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Ingenieure aufgepasst: Parkplätze, Fahrkarten, Strumpfhosen und E-Mail-Blocker - aus geheimen Wünschen der SZ-Redaktion könnten die Innovationen des Jahres 2009 werden.

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Brabbelfisch

Im Irak-Krieg haben die Amerikaner einen Handcomputer für englisch-arabische Simultanübersetzung getestet: Babel-Fish hieß die von der US-Militäragentur Darpa entwickelte Wunderwaffe. Im Sprachenbabel Schlachtfeld half es, riskante Wortgefechte dergestalt zu präzisieren, dass man vorn englisch reinsprechen konnte, und hinten kam Arabisch raus.

Warum gibt es so etwas nicht auch für zivile Hochrisiko-Zonen, Kleinkinderzimmer zum Beispiel? Wer je die Tücken der frühen Sprachentwicklung ausgelotet hat, der weiß, von welch unschätzbarem Wert ein Simultanübersetzer für Babygebrabbel wäre. Das Kind könnte in den Brabbelfisch vorne reinschimpfen: "Ti! Ba!" Und der bislang ratlose Vater erführe endlich, was gemeint ist: "Hol den Tee! Er steht im Badezimmer!" Oder: "Der Tee ist ausgelaufen! Ich habe ihn mit dem Ball umgeschossen!" Das macht immerhin einen gewaltigen Unterschied.

Der Anderthalbjährige, dessen alltäglicher Erforschung diese Beispielaussagen entnommen sind, sagt zu sich selbst "du" statt "ich", weil er meist geduzt wird, und mit "mein" ist ausschließlich sein Bobbycar gemeint, an dem er offenbar das Konzept des Besitzens studiert. "Du! Mein!" heißt: "Würde mir bitte jemand beim Besteigen des Bobbycars behilflich sein!" Zeit für den Brabbelfisch!

Text: phw Foto: AP

30. Dezember 2008, 15:442008-12-30 15:44:00 ©