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Nord Stream 2:Die Pipeline muss kommen

Nord Stream 2 - Baustelle Empfangsstation

Arbeiter stehen auf der Baustelle der Empfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2 in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern.

(Foto: dpa)

Die USA wollen verhindern, dass noch mehr russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland fließt. Die Bundesregierung muss zwar offen sein für einen Dialog, darf sich aber nicht erpressen lassen.

Selten ist Interessenpolitik unter angeblichen Verbündeten so knallhart ausgefochten worden wie bei der umstrittenen Erdgasleitung durch die Ostsee. Die jetzt von den USA verhängten Sanktionen gegen die Pipeline Nord Stream 2 zeigen, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland tiefgefroren sind wie russischer Permafrostboden. Zwischen den beiden großen Volkswirtschaften ist ein Wirtschaftsstreit ausgebrochen, der mit Zöllen und Sanktionen ausgetragen wird.

Besonders bitter ist, dass diese Auseinandersetzung durch europäische Verbündete mindestens befördert wird. Es ist bekannt, dass Polen und die Ukraine ein eigenes Interesse am russischen Gastransit über ihr Staatsgebiet haben. Deren Regierungen haben dies im Weißen Haus angesprochen und zählen nun wohl zu jenen, die sich bei Trump für die Sanktionen bedankt haben. Europa - eigentlich eine Gemeinschaft, die durch wirtschaftlichen Interessenausgleich verbunden ist - lässt sich hier kaum noch erkennen.

Die Bundesregierung tut trotzdem gut daran, Ruhe zu bewahren und weiterhin die bewährten diplomatischen Waffen zu nutzen: Dialog und Interessenausgleich. Zugleich besteht überhaupt kein Grund, einzuknicken. Die Pipeline muss fertiggebaut werden. Erpresser dürfen nicht gewinnen.

© SZ vom 23.12.2019/mane
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