Als Geert Wilders am späten Mittwochabend vor die Mikrofone tritt, wirkt er abgekämpft, mürbe, in seiner wasserstoffblonden Mähne schimmert immer mehr Grau. Er ist 62 und seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der politischen Front. 12 von 37 Sitzen bei der Parlamentswahl zu verlieren, das ist definitiv ein Rückschlag für seine rechtspopulistische Freiheitspartei PVV. Am Donnerstagmorgen wird das Ergebnis auf elf Sitze weniger korrigiert, mittags liegt die Partei sogar mit ein paar Stimmen in Führung. Aber als später Amsterdam ausgezählt ist, liegt seine PVV um 15 000 Stimmen zurück. Der komfortable Vorsprung vor allen anderen ist Geschichte.
NiederlandeDie Zeit nach Wilders beginnt
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Die Niederländer haben dem Rechtspopulisten einen Denkzettel verpasst: Bei den Parlamentswahlen triumphieren die Sozialliberalen mit Überraschungssieger Rob Jetten. Dem steht jetzt allerdings das schwierige Schmieden einer Koalition bevor.
Von Thomas Kirchner, München

Niederlande:Mit dem unberechenbaren Wilders will niemand mehr regieren
Nach dem schnellen Aus für die Rechtskoalition müssen die Niederländer am Mittwoch schon wieder ein neues Parlament wählen. Und wie vor zwei Jahren liegt der Rechtspopulist Geert Wilders in Führung. Doch diesmal gibt es einen entscheidenden Unterschied.
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