Krieg in NahostMerz: Israel darf kein Konflikttreiber werden

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), bei seinem Pressestatement auf dem G7 Gipfel in Évian.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), bei seinem Pressestatement auf dem G7 Gipfel in Évian. Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa

Auf dem G-7-Gipfel ruft der Kanzler das Land zur Mäßigung auf. Er habe Verständnis für das Sicherheitsinteresse Israels. Aber das dürfe nicht dazu führen, dass Libanon „destabilisiert wird“.

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Wichtige Updates
Emirate: Iran attackiert zwei Tanker vor Omans Küste
Erneut Sirenengeheul in Bahrain
UN-Schifffahrtsorganisation lehnt Trumps geplante Hormus-Gebühr ab
Trump: Setzen Seeblockade gegen iranische Häfen wieder ein
Iran meldet neue US-Angriffe im Südwesten des Landes

Die Lage im Überblick

  • Das US-Militär erklärt die dritte nächtliche Angriffswelle in Folge für beendet. Iranische Medien berichteten in der Nacht von mehreren Explosionen an der Südküste. 
  • Iran hat zwei Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormus angegriffen. Bei der Attacke soll ein indisches Besatzungsmitglied getötet worden sein, zudem habe es acht Verletzte gegeben.
  • Auch Jordanien und Bahrain meldeten Vergeltungsangriffe aus Iran. 
  • US-Präsident Donald Trump hat eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Die Blockade soll ab 22 Uhr deutscher Zeit gelten.
  • Trump kündigte an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen würden.
Über Manama, der Hauptstadt Bahrains, steigt Rauch auf, nachdem in den frühen Morgenstunden eine Drohne abgefangen wurde.
Über Manama, der Hauptstadt Bahrains, steigt Rauch auf, nachdem in den frühen Morgenstunden eine Drohne abgefangen wurde. Reuters

US-Militär beendet dritte Angriffswelle

Das US-Militär erklärte die dritte nächtliche Angriffswelle hintereinander am Morgen für beendet. Iranische Medien hatten zuvor von mehreren Explosionen auf der Insel Kisch am Persischen Golf, aus der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas berichtet. 

Am Montag um 16.45 Uhr US-Ostküstenzeit (22.45 Uhr MESZ) hätten die Streitkräfte die neue Angriffswelle gestartet, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Diese Angriffe würden die Fähigkeit Irans weiter einschränken, unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu attackieren, hieß es. 

US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor weitere Angriffe auf Iran angekündigt. Das US-Militär werde heute Abend und morgen hart zuschlagen, sagte er am Montagnachmittag (Ortszeit) in einem Radiointerview. Iran könne nichts dagegen tun. 

Emirate: Iran attackiert zwei Tanker vor Omans Küste

Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Tanker des mit den USA verbündeten Golfstaats in der Straße von Hormus angegriffen. Wie das Verteidigungsministerium der Emirate in der Nacht auf der Plattform X bekanntgab, wurden die Schiffe bei der Durchquerung auf der südlichen Schifffahrtsroute innerhalb der omanischen Hoheitsgewässer von zwei Marschflugkörpern getroffen. Dabei sei ein indisches Besatzungsmitglied getötet worden, zudem seien acht verletzt worden, vier davon schwer.

Bei den Verletzten handele es sich um sechs indische und zwei ukrainische Staatsangehörige, hieß es weiter. Zudem seien Brände auf beiden Tankern ausgebrochen, schließlich aber unter Kontrolle gebracht worden. Der Angriff stelle einen „schwerwiegenden Verstoß und klaren Bruch des Völkerrechts“ dar, erklärte das Verteidigungsministerium. Die Emirate behielten sich vor, auf diese Eskalation zu reagieren. 

Irans Revolutionsgarde erklärte laut heimischen Medien, das US-Militär habe versucht, mehrere Schiffe auf eine „illegale Route“ zu lenken. Die beiden Tanker hätten ihre Navigationssysteme abgeschaltet und wiederholte Warnungen der Sicherheitskontrollstelle für die Straße von Hormus ignoriert. Daraufhin seien sie beschossen und manövrierunfähig gemacht worden. 

Revolutionsgarde: US-Luftwaffenbasis in Jordanien angegriffen

Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben einen ​US-Luftwaffenstützpunkt ​in Jordanien mit ballistischen ‌Raketen angegriffen. In einer ‌von der Nachrichtenagentur Fars veröffentlichten Erklärung ruft ​die militärische Eliteeinheit ​die jordanische Bevölkerung ​dazu auf, die US-Militärbasen in ihrem Land niederzureißen. Zugleich betont die ‌Revolutionsgarde die Verbindung mit dem Land: ‌Man hege keine Feindschaft gegen ​Jordanien, heißt es in der Mitteilung. Vielmehr liebe man ‌das jordanische Volk, „das den Schmerz und die Unterdrückung der Palästinenser besser als jede andere Nation“ verstehe.

Grüne fordern: Marine-Schiffe zurück in heimische Gewässer

Die Grünen fordern Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) angesichts der neuen Eskalation im Nahen Osten auf, die beiden für mögliche Minenräumeinsätze in die Region verlegten deutschen Schiffe zurückzuholen. Jeder Tag erhöhe den Druck, die Besatzungen nicht länger vor Ort zu lassen, sagte Sara Nanni, sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie kritisierte, dass die Beatzungen im Unklaren gelassen würden, wo sie die nächsten Wochen und Monate verbrächten. Die Ungewissheit betreffe auch Familien und Freunde. 
Das Parlament beginnt seine sitzungsfreie Zeit und Verteidigungsminister Pistorius lässt die Besatzung unnötig lange im Einsatz. Ich habe dafür kein Verständnis. 
Sara Nanni, sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion
„Die personellen und materiellen Ressourcen der Bundeswehr müssen umsichtig und sorgsam eingesetzt werden. Wer weiß, wofür man diese noch braucht", sagte Nanni.

Die Bundesregierung hatte bereits vor Wochen das Minenjagdboot Fulda und das Versorgungsschiff Mosel in die Region geschickt, um dort für einen Einsatz zur Räumung von Minen in der Straße von Hormus bereitzustehen. Pistorius selbst hatte Anfang Juli erklärt, derzeit sei nicht absehbar, dass Bedingungen für einen Militäreinsatz zur Sicherung des wichtigen Handelswegs bald erfüllt würden. 

Erneut Sirenengeheul in Bahrain

Nach den erneuten Angriffen des US-Militärs auf Ziele in Iran heulen im Golfstaat Bahrain wieder die Alarmsirenen. Das Innenministerium des mit den USA verbündeten Landes rief die Einwohner in der Nacht über die Plattform X auf, ruhig zu bleiben und Schutz zu suchen. Weitere Einzelheiten gab es zunächst nicht. Das US-Militär hatte zuvor in dritter Nacht in Folge mit Angriffen gegen Iran begonnen. Iranische Medien meldeten Explosionen. Bahrain wie auch Kuwait, die zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe standen, hatten erst in der Nacht zuvor von feindlichem Raketenbeschuss berichtet. 
Über Manama, der Hauptstadt von Bahrain, steigt Rauch auf, nachdem in den frühen Morgenstunden eine Drohne abgefangen wurde.
Über Manama, der Hauptstadt von Bahrain, steigt Rauch auf, nachdem in den frühen Morgenstunden eine Drohne abgefangen wurde. Reuters

Berichte über Explosionen in Iran

Nach Beginn der erneuten Welle von Angriffen des US-Militärs auf Ziele in Iran haben örtliche Medien Explosionen an der Südküste des Landes gemeldet. Laut der iranischen Revolutionsgarde nahestehenden Nachrichtenagentur Fars sowie dem regierungstreuen Sender Press TV gab es in der Nacht mehrere Detonationen auf der Insel Kisch am Persischen Golf. Auch aus dem Bereich der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas wurden Explosionen gemeldet. 
Drei Jungen spielen im flachen Wasser der Straße von Hormus, während im Hintergrund vor Bandar Abbas nach einer Explosion eine Rauchwolke aufsteigt. Aufnahme vom 13. Juli.
Drei Jungen spielen im flachen Wasser der Straße von Hormus, während im Hintergrund vor Bandar Abbas nach einer Explosion eine Rauchwolke aufsteigt. Aufnahme vom 13. Juli. Razieh Poudat/AP

Trump droht Iran mit Angriff auf Tunnelsystem im Kuh-e Kolang

US-Präsident Donald Trump droht Iran mit einem Angriff auf das stark befestigte Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang. „Wir werden Pickaxe Mountain ausschalten“, sagt Trump in einem Radiointerview und verwendet damit den in den USA gebräuchlichen Namen. „Sagen Sie den Iranern, sie sollen sich auf etwas gefasst machen.“ 

Die Anlage nahe dem beschädigten Atomkomplex Natans liegt Experten zufolge so tief unter der Erde, dass sie selbst von den stärksten bunkerbrechenden US-Bomben kaum zerstört werden kann. Zudem kündigt Trump neue Militärschläge gegen Iran an. „Wir werden sie heute Abend sehr hart treffen und wir werden sie morgen hart treffen.“ 

Raketenangriff der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien abgewehrt

Nach Angriffen auf den Flughafen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa haben die Huthi Rache geschworen. Nun hat die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition nach eigenen Angaben ballistische Raketen abgefangen, die von der Huthi-Miliz abgeschossen worden sein sollen. Sie wurden einem Sprecher der Koalition zufolge auf die südliche Region Saudi-Arabiens abgefeuert. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hatte es am frühen Nachmittag Luftangriffe auf den Flughafen gegeben. Das jemenitische Verteidigungsministerium hatte gewarnt, man werde mit „allen verfügbaren Mitteln“ gegen nach seiner Darstellung von Iran und den Huthi begangene Verletzungen des jemenitischen Luftraums vorgehen.

Die Huthi hatten das arme Land auf der Arabischen Halbinsel 2014 überrannt. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung, während die Huthi von Iran unterstützt werden und von dessen sogenannter „Achse des Widerstands“. Seit 2014 herrscht ein Bürgerkrieg in Jemen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gibt es allerdings weiterhin.

UN-Schifffahrtsorganisation lehnt Trumps geplante Hormus-Gebühr ab

Die UN-Schifffahrtsorganisation IMO weist Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine Frachtgebühr in der Straße von Hormus zurück. Für eine solche Abgabe gebe es keine rechtliche Grundlage, teilt die Organisation mit. Trump hatte einen Aufschlag von 20 Prozent auf Transporte durch die Meerenge angekündigt, ohne Details zu nennen.

Die IMO lehnt eigenen Angaben zufolge Passagegebühren für internationale Meerengen strikt ab. Vertreter der Schifffahrtsbranche äußern sich besorgt und erklären, ein solcher Schritt verstoße nach ihrer Einschätzung gegen Völkerrecht.

US-Militär: Haben iranische U-Boot-Anlage angegriffen

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben am Sonntag eine Wartungsanlage für U-Boote und Schiffe in Iran angegriffen. Bei dem Einsatz seien Einweg-Drohnen genutzt worden, teilt das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Durch die Angriffe werde die Fähigkeit Irans eingeschränkt, weiterhin die Handelsschifffahrt zu attackieren. Eine iranische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Trump: Setzen Seeblockade gegen iranische Häfen wieder ein

Im Konflikt um die Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Das teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. 

Zudem sollen die USA eine Entschädigung in Höhe von 20 Prozent ​auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Frachten erhalten, schreibt Trump. Er reagiert damit auf die Erklärung Teherans, die Meerenge gesperrt zu haben. Allen anderen Ländern solle ein „fairer und offener“ Zugang zur Meerenge möglich sein. Der Prozess werde unverzüglich beginnen, erklärt Trump, ohne Einzelheiten zu nennen.

Iran meldet neue US-Angriffe im Südwesten des Landes

Iran hat neue Angriffe im Südwesten des Landes gemeldet. In der Industriestadt Abadan an der Grenze zum Irak wurden dabei zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete. Laut dem Vizegouverneur der betroffenen Provinz Chusestan ereigneten sich die Angriffe kurz nach Mittag (Ortszeit). Die Behörden machten die USA für die Luftangriffe verantwortlich. Eigentlich hatte das US-Militär seine jüngste Angriffswelle am frühen Morgen für beendet erklärt.

Golfstaaten melden Beschuss aus Iran

Nach der wiederholten Eskalation im Iran-Krieg haben Staaten am Persischen Golf erneut Raketenbeschuss gemeldet. Bahrain und Kuwait, die zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe standen, lösten in der Nacht Alarm aus und bekämpften nach eigenen Angaben feindliche Projektile. Der Generalstab der Armee in Kuwait berichtete, dass feindliche Luftziele bekämpft werden. 

In Bahrain wurde seit Einbruch der Nacht mehrfach Alarm ausgelöst, wie das Innenministerium des Inselstaats berichtete. Das Ministerium rief die Einwohner auf, Ruhe zu bewahren und Schutz zu suchen. Auch Jordaniens Nachrichtenagentur Petra berichtete am Montagmorgen, dass vier Raketen aus Iran abgefangen worden seien. Es habe keine Opfer oder Schäden gegeben, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf eine Militärquelle.  

Irans Revolutionsgarde zielte nach eigenen Angaben auf ein mobiles Raketenartilleriesystem der US-Armee in Kuwait, auf Treibstofftanks und Munitionslager des Luftwaffenstützpunkts Prince Hassan in Jordanien sowie auf ein Kontrollzentrum des US-Stützpunkts Scheich Isa in Bahrain. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. 
Luzia Geier
Luzia Geier

USA: Angriffswelle gegen Iran abgeschlossen

Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle gegen Iran abgeschlossen. Es seien Dutzende Ziele an mehreren Standorten mit Präzisionsmunition getroffen worden, teilte das US-Zentralkommando mit. Darunter seien Luftabwehrsysteme, Küstenradarstationen sowie Raketen- und Drohnenkapazitäten des iranischen Militärs gewesen.

Die Straße von Hormus wird nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) nicht von Iran kontrolliert. 
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