Auch gut zu wissen

Alle Parteien waren sich einig: Großbritannien sollte in der EU bleiben. Der drohende Brexit spielt deshalb kaum eine Rolle in den Wahldebatten, ein "Ansteckungseffekt" ist auch jetzt nicht zu befürchten. Spürbar wird ein EU-Austritt der Briten in Spanien aber durchaus. Ein Sieg der Leave-Bewegung würde in wirtschaftlicher Hinsicht "die schlimmstmögliche Nachricht in vielen Jahren" bedeuten, sagte Regierungschef Rajoy El Pais vor der Abstimmung. Nach dem Austrittsvotum betonte er jedoch, dass Spanien auf die wirtschaftlichen Turbulenzen vorbereitet sei, die der Brexit erzeuge.

Interessant werden könnte es in Sachen Gibraltar. Das britische Überseegebiet findet sich nämlich, wenn der Brexit vollzogen wird, plötzlich jenseits der EU-Außengrenze wieder - und kann nicht zwangsläufig auf ein Entgegenkommen Spaniens zählen. Die konservative Regierung in Madrid hat bereits angekündigt, dann die Grenze dicht zu machen - und nur gegen ein Mitspracherecht wieder zu öffnen. Die Sozialisten zeigen sich hingegen dialogbereit.

Foto: Das Thema Brexit auf den Titelseiten spanischer Zeitungen

Bild: Getty Images 24. Juni 2016, 10:172016-06-24 10:17:36 © SZ.de/odg