Niederlande Geert Wilders sagt Auftritte aus Angst um Sicherheit ab

  • Der niederländische Islam-Kritiker sagt alle Wahlkampf-Auftritte ab.
  • Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass einer seiner Sicherheitsbeamten Informationen über Wilders an ein niederländisch-marokkanisches Gangstersyndikat weitergegeben haben soll.
  • In Umfragen für die Parlamentswahl am 15. März liegt Wilders Partei für die Freiheit (PVV) vorne.

Schon seit Jahren soll Geert Wilders eine kugelsichere Weste tragen und jede Nacht woanders schlafen. Der niederländische Islam-Kritiker erhält immer wieder Todesdrohungen und wird rund um die Uhr von Personenschützern bewacht. Nun hat er auch alle Wahlkampf-Auftritte aus Angst um seine Sicherheit abgesagt. Bis die Fakten geklärt seien, werde seine Partei auf öffentliche Aktivitäten verzichten, erklärte Wilders per Twitter mit Blick auf die Berichte über einen Verdächtigen unter seinen Personenschützern. Der Politiker sprach von sehr beunruhigenden Nachrichten.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass ein Sicherheitsbeamter marokkanischer Abstammung unter dem Verdacht stehe, Informationen über Wilders an ein niederländisch-marokkanisches Gangstersyndikat weitergegeben zu haben. Das berichteten Medien unter Berufung auf Polizeikreise.

Wilders Sicherheit soll dem Geheimdienst zufolge aber nicht gefährdet gewesen sein. Der Mann habe nicht direkt als sein Bodyguard gearbeitet, sondern im Vorfeld Veranstaltungsorte untersucht. Ministerpräsident Mark Rutte und Justizminister Stef Blok sollen Wilders getroffen haben, um über Probleme bei den Sicherheitsvorkehrungen für den 53-Jährigen zu sprechen.

In Umfragen für die Parlamentswahl am 15. März liegt Wilders rechtsgerichtete Partei für die Freiheit (PVV) vorne. Im Endspurt seiner Wahlkampagne hatte er die Angriffe auf die marokkanische Minderheit im Land verstärkt. Der Parteivorsitzende bezeichnete Marokkaner als "Abschaum", der die Straßen unsicher mache. Wilders war bereits im vergangenen Dezember von einem Gericht wegen Anstiftung zur Diskriminierung von Marokkanern verurteilt worden. Allerdings hatte das Gericht keine Strafe verhängt.

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