Newsblog zum Nahost-KriegDrei Tote bei Angriffen auf Flughäfen in Saudi-Arabien

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz beschießt derzeit im Zuge der Eskalation des Jemen-Kriegs wieder verstärkt Ziele im Golfstaat. Offen ist, ob sie auch hinter diesem Angriff steckt.

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Wichtige Updates
Berichte: Verletzte nach Siedlerangriffen im Westjordanland
CNN: US-Militär erwägt Einsatz der "Mutter aller Bomben" gegen Iran 
Containerschiff sinkt nach Angriff vor Hormus – zweiter Frachter getroffen
Eskalation in Jemen: Saudi-Arabien greift Ziele in Sanaa an 
Mehrere Fluglinien setzen Flüge nach Saudi-Arabien aus

Berichte: Verletzte nach Siedlerangriffen im Westjordanland

Bei Angriffen von radikalen israelischen Siedlern in verschiedenen Orten im besetzten Westjordanland soll es Berichten zufolge eine Reihe von Verletzten gegeben haben. Neben mehreren Palästinensern sei auch eine ausländische Journalistin im Krankenhaus behandelt worden, meldeten palästinensische und israelische Medien. Die Gewalt habe sich vor allem gegen palästinensische Helfer bei der Olivenernte gerichtet.

Bei einem Vorfall in dem Ort Abu Falah sollen Siedler zwei Palästinenser geschlagen haben, hieß es unter anderem in einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa. Einem weiteren Mann wurde dem Bericht zufolge ins Bein geschossen. Das israelische Militär sagte am Nachmittag, Soldaten hätten in der Gegend Warnschüsse in die Luft gegeben und in Richtung einer verdächtigen Person geschossen. Der Palästinenser sei mit einem scharfen Gegenstand auf sie zugelaufen.

Israels Armee sagte weiter, sie untersuche den Vorfall in Abu Falah, bei dem auch die Journalistin verletzt worden sei. Sie sprach von einer „gewalttätigen Auseinandersetzung“. Israelische Einsatzkräfte hätten diese beendet. Laut Wafa soll Israels Militär dabei Tränengas gegen Palästinenser eingesetzt haben.

Der wichtigste Rivale von Benjamin Netanjahu bei der in elf Tagen anstehenden Parlamentswahl in Israel, Gadi Eisenkot, verurteilte die Siedlergewalt. „Diese Handvoll Randalierer repräsentieren nicht die israelische Öffentlichkeit“, sagte er zugleich. Der Ex-Militärchef forderte harte Maßnahmen der Polizei gegen sie. Israels Armee teilte ihrerseits mit: „Angriffe und Gewalt gegen unschuldige Zivilisten sind schwerwiegende und inakzeptable Taten.“ 
Die israelische Zeitung Haaretz meldete unter Berufung auf Augenzeugen in einem Dorf in der Gegend der Stadt Ramallah, dass ungefähr 30 maskierte Siedler Erntehelfer angegriffen und ihnen befohlen hätten, zu gehen. Israelische Sicherheitskräfte seien dazu gekommen, hätten aber keinen der Angreifer festgenommen.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg nochmals zugespitzt. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen oder eigenen Anschlägen getötet. Zugleich hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser stark zugenommen. Dem israelischen Militär wird dabei immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug dagegen vorzugehen.
Barbara Klimke

Raketen auf Flughafen von Aden, explodierter Tanker in der Staße von Hormus

Auf dem internationalen Flughafen von Aden im Süden von Jemen sind zwei Raketen eingeschlagen. Die Behörden in Aden machen die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen für den Angriff verantwortlich. Opfer gab es nicht, obwohl sich zum Zeitpunkt der Detonation ein Passagierflugzeug auf den Start nach Kairo vorbereitet. 

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition wiederum hat nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete auf die saudische Öl-Stadt Yanbu am Roten Meer abgefangen. Die Militärkoalition zerstörte zudem zwei Marschflugkörper über dem Roten Meer sowie drei Drohnen in Saudi-Arabien. Die Aggressoren wurden nicht benannt. Über die Hafenstadt Yanbu im Westen des Landes wickelt Saudi-Arabien Ölexporte ab, um die strategisch wichtige Straße von Hormus im Osten der arabischen Halbinsel zu umgehen.

In der Meerenge von Hormus lief unterdessen ein Öltanker auf eine Seemine, wie die iranischen Revolutionsgarden mitteilten. Der Tanker ist nach Medienberichten explodiert und in Brand geraten. Das Schiff habe mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl transportiert und versucht, die strategisch wichtige Wasserstraße illegal über eine von Teheran nicht genehmigte Route zu durchqueren, heißt es in dem Bericht.

EU und Golfstaaten verschieben Gipfeltreffen in Riad

Die Europäische Union hat das für den 24. Oktober geplante Gipfeltreffen mit den Golfstaaten in Saudi-Arabien verschoben. Einen Grund dafür nannte die EU nicht, sie erklärte lediglich, dass ein neuer Termin zu gegebener Zeit bekanntgegeben werde. Hintergrund der Entscheidung dürften allerdings zunehmende Sicherheitsbedenken wegen der Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz aus Jemen auf Saudi-Arabien sein.

Am vergangenen Wochenende waren bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen der Hauptstadt Riad 13 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden. Der Flughafen, auf dem die Delegationen landen sollten, ist seitdem geschlossen. Die Verschiebung des Treffens in Riad ist ein Rückschlag für die Bemühungen Saudi-Arabiens, sich trotz des eskalierenden Konflikts mit den Huthi als Gastgeber internationaler Großereignisse zu präsentieren. Die EU wollte mit dem Treffen ihre Solidarität mit den Golfstaaten demonstrieren. Trotz der Absage betonte die EU die große strategische Bedeutung der Beziehungen zu der Region.

Allein in den vergangenen zwei Wochen hat die Huthi-Miliz in Jemen nach saudischen Angaben den internationalen Flughafen von Riad zwanzigmal angegriffen. Das sagte Turki al-Maliki, Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses zum Kampf gegen die Huthi. Dabei seien insgesamt 17 Menschen getötet und mehr als 330 verletzt worden. 

Seit Saudi-Arabien 2015 in den Bürgerkrieg in Jemen eintrat, griffen die Huthi immer wieder Ziele im Königreich an. Bei Attacken auf Ölanlagen des staatlichen Konzerns Aramco mit Drohnen und Raketen wurde 2019 etwa die Hälfte der saudischen Ölproduktion unterbrochen und etwa fünf Prozent der weltweiten Ölversorgung. 

CNN: US-Militär erwägt Einsatz der "Mutter aller Bomben" gegen Iran 

Das US-Militär hat einem Medienbericht zufolge für den Fall neuer Kämpfe im Iran-Krieg Angriffspläne gegen Energie- und Atomanlagen der Islamischen Republik vorbereitet, die auch den Einsatz seiner schwersten konventionellen Bombe vorsehen. Dies berichtet der Sender CNN unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute US-Vertreter. Sollte US-Präsident Donald Trump entsprechende Angriffe anordnen, könnte demnach die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb – auch bekannt als "Mutter aller Bomben" – abgeworfen werden. Der Einsatz der größten nichtatomaren Waffe im US-Arsenal würde eine erhebliche Eskalation des Konflikts bedeuten. 

Den Insidern zufolge gibt es in Militärkreisen jedoch Zweifel, ob sich die strategischen Ziele mit der Bombe tatsächlich erreichen lassen. Der etwa zehn Tonnen schwere Sprengsatz wurde im Jahr 2003 erstmals getestet. Erstmals eingesetzt haben die US-Streitkräfte die Bombe im April 2017 im Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS in Afghanistan. Ziel war damals ein Tunnelsystem der Extremisten.

Containerschiff sinkt nach Angriff vor Hormus – zweiter Frachter getroffen

Nach einem Angriff nahe der Straße von Hormus soll ein Containerschiff gesunken sein. Es soll sich dabei nach Angaben aus Sicherheitskreisen der Schifffahrt um die unter der Flagge Singapurs fahrende GFS Pride handeln. Der Frachter habe eine Kapazität von 2824 Standardcontainern. Bei der in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Betreibergesellschaft war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Die pakistanische Schifffahrtsbehörde warnte vor den im Meer treibenden Containern der gesunkenen GFS Pride. Zuvor hatte die iranische Revolutionsgarde mitgeteilt, in den Gewässern südlich der Straße von Hormus sei ein Frachter auf eine Seemine gelaufen und gesunken. Das Schiff sei in Brand geraten.

Die GFS Pride gehört eher zu den kleineren Frachtern, die vor allem für Zubringerdienste eingesetzt werden. Nach Daten der UN-Schifffahrtsorganisation IMO ist das Schiff das zweite Handelsschiff, das seit Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran am 28. Februar in der Region gesunken ist.

Das gleiche Schicksal droht einem weiteren Schiff: Der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Schüttgutfrachter Cape Dao sei nach einem erfolglosen Rettungsversuch in Begriff unterzugehen, teilte die britische Risikomanagement-Gruppe Vanguard mit. Das Schiff war demnach bereits am 23. September von einem Projektil getroffen worden. Auch die ebenfalls in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Betreibergesellschaft der Cape Dao war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Carim Soliman
Carim Soliman

Berichte: Siedler setzen Moschee im Westjordanland in Brand

Im besetzten Westjordanland sollen israelische Siedler Berichten zufolge eine Moschee in Brand gesetzt haben. In palästinensischen und israelischen Medien veröffentlichte Aufnahmen zeigten Schäden am Eingang des Gotteshauses im Ort Michmas nördlich von Jerusalem. Das israelische Militär erklärte, die Angelegenheit werde geprüft.

Unter anderem die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, dass auch ein angezündetes Auto vollständig niedergebrannt sei. Demnach waren in der Nacht Dutzende Siedler in das palästinensische Dorf Michmas eingedrungen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg nochmals zugespitzt. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1100 Palästinenser getötet. Zugleich hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser stark zugenommen. Dem israelischen Militär wird dabei immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug dagegen vorzugehen.

Eskalation in Jemen: Saudi-Arabien greift Ziele in Sanaa an 

In Jemen spitzt sich der Konflikt zwischen den mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien angeführten Militär-Allianz weiter zu. Die Huthi warfen der Allianz am Dienstag Angriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa vor. Zuvor hatte das Militärbündnis Zivilisten davor gewarnt, sich einem Öldepot am Stadtrand Sanaas zu nähern. Als Vergeltung für die saudi-arabische Unterstützung der jemenitischen Regierungstruppen im wieder aufgeflammten Bürgerkrieg in dem Land haben die Huthi zuletzt wiederholt Flughäfen in Saudi-Arabien angegriffen. Bei einem Raketenangriff auf die Hauptstadt Riad waren am Samstag 13 Menschen getötet worden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte am Dienstag, die Türkei werde an der Seite Saudi-Arabiens stehen. Die Türkei und Pakistan hatten im Sommer einen gegenseitigen Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien unterzeichnet. US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag nach eigenen Angaben ebenfalls mit Mohammed bin Salman. Trump sagte danach vor Journalisten, er werde Erdoğan möglicherweise bitten, zugunsten Saudi-Arabiens einzugreifen. Die USA als langjähriger Sicherheitsgarant Saudi-Arabiens haben Bemühungen Riads bislang zurückgewiesen, die USA direkt in den Krieg gegen die Huthi hineinzuziehen.

Der von den Huthi betriebene Fernsehsender Al-Masirah berichtete, die Militär-Allianz habe die zentrale Station Sabah der Yemen Petroleum Company (YPC) angegriffen – ein Treibstoffdepot am Rande von Sanaa. Die Allianz teilte mit, auch andere Orte seien angegriffen worden. Ziel der Offensive sei es, die Fähigkeiten der Huthi auszuschalten, Saudi-Arabien, Jemen und internationale Wasserstraßen zu bedrohen. Die Huthi-Rebellen nutzten Standorte in Sanaa, Hodeida und Dhamar, um ihr Arsenal an Raketen und Drohnen für Angriffe auf Saudi-Arabien und Handelsschiffe im Roten Meer aufzustocken, hieß es weiter.
Anna Schimpp
Anna Schimpp

Huthi-Miliz und Saudi-Arabien melden weitere Angriffe 

Die gegenseitigen Angriffe der Huthi-Miliz in Jemen und des benachbarten Saudi-Arabien gehen weiter. Der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah meldete mindestens drei saudische Luftangriffe in der Provinz Saada in Jemen, die als Hochburg der Miliz gilt. Im Norden und Westen des Bürgerkriegslandes habe es in der Nacht ebenfalls Angriffe gegeben.

Die Miliz setzte ihre Angriffe auf Saudi-Arabien nach eigenen Angaben fort. Die Huthi hätten unter anderem den Flughafen King Chalid in der saudischen Hauptstadt Riad erneut mit einer Rakete angegriffen, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Reisende und Geschäftsleute wurden erneut aufgefordert, saudische Flughäfen zu meiden. Saudi-Arabien teilte mit, es seien Raketen der Miliz in Riad sowie in Chamis Muschait im Südwesten des Landes abgefangen worden.
Die Angriffe haben Folgen im Arbeitsalltag und beim Geschäftsverkehr in dem Königreich. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, dass Führungskräfte der Ölkonzerne Shell und BP ihre Teilnahme am WPC-Energiekongress absagten, der am Montag in Riad eröffnet wurde. Zudem bleiben Angestellte im zentralen Geschäftsbezirk KAFD, wo etwa der saudische Staatsfonds, die Börse und ausländische Unternehmen ihren Sitz haben, vorerst im Homeoffice.

Bei dem tödlichsten Angriff in Saudi-Arabien seit rund zehn Jahren waren am Samstag am Flughafen Riad mindestens 13 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden. Saudische Behörden hatten zunächst zwölf Tote bestätigt, die indische Botschaft in Riad meldete dann ein weiteres Todesopfer. Insgesamt wurden bei Angriffen an dem Flughafen im Laufe einer Woche 18 Menschen getötet. Der Flugverkehr soll dort erst in der Nacht zum Sonntag wieder anlaufen. Mehrere Airlines haben mittlerweile Flüge in die saudische Hauptstadt ausgesetzt.

Auch die Gefechte der Huthi mit der international anerkannten jemenitischen Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, gehen weiter. Besonders umkämpft ist die wichtige Provinz Tais in Jemen. Seit einem raschen Vormarsch der Huthi Anfang September kommt es dort und in weiteren Landesteilen wieder zu schweren Kämpfen. Die Regierung hat jüngst eine Gegenoffensive begonnen, um die Gebiete zurückzuerobern.
Barbara Klimke

Mehrere Fluglinien setzen Flüge nach Saudi-Arabien aus

Wegen der zunehmenden Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben mehrere Fluggesellschaften aus der Golfregion ihre Verbindungen in das Land gestrichen. Qatar Airways setzte Flüge von und nach Riad sowie Dammam nach eigenen Angaben vorübergehend aus. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der aktuellen Lage. Auch Etihad Airways annullierte alle Verbindungen zwischen Abu Dhabi und den saudi-arabischen Städten Riad, Dschidda und Dammam wegen „regionaler Störungen“. Sämtliche Flüge zwischen Abu Dhabi und Riad seien bis zum 19. Oktober gestrichen, teilte die Fluggesellschaft mit. 

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat unterdessen die Rückreise nach Berlin antreten können, wie eine Sprecherin des Ressorts bestätigte. Reiche hatte nach Angriffen auf den Flughafen von Riad in Saudi-Arabien festgesessen, als der Flughafen gesperrt wurde. Sie hatte zuvor an Konferenzen in Riad teilgenommen.
Anna Schimpp
Anna Schimpp

Etwa 60 Prozent der Flüge am Flughafen Riad sollen ausfallen

Die Angriffe und Drohungen der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien wirken sich auch an diesem Montag auf den Flugverkehr in Riad aus. Etwa 60 Prozent der geplanten Flüge am Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt dürften voraussichtlich abgesagt werden, wie aus Daten des Luftfahrt-Analyseunternehmens Cirium hervorgeht. 

Am Sonntag waren am King Chalid International Airport demnach sogar 99,7 Prozent aller Verbindungen gestrichen worden. Am Wochenende waren bei zwei Angriffen auf den Flughafen insgesamt 14 Menschen getötet worden, Hunderte wurden verletzt. 
Ulrike Putz

USA warnen US-Fluggesellschaften vor Flügen nach Saudi-Arabien

Die US-Luftfahrtbehörde FAA ruft amerikanische Fluggesellschaften zur Vorsicht bei Flügen nach oder über Saudi-Arabien auf. Grund seien Sicherheitsrisiken durch anhaltende militärische Aktivitäten und Störungen von Navigationssystemen, teilt die Behörde mit. Die bis zum 10. Dezember geltende Warnung folgt auf die jüngsten Angriffe auf den internationalen Flughafen in Riad. „Bedrohungen könnten ein potenzielles Risiko für Flugzeuge in allen Flughöhen darstellen“, erklärt die FAA. 
Ulrike Putz

Saudi-Arabien und Iran beraten über Abbau von Spannungen

Die Außenminister von Saudi-Arabien, Prinz Faisal bin Farhan, und Irans Außenminister Abbas Araghtschi beraten einem Bericht zufolge über die jüngste Eskalation des regionalen Konflikts und Bemühungen zum Abbau der Spannungen. Dies meldet die staatliche saudische Nachrichtenagentur. Es ist der erste öffentlich bekannte Kontakt der beiden Politiker, seit die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus Jemen ihre Angriffe auf das Königreich intensiviert haben. Die Regierung in Teheran sei bereit, einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und Jemen zu unterstützen, teilt der iranische Außenminister auf Telegram mit.

Feuer nach erneutem Angriff auf den Flughafen in Riad

Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad mit zwölf Toten haben die jemenitischen Rebellen ihre Attacken am Sonntag fortgesetzt. Bei einem neuen Angriff auf den Flughafen King Khalid am Sonntag sei ein pakistanischer Staatsbürger getötet worden, teilte die saudische Luftfahrtbehörde in der Nacht mit. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt.
Zudem habe die saudische Flugabwehr einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde auch eine Attacke auf den King-Fahd-Airport in Damman gemeldet, die ebenfalls Schäden verursacht habe.

Die Miliz meldete ihrerseits am Abend, sie habe in den 24 Stunden zuvor vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt – mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ziele waren demnach neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage sowie eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco. 

Zugleich soll Saudi-Arabien seinerseits Angriffe in Jemen gestartet haben: Der von den Huthi-Rebellen betriebene Sender Al-Masirah TV meldet einen Angriff auf den internationalen Flughafen von Sanaa. Das Königreich habe mehr als 120 Luftangriffe auf die Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen, teilten die Huthi mit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. 

Rückflug von Wirtschaftsministerin Reiche aus Riad kann nicht wie geplant stattfinden

Nach den schweren Angriffen auf den Flughafen von Riad kann Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nicht wie geplant aus der saudi-arabischen Hauptstadt nach Berlin zurückreisen. Wie eine Ministeriumssprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage mitteilte, kann die für Montag geplante Rückreise der CDU-Politikerin von Konferenzen in Saudi-Arabien aufgrund der Sperrung des Flughafens voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden. Alternative Rückreisemöglichkeiten würden geprüft.

Laut dem Bundeswirtschaftsministerium befand sich Reiche schon vor den Angriffen auf den Flughafen in Riad. Sie nimmt dort an Energie-Konferenzen teil, die laut Saudi-Arabien seit Langem geplant waren. „Nach aktuellem Stand finden die Konferenz und die Termine der Bundesministerin weiter wie geplant statt“, ergänzte Reiches Sprecherin am Sonntag. 
Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Kay Nietfeld/dpa

Huthi drohen mit weiteren Angriffen auf Saudi-Arabien

Nach dem tödlichen Angriff am Flughafen Riad warnt die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz vor weiteren Attacken. Am Sonntagmorgen mahnte der Sprecher der Miliz, Yahya Saree, vor der Nutzung saudi-arabischer Flughäfen. Fluggesellschaften, Flughafenmitarbeiter und Reisende sollten die Warnung ernst nehmen, teilt die Gruppe mit. Saudi-Arabien trage die Verantwortung für gescheiterte Abfangmanöver.

Mit Ausnahme der Flughäfen von Mekka und Medina seien die saudischen Flughäfen und Lufträume „legitime Ziele“ von Operationen der Streitkräfte, schrieb der Sprecher der Miliz auf X. Die Gruppe würde ihre Vorgehensweise „Flughafen gegen Flughafen“ und „Belagerung gegen Belagerung“ entschlossen fortführen, bis ihre Ziele erreicht seien.

Die Warnung folgt auf einen der schwersten Angriffe auf Saudi-Arabien seit Jahren, bei dem am Flughafen Riad mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt wurden. Der Verkehr am internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt wurde nach dem Angriff vorübergehend eingestellt. Die Sperrung sollte zunächst bis Sonntagabend um Mitternacht (Ortszeit) gelten, wie aus einer Mitteilung an die Flugzeugführer hervorgeht. Zuletzt war der Flughafen am Donnerstag angegriffen worden, bei jenem Anschlag starben drei saudische Staatsangehörige.
© SZ/dpa/Reuters/KNA/epd/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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