlusserklärung ausgearbeitet worden war.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Freitag bei einem Besuch in Berlin lediglich, der Bericht werde geprüft - eine Position, die er schon zuvor bezogen hatte. Gerüchte über eine Strafaktion kursieren in Washington schon seit Wochen. Aus Diplomatenkreisen war verlautet, dass Nordkoreas US-Sondergesandter und andere Mitglieder der Delegation für das Scheitern des Gipfels verantwortlich gemacht würden und deswegen möglicherweise in ein Arbeitslager geschickt worden seien. Chosun Ilbo berichtete, dass sich der nordkoreanische Unterhändler in den Atomgesprächen mit den USA, Kim Yong-chol, in einem Arbeits- und Umerziehungslager befinde.

Eine offizielle Stellungnahme aus Nordkorea zu dem Zeitungsbericht gibt es bislang nicht. Das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul wollte sich ebenfalls nicht dazu äußern. Jedoch verurteilte Nordkoreas offizielles Parteiorgan Rodong Sinmun am Donnerstag in einem Kommentar ohne die Nennung von Namen oder weiterer Details "antirevolutionäre und gegen die Partei gerichtete" Handlungen. Ähnliche Formulierungen waren in Staatsmedien erschienen, nachdem Kim Jong-un im Dezember 2013 seinen Onkel Jang Song-thaek hatte hinrichten lassen, damals einer der mächtigsten Funktionäre des Regimes.