Nigeria Buhari behauptet sich

Der alte Präsident ist auch der neue: Amtsinhaber Muhammadu Buhari gewinnt die Wahl mit 56 Prozent der Stimmen. Sein Gegner Atiku Abubaka wittert Betrug, für Manipulationen größeren Ausmaßes gibt es jedoch bisher keinen Beleg.

Von Bernd Dörries, Ouagadougou

Amtsinhaber Muhammadu Buhari hat die Präsidentschaftswahl in Nigeria gewonnen. Der 76-Jährige erhielt 56 Prozent der Stimmen und lag damit klar vor seinem Herausforderer Atiku Abubakar, einem Geschäftsmann und Ex-Vizepräsidenten, der auf 41 Prozent kam. Nigeria ist mit etwa 190 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas, dank seines Ölreichtums war es zeitweise auch die größte Volkswirtschaft des Kontinents.

In Nigeria gewinnt derjenige Kandidat, der die absolute Mehrheit der Wähler hat, zudem muss er auch in allen 36 Bundesstaaten und der Hauptstadt Abuja mindestens ein Viertel der Stimmen erreichen. Nigeria hat einen muslimischen Norden und einen christlichen Süden, die Regelung soll verhindern, dass eine Bevölkerungsgruppe über die andere dominiert. Nach Angaben der nigerianischen Wahlkommission erfüllt Muhammadu Buhari beide Voraussetzungen.

"Die neue Regierung wird ihre Bemühungen intensivieren, die Sicherheitslage zu verbessern, die Wirtschaft zu restrukturieren und die Korruption zu bekämpfen", sagte Buhari nach seinem Wahlsieg. Mit derlei Versprechen hatte Buhari seine erste Amtszeit 2015 gewonnen, nach Ansicht seiner Kritiker aber hat er wenig Fortschritte gemacht. Im Norden Nigerias verbreiten die Islamisten von Boko Haram Angst und Schrecken, der Kampf gegen die Korruption kommt nicht wirklich voran.

Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 35,4 Prozent, was an der kurzfristigen Verschiebung der Wahl um eine Woche lag, vor allem aber an der Enttäuschung vieler Wähler. Buhari siegte dennoch, weil er im muslimischen Norden treue Anhänger hat und viele Wähler befürchteten, dass die Korruption unter Atiku noch schlimmer werden könnte. Ein Sprecher Atikus kündigte an, das Ergebnis vor Gericht anfechten zu wollen. Buhari hatte wenige Wochen vor der Wahl den obersten Richter entlassen - wegen Korruptionsvorwürfen, sagte der Präsident, weil er die Wahlen manipulieren wolle, kritisierte die Opposition. Für Wahlbetrug größeren Ausmaßes liegen bisher aber keine Belege vor.

Die Afrikanische Union und die EU hatten immer wieder dazu aufgerufen, den politischen Wettkampf friedlich auszufechten, dennoch sind seit dem Beginn des Wahlkampfes im Oktober mindestens 260 Menschen ums Leben gekommen.