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Nominierung für Bundespräsidentenwahl:Steinmeier: "Das zu erleben, ist schön"

German Foreign Minister Steinmeier attends a European Union foreign ministers meeting in Brussels

Steinmeier beim Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel.

(Foto: REUTERS)
  • In einem Bild-Interview bedankt sich Außenminister Steinmeier für seine Nominierung als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl.
  • Kanzlerin Merkel bezeichnet den SPD-Politiker als "ausgezeichnet geeignet".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat angekündigt, auch als Bundespräsident unbequeme Wahrheiten auszusprechen. "Wer mich kennt, weiß, dass ich es mir nie einfach gemacht habe, sondern immer auch unbequeme Dinge sage, für die es in der Öffentlichkeit keinen Applaus gibt. Und ich baue darauf, dass dieser Weg am Ende die Oberhand gewinnt", sagte Steinmeier der Bild-Zeitung.

Für seine Nominierung empfinde er "vor allem Dankbarkeit für die große Unterstützung und Ermutigung, die von Menschen außerhalb und innerhalb der Politik gekommen ist - und das quer über die Parteien hinweg.", sagte der SPD-Politiker. "Das zu erleben, ist schön." Das Vertrauen schaffe aber Verantwortung. "Darüber bin ich mir sehr bewusst."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Einigung auf Steinmeier als Kandidaten der großen Koalition. Sie kenne Steinmeier als "verlässlichen und einen auf Ausgleich und Lösungen ausgerichteten Politiker", sagte Merkel in Berlin. Der derzeitige Außenminister sei ein "Mann der politischen Mitte, geachtet in der Wirtschaft und Gesellschaft, im In- und Ausland" und daher "ausgezeichnet geeignet" für das Amt, sagte die Bundeskanzlerin.

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Steinmeier soll am Mittwoch als Kandidat präsentiert werden

Die Unionsparteien hatten sich erst am Montag nach wochenlanger Diskussion hinter den SPD-Kandidaten für das höchste Staatsamt gestellt. Gerade in Zeiten weltweiter Unruhe und Instabilitäten sei ein Signal der Stabilität wichtig und richtig, sagte Merkel. Daher freue sie sich, dass die Union auch Steinmeiers Nominierung unterstütze.

Merkel bestätigte, dass die Parteivorsitzenden - neben ihr der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer - Steinmeier am Mittwoch gemeinsam auf einer Pressekonferenz vorstellen wollen. Der neue Bundespräsident soll am 12. Februar gewählt werden. Amtsinhaber Joachim Gauck kandidiert aus Altersgründen nicht ein zweites Mal. Mit der Unterstützung von SPD und Union kann Steinmeier mit einer deutlichen Mehrheit in der Bundesversammlung rechnen.