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Nigeria:Boko Haram lässt 200 Geiseln frei

  • Die Extremistengruppe Boko Haram hat in Nigeria fast 200 Geiseln freigelassen.
  • Weitere Geiseln sind noch in der Gewalt der Miliz.
  • Boko Haram hat in der Nacht zum Sonntag einen Angriff auf die Großstadt Maiduguri gestartet.

Verschleppte Dorfbewohner kommen frei

Die nigerianische Boko-Haram-Miliz hat fast 200 Gefangene freigelassen. Die Frauen, jungen Männer und Kinder seien Teil einer Gruppe, die die Islamisten vor knapp drei Wochen aus einem Dorf im Nordosten des Landes verschleppt hätten, teilte ein Behördenvertreter mit.

Einige der freigelassenen Frauen sagten, sie seien von den Islamisten weggeschickt worden, weil sie sich geweigert hätten, nach den Regeln der Miliz zu leben.

Extremisten haben weitere Geiseln

Boko Haram hatte am 6. Januar das Dorf Katarko im Bundesstaat Yobe überfallen. Etwa 25 Männer wurden nach Augenzeugenberichten getötet, mehrere Häuser niedergebrannt. Die Extremisten brachten 218 Frauen und Kinder in ihre Gewalt.

"Nun wurden 192 unserer Frauen und Kinder wieder freigelassen", sagte ein Sprecher der Ortsverwaltung von Katarko. Mindestens 20 der damals Entführten befänden sich immer noch in der Gewalt der Extremisten, heißt es.

Angriff auf Großstadt Maiduguri

Mutmaßliche Kämpfer der Miliz haben am Sonntag einen Angriff auf die Großstadt Maiduguri gestartet. Militär- und Regierungsvertreter sagten, die Gefechte hätten kurz nach Mitternacht begonnen. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur Reuters von Militärhubschraubern, die um die Stadt kreisten. Gefechtslärm sei zu hören. Eine Eroberung von Maiduguri im Nordosten Nigerias wäre ein großer Erfolg für die Aufständischen, die einen islamischen Staat errichten wollen.

Die Miliz ist wegen zahlreicher Gräueltaten gefürchtet und hat in den vergangenen Jahren häufig vor allem junge Nigerianer verschleppt. Jungen wurden Sicherheitsexperten zufolge als Kämpfer zwangsrekrutiert, Mädchen in die Sexsklaverei gezwungen. Zuletzt wurden bei einem besonders schweren Angriff auf die Stadt Baga Hunderte Menschen ermordet.

© Reuters/AFP/bero/sebi

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