bedeckt München 21°
vgwortpixel

Blitzumfrage in NRW:Kraft legt zu, Röttgen verliert

SPD und Grüne können laut einer Blitzumfrage bei der Neuwahl im Mai in Nordrhein-Westfalen auf eine stabile Mehrheit hoffen. Für Liberale und Linke wird es knapp mit dem Einzug in den Landtag. Doch der designierte CDU-Spitzenkandidat Röttgen versprüht Optimismus. Nur: Wird er auch nach einer verlorenen Wahl in Düsseldorf bleiben?

Nach dem Scheitern der rot-grünen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen liegt die SPD in der Wählergunst klar vorn. Bei einer Blitzumfrage für den ARD-Brennpunkt erreichten die von Hannelore Kraft angeführten Sozialdemokraten 38 Prozent. Die CDU, die mit Norbert Röttgen an der Spitze antreten will, kommt auf 34 Prozent. In einer Infratest Dimap Umfrage von Ende Februar lagen CDU und SPD mit 35 Prozent gleichauf, nun sind Krafts Sozialdemokraten davongezogen.

Klicken Sie auf das Bild um zur Grafik zur gelangen und das Wahlergebnis von 2010 mit den aktuellen Umfragewerten zu vergleichen.

Die Grünen erreichen in der aktuellen Umfrage 14 Prozent - gemeinsam mit der SPD hätten sie eine stabile Mehrheit von 52 Prozent. Die FDP mit zwei Prozent und die Linke mit vier Prozent würden laut Sonntagsfrage den Wiedereinzug in den nordrhein-westfälischen Landtag verpassen. Beide Parteien hatten mit ihrer Ablehnung des Haushaltes am Mittwoch zum Ende der bisherigen Minderheitsregierung beigetragen. Die Piratenpartei kommt laut der Umfrage auf fünf Prozent und kann demnach auf den Einzug in das Landesparlament hoffen.

Auch bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten hätte die SPD deutlich die Nase vor der CDU. 57 Prozent der Befragten wünschen sich laut ARD die Amtsinhaberin Hannelore Kraft als Regierungschefin, der designierte CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen kommt nur auf 26 Prozent.

Trotz dieser Umfrageergebnisse gibt sich Röttgen siegesgewiss. "Ich trete an, um Ministerpräsident zu werden und damit die Union stärkste Partei wird", sagte er am Mittwochabend im ARD-Brennpunkt. Die CDU stehe für solide Finanzen. Die Sozialdemokraten seien an ihrer Verschuldungspolitik gescheitert, sagte der amtierende Bundesumweltminister. Die CDU geht nach Röttgens Worten ohne Koalitionsaussage in den Landtagswahlkampf. Im WDR-Hörfunk schloss er aber ein Regierungsbündnis mit den Grünen nicht aus.

Unsicher ist jedoch, ob CDU-Spitzenkandidat Röttgen nach der Landtagswahl auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf gehen würde. Direkt danach gefragt, wich Röttgen aus. Diese Fragen würden sich jetzt nicht stellen, sagte er in der ARD, die CDU werde "Schritt für Schritt" vorgehen.

SPD und Grüne wollen an Koalition festhalten

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hob im ARD-Brennpunkt die Stärken der bisherigen rot-grünen Minderheitsregierung hervor. "Wir haben uns auf die Inhalte konzentriert", sagte Kraft. Bei verschiedenen Themen habe man mit verschiedenen Oppositionsparteien Kompromisse gefunden. "Wir gehen nun mit erhobenem Haupt in den Wahlkampf", sagte Kraft. Sie glaubt, dass von der Wahl eine wichtige Signalwirkung nach Berlin ausgehe. Im Morgenmagazin wies sie erneut Spekulationen zurück, sie können nach einem Sieg Kanzlerkandidatin der SPD werden.

Die Grünen wollen sich zu Beginn des Wahlkampfs noch nicht auf eine Koalitionsdebatte einlassen. "Wenn Rot-Grün die Mehrheit hat, machen wir Rot-Grün", sagte Bundestagsfraktionsvize Bärbel Höhn im Morgenmagazin. Da auch die Umfragen für eine Fortsetzung des Bündnisses sprechen, müsse nicht über eine Koalition mit der CDU nachgedacht werden.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kündigte unterdessen an, im Wahlkampf eine verschärfte Auseinandersetzung mit der Piratenpartei führen zu wollen. Die Grünen müssten "genauer hinter die Fassade der Piraten gucken" und kritisch hinterfragen, was sie an politischen Lösungen für das hoch verschuldete Land anzubieten haben, sagte Roth der Tageszeitung Die Welt. Die Piraten gelten als direkte Konkurrenz der Grünen.