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Neues Mahnmal zum 13. Februar 1945:"Einfaches Gedenken" nicht möglich

2010 gelang es auch dem Bündnis "Dresden Nazifrei" erfolgreich die angemeldete Demonstration von 5000 angereisten Neonazis zu verhindern. 2011 standen 12.500 Demonstranten aus ganz Deutschland 3000 Rechtsextremen gegenüber und blockierten deren Demonstrationsstrecke. Die Demonstraten bewarfen die Polizei mit Flaschen und Pflastersteinen.

Der Freistaat Sachsen tut sich bis heute schwer mit der Protestform Blockade: Der sächsische Landtag entzog vor kurzem dem Grünen-Politiker Johannes Lichdi die Immunität, weil er wegen seiner Teilnahme an den Protesten 2011 angeklagt werden soll. Mitte Januar verurteilte das Dresdner Amtsgericht einen Mitarbeiter der Linken, Tim H., wegen Körperverletzung, besonders schweren Landfriedensbruchs und Beleidigung zu einer Haftstrafe von fast zwei Jahren ohne Bewährung.

Dennoch: "Die unterschiedlichen Gruppen haben gelernt, sich auszuhalten", sagt Frank Richter. Er betont, dass in der "AG 13. Februar" auch Aktivisten des Bündnisses Nazifrei vertreten sein. "Unser gemeinsamer Feind sind die Rechtsextremisten, deswegen respektieren wir die Menschenkette", sagt Silvio Lange. Rückblickend auf die vergangenen Jahre lässt sich sagen: Der "Feind" wurde vorerst zurückgedrängt.

Ein fragiler Zustand

Obwohl der 13. Februar auf einen Wochentag fällt, haben die Rechtsextremen keine zweite Demonstration für das Wochenende angemeldet und die Polizei erwartet lediglich 1000 Rechtsextreme. Doch Frank Richter warnt: "Dieser Zustand ist fragil." Er könne leicht an parteipolitischen Interessen zerbrechen. Richter mahnt, den erst neu eingesetzten städtischen Ausschuss für Erinnerungskultur seine Arbeit machen zu lassen, anstatt das Gedenken weiter zu politisieren.

Im Fall der Busmannkapelle ist es bereits zu spät: Ein Kuratorium wird sich unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Helma Orosz über die Ausgestaltung des Mahnmals Gedanken machen. "Denkbar wäre zum Beispiel, die Namen in ein Buch einzutragen und unter einer Glasscheibe einzuschreinen", sagt Peter Schumann von der Fördergesellschaft Sophienkirche. Kritikern wie Lang entgegnet er, dass Missbrauch nie verhindert werden könne. "Bei Störungen werden wir von unserem Hausrecht Gebrauch machen."

"Es handelt sich hier ja nicht um ein monumentales Denkmal, sondern einen kleinen Raum", sagt CDU-Stadtratsmitglied Georg Böhme-Korn. Es gehe "einfach darum, der Toten zu gedenken", deren Angehörige hätten ein Recht darauf. Doch in der Diskussion um die Erinnerungskultur Dresdens gab und gibt es anscheinend kein "einfach" - auch nicht für die Angehörigen, wie ein Text des Journalisten und Publizisten Robert Leicht zeigt. Er selbst verlor in der Bombennacht zwei seiner Großeltern und weitere Mitglieder seiner Familie. Am 13. Februar 2005 besuchte er Dresden und schilderte für die Zeit seine Eindrücke. Der letzte Satz des Artikels lautet: "Wer also der Toten gedenkt, muss also auch der Taten gedenken, die ihrem Tod vorausgingen."

© Süddeutsche.de/beitz/rus

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