bedeckt München
vgwortpixel

Nordkorea:Kim kündigt atomare Abrüstung bis 2021 an

Kim Jong-un und Donald Trump 2018 in Singapur

Kim Jong-un und Donald Trump während des Gipfeltreffens im Juni in Singapur.

(Foto: AFP)
  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un kündigt atomare Abrüstung noch innerhalb der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump an.
  • Nordkorea hatte bereits im Juni bei einem Gipfeltreffen mit Trump in Singapur zugesagt, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Allerdings waren die Verhandlungen darüber bald ins Stocken geraten.
  • Donald Trump reagierte auf Twitter umgehend positiv: "Danke Vorsitzender Kim. Wir werden es zusammen schaffen!"

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat angekündigt, das Land noch innerhalb der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump vollständig atomar abzurüsten. Das hat Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong nach einem Treffen mit Kim berichtet.

Nordkorea hatte bereits im Juni bei einem Gipfeltreffen mit Trump in Singapur zugesagt, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Allerdings waren die Verhandlungen darüber bald ins Stocken geraten. Sollte die jüngste Ankündigung Kims realisiert werden, würde das bedeuten, dass die Denuklearisierung bis Anfang 2021 abgeschlossen sein würde.

Kims Vertrauen in Trump "unverändert"

Wie Sicherheitsberater Chung weiter sagte, habe Kim gesagt, sein Vertrauen in Trump sei "unverändert". Nordkorea wünsche ein Ende der feindlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Kim habe betont, "dass er noch nie etwas Negatives über Präsident Trump gesagt hat", sagte Chung.

Der nordkoreanische Machthaber äußerte Chung zufolge den Wunsch, dass man auch ihm mehr Vertrauen entgegenbringe und habe darauf verwiesen, dass die USA die ersten Schritte Nordkoreas wie den Abriss eines Atomtestgeländes und einer Anlage für Raketenantriebe erwidern müssten. Dann sei auch Nordkorea zu weiteren Maßnahmen bereit.

Nachdem die Ankündigung Kims bekannt geworden war, twitterte Trump am Donnerstag umgehend, Kim habe ihm sein "unverbrüchliches Vertrauen" ausgesprochen. "Danke Vorsitzender Kim. Wir werden es zusammen schaffen!", so Trump.

Die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea hatten sich trotz des Gipfeltreffens zwischen Kim und Trump in Singapur im Juni bereits Ende August wieder getrübt.

Nach einem Besuch des Außenministers Mike Pompeo im Monat zuvor hatte Nordkorea den USA vorgeworfen, "einseitige und gangsterähnliche Forderungen" zu stellen und wenig Interesse an einer Lösung des Konflikts zu zeigen. Trump hatte deshalb einen weiteren Nordkorea-Besuch Pompeos wegen mangelnder Fortschritte kurzerhand abgesagt.

Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung hatte sich mit Kim wegen eines geplanten Gipfeltreffens mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in getroffen, das vom 18. bis zum 20. September in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang stattfinden soll. Dort sollen auch "praktische Maßnahmen" zur Denuklearisierung beraten werden, sagte Chung.

Die USA und die Vereinten Nationen haben Sanktionen gegen das abgeschottete und verarmte Land verhängt, um die kommunistische Führung in Pjöngjang zum Einlenken zu bewegen.

Kim hatte zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar Entspannungssignale in dem zuvor mit Kriegsrhetorik aufgeheizten Konflikt gesendet und sich im April und im Mai mit Moon getroffen. Ziel der Gespräche soll auch ein offizielles Ende des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 sein. Bislang herrscht zwischen den beiden koreanischen Staaten lediglich ein Waffenstillstand.

© SZ.de/Reuters/mcs/eca
Zur SZ-Startseite