Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat an diesem Freitag etwas zu feiern: 1413 Tage am Stück regiert sie nun Italien, und das mit der gleichen Regierung - das war vor ihr noch keinem italienischen Regierungschef gelungen. Während Meloni feiert, gibt es auch zum deutschen Kanzler und CDU-Chef einen Rekord zu vermelden: Laut ARD-Deutschlandtrend sind derzeit nur noch dreizehn Prozent der Wahlberechtigten mit seiner Arbeit zufrieden - der niedrigste Wert für einen Kanzler seit Beginn der Erhebung.
Dass die Sozialdemokraten aktuell ebenfalls wenig zu lachen haben, dürfte für Friedrich Merz nur ein schwacher Trost sein. Wobei: Was den Grad an Heiterkeit in der SPD angeht, kann man sich nicht so sicher sein. Schließlich hatte die Bundestagsfraktion am Donnerstag den Autor und Entertainer Hape Kerkeling bei ihrer Klausurtagung zu Gast. Reden sollte er allerdings zu einem eher ernsten Thema: „Alles Ansichtssache? Wo die Toleranz in einer Demokratie ihre Grenzen hat und worauf es jetzt ankommt.“ Wie der Auftritt am Ende war, können Sie im Text meines Kollege Georg Ismar nachlesen.
Eine gewisse Heiterkeit verströmt auch die Reportage von Peter Richter aus Bitterfeld, wo Aljoscha Begrich, früher Dramaturg am Gorki-Theater in Berlin, das „Osten“-Festival gegründet hat - linke Kunstfestspiele, mitten in einer AfD-Hochburg. Wie sehr die in weiten Teilen rechtsextreme Partei Deutschland schon verändert hat, ist aber längst überall zu besichtigen. Ihre Erfolge haben die Partei und ihre Vorsitzende selbstbewusst gemacht; Alice Weidel macht keine Hehl daraus, dass sie Kanzlerin werden will. Von diesem Aufstieg erzählt unsere neue Podcast-Serie „Weidelland – Die AfD und ihr Weg zur Macht“. Eine Hörempfehlung.
Was heute wichtig ist
50 000 Jobs zusätzlich weg: Aufsichtsrat stimmt VW-Sparplan zu. Die Einigung am Donnerstagabend kam unerwartet. Sie beinhaltet nicht nur einen weiteren, enormen Jobabbau. Auch für vier deutsche Werke ist die Zukunft weiter ungewiss. Zum Artikel
Umspannwerk in Dormagen: Polizei spricht von Sabotagedelikt. Erneut wird nahe eines Umspannwerks ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Es ist das dritte Mal innerhalb weniger Tage. Zum Artikel
Rechnungshof wirft Klingbeil Buchungstricks vor. Scharfe Warnung an den deutschen Finanzminister: Der Rechnungshof sieht in seinem Haushalt ein verfassungsrechtliches Risiko. Zum Artikel
Trump ruft im Streit um Briefwahl erneut Supreme Court an. Eine Bundesrichterin hatte die Pläne des Präsidenten gestoppt, die Regeln zur Briefwahl zu verschärfen. Diese Entscheidung will er kurz vor den Zwischenwahlen nun aussetzen lassen. Zum Liveblog zur US-Politik
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Digitalwende: Digitalministerium prüft IT-Vorhaben im Wert von acht Milliarden Euro. Das Digitalministerium hat mit dem Zustimmungsvorbehalt einen mächtigen Hebel in den Haushaltsverhandlungen. Das Ressort hat nach Informationen von SZ Dossier mittlerweile rund 4000 IT-Vorhaben mit einem Finanzvolumen von insgesamt etwa acht Milliarden Euro erfasst. Auch wichtig: Nach Hamburgs Vorstoß, Smart Glasses teilweise verbieten zu wollen, fordern verschiedene Bundestagsabgeordnete strengere Regeln. Zum Briefing
Geoökonomie: Die neue Stunde des Euro. Die Verunsicherung durch Trumps Politik schafft Raum für eine stärkere internationale Rolle der europäischen Währung, schreibt der Ökonom Michael Hüther in SZ Dossier. Europa müsse diesen Raum nutzen – mit einer Kapitalmarktunion und gemeinsamen Anleihen, den sogenannten Euro-Bonds. So könne der Euro dem Dollar echte Konkurrenz machen. Zum Briefing

