Fernost:USA und Südkorea reagieren auf nordkoreanische Rakete

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Fernost: Eine nordkoreanische Flagge weht im Wind, während ein südkoreanischer Soldat in den Grenzdörfern von Panmunjom in Paju, Südkorea, Wache steht. Nordkorea hat seine jüngste Serie von Raketentests fortgesetzt. Nun reagieren Südkorea und die USA mit dem Start von Flugkörpern.

Eine nordkoreanische Flagge weht im Wind, während ein südkoreanischer Soldat in den Grenzdörfern von Panmunjom in Paju, Südkorea, Wache steht. Nordkorea hat seine jüngste Serie von Raketentests fortgesetzt. Nun reagieren Südkorea und die USA mit dem Start von Flugkörpern.

(Foto: Ahn Young-Joon/dpa)

Nachdem am Dienstag ein Flugkörper vor Japan im Meer aufgeschlagen ist, haben Südkoreas Streitkräfte ihrerseits Bomben im Gelben Meer abgeworfen.

Einen Tag nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest haben die USA und Südkorea in der Region selbst Flugkörper abgefeuert. Das südkoreanische Militär teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, als Reaktion auf die Provokation Nordkoreas hätten die USA und Südkorea vier Boden-Boden-Raketen in Richtung des Japanischen Meers (in Südkorea: Ostmeer) geschossen.

Am Dienstag hatte Nordkorea eine ballistische Mittelstreckenrakete in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Es war das erste Mal seit knapp fünf Jahren, dass eine nordkoreanische Rakete über die japanische Inselgruppe geflogen war. Die Rakete fiel östlich von Hokkaido in den Pazifik und hätte bei einer anderen Flugbahn auch den weiter südlich gelegegen US-Stützpunkt Guam treffen können. Sowohl die USA als auch die Nato verurteilten den Test scharf. Als direkte Reaktion hatten Südkoreas Streitkräfte zwei Präzisionsbomben im Gelben Meer abgeworfen. Das Gelbe Meer wird von China und der Koreanischen Halbinsel umrandet. Zudem habe man gemeinsam mit US-amerikanischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 Flugmanöver abgehalten.

Südkoreanische Rakete stürzt ab und führt zu Panik

Bei dem Militärmanöver ist allerdings eine Rakete der südkoreanischen Armee nach einem Fehlstart zu Boden gestürzt. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Generalstab berichtete, wurde bei dem Unfall niemand verletzt. Das Fachmedium NK News meldete unter Berufung auf das Militär, ein in der Rakete integrierter Sprengkopf sei nicht explodiert. Die Rakete wurde von einer Militärbasis nahe der südkoreanischen Ostküstenstadt Gangneung gestartet. Die Absturzursache ist nicht bekannt. In den sozialen Medien kursierten unbestätigte Videos, in denen ein riesiges Feuer in der Nähe der Basis zu sehen sein soll. Bei einigen Bewohnern von Gangneung war Panik ausgebrochen, da sie zunächst einen Angriff durch Nordkorea befürchteten. Etliche Südkoreaner auf den Online-Plattformen kritisierten, dass die großen Medien des Landes erst rund neun Stunden später über den Vorfall berichtet hätten.

Wie das südkoreanische Militär mitteilte, feuerten sowohl sie als auch die USA daraufhin jeweils zwei Raketen ab, die Scheinziele präzise getroffen hätten. Damit sei die Fähigkeit der Verbündeten demonstriert worden, vor weiteren Provokationen Nordkoreas abschrecken zu können.

Wahrscheinlichkeit eines nordkoreanischen Atomwaffentests "sehr hoch"

Das letzte Mal, als Nordkorea 2017 eine Rakete über Japan fliegen ließ, führte das Land nur wenige Tage später einen Atomwaffentest durch. Laut dem Nordkorea-Experten Go Myong-hyun vom Asan-Institut mit Sitz in Seoul sei die Wahrscheinlichkeit derzeit ebenfalls "sehr hoch", dass Nordkorea gegen Ende des Monats einen Atomwaffentest durchführen könnte. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. Zuletzt hatte Nordkorea am Samstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet - das war der vierte Raketenabschuss innerhalb einer Woche.

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