Putsch in Niger:Dem Westen gehen im Sahel die Freunde aus

Putsch in Niger: Oberstmajor Amadou Abdramane (M.) und eine Delegation von Militäroffizieren kündigen am Mittwoch im nigrischen Staatsfernsehen per Video ihren Staatsstreich an.

Oberstmajor Amadou Abdramane (M.) und eine Delegation von Militäroffizieren kündigen am Mittwoch im nigrischen Staatsfernsehen per Video ihren Staatsstreich an.

(Foto: Uncredited/dpa)

Niger galt als Stabilitätsanker im Westen Afrikas, auf den die USA und Europa große Hoffnungen setzten. Nun erklärt das Militär die Regierung für abgesetzt. Die wehrt sich - doch der Machtkampf scheint entschieden zu sein.

Von Paul Munzinger, Kapstadt

Es ist ein Bild, das in den vergangenen Jahren schon einige Male aus Afrika um die Welt gegangen ist: Soldaten drängen sich vor einer Kamera zusammen, um im Fernsehen die Absetzung einer gewählten Regierung zu verkünden. Beim jüngsten Militärputsch in Niger ist es ein mit Orden behängter Mann in blauer Uniform, der sitzend die Erklärung verliest, während ihm neun Soldaten von hinten über die Schultern schauen. Man habe entschieden, sagt der Mann in Blau, den das Textlaufband als Oberstmajor Amadou Abdramane vorstellt, "dem Regime ein Ende zu setzen".

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