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Afrika:Amtsinhaber Buhari gewinnt Präsidentschaftswahl in Nigeria

Muhammadu Buhari

Muhammadu Buhari ist der alte und der neue Präsident Nigerias.

(Foto: AP)
  • Buhari hat Auswertungen zufolge mehr als vier Millionen Stimmen mehr als sein Hauptrivale, der liberale Oppositionskandidat Atiku Abubakar.
  • Die Opposition hatte die Ergebnisse bereits vor der Auswertung aller Stimmen als manipuliert bezeichnet.
  • Experten warnten vor Gewalt zwischen den konkurrierenden politischen Lagern.

Der amtierende nigerianische Präsident Muhammadu Buhari bleibt Staatsoberhaupt des einwohnerstärksten afrikanischen Landes. Das zeigen die am Mittwoch von der Deutschen Presse-Agentur zusammengetragenen Ergebnisse der Wahl. Demnach hat der 76-jährige Buhari etwa vier Millionen Stimmen mehr als sein 72-jähriger Hauptrivale, der liberale Oppositionskandidat Atiku Abubakar. Auch die Agenturen AFP und Reuters berichten, der Amtsinhaber liege uneinholbar vorn. Die Wahlkommission muss den Gewinner noch offiziell bekanntgeben.

Überschattet wurde die Wahl von gewaltsamen Zwischenfällen mit mindestens 53 Toten. Wahlbeobachter und Vertreter der Zivilgesellschaft kritisierten zudem Organisationsmängel bei der Wahl, eine Einschüchterung von Wählern und die Zerstörung von Wahlmaterialien. Die Opposition hatte die Ergebnisse bereits am Dienstag - bevor alle 36 Bundesstaaten ausgezählt waren - als manipuliert bezeichnet.

Die Abstimmung war Mitte Februar in letzter Minute um eine Woche verschoben worden. Am vergangenen Wochenende wählten die Nigerianer schließlich einen neuen Staatschef und das Parlament. Die Wahlbeteiligung lag nur bei etwa 40 Prozent.

Buhari verspricht viel - gehalten hat er bislang wenig

Vor den Wahlen vom Samstag war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Buhari und Abubakar vorausgesagt worden. In den vergangenen Tagen zeichnete sich dann aber immer mehr ein deutlicher Vorsprung für Buhari ab, der Nigeria seit 2015 regiert. Experten warnten, dass es bei einem knappen Wahlausgang zu weiterer Gewalt kommen könnte.

Der frühere General Buhari hatte den Wählern einen harten Kampf gegen die Korruption und eine Verbesserung der Sicherheitslage versprochen. Mit ähnlichen Versprechen war er bereits 2015 angetreten - Kritiker stellen ihm aber eine schlechte Bilanz aus. So verübt die Islamistengruppe Boko Haram weiterhin regelmäßig Anschläge.

Nigeria ist mit etwa 190 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land, die größte Volkswirtschaft und auch der wichtigste Ölproduzent Afrikas. Gleichzeitig leben in keinem Land der Welt mehr Menschen in extremer Armut. Schätzungen zufolge haben 87 Millionen der 190 Millionen Einwohner weniger als 1,90 Dollar am Tag zur Verfügung. Das ist einer der Gründe, wieso viele Nigerianer nach Europa fliehen.

© SZ.de/dpa/AFP/Reuters/jobr

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