Nord Stream 2:Rohrpost nach Russland

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Wo tauchen sie denn? Der russische Énergiekonzern Gazprom wollte auch genaue Daten zu Einsätzen von U-Booten der Bundesmarine in der Ostsee haben. (Foto: P. Nowack/Imago)

Beim Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 sind geheime Daten der Bundeswehr übermittelt worden, etwa zu U-Boot-Routen. Ein Untersuchungsausschuss prüft, ob sie nach Moskau geflossen sind.

Von Michael Bauchmüller, Georg Ismar, Schwerin, Berlin

Die Hofdornitz mit ihren roten Gewölben und Säulen war früher die Waffenhalle im Schloss zu Schwerin. Doch an diesem Tag wird hier eine neue Form der Kriegsführung verhandelt, wenn man so will. Mittlerweile hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern seinen Sitz im Schloss, und an diesem Freitag geht es im prunkvollen Ausschusssaal um einen schwerwiegenden Verdacht: Hat Russland über ein Projekt, das die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel jahrelang als privatwirtschaftlich eingestuft hat, versucht, an Militärgeheimnisse zu kommen? An geheime Bundeswehr-Daten zu U-Boot-Routen, Schusszahlen und eingesetzter Munition in der Ostsee?

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:Handeln im Schlafwandeln

Trotz aller Warnungen beharrten die großen Koalitionen Angela Merkels darauf, die Gaspipeline Nord Stream 2 zu bauen. Es war eine der größten Fehleinschätzungen des deutschen Politikbetriebs. Den vollen Preis für diese Träumerei haben die Deutschen noch nicht gezahlt.

Kommentar von Nicolas Richter

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