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Neues Kabinett:Hannelore Kraft und das Rührstück am Rhein

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bildet ihr Kabinett um

Hannelore Kraft (Zweite von rechts) und ihre Neuen: Europa- und Medienminister Franz-Josef Lersch-Mense, Familienministerin Christina Kampmann, Arbeitsminister Rainer Schmeltzer (von links).

(Foto: dpa)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin besetzt drei Posten in ihrem Kabinett neu. Dabei kommen der Sozialdemokratin schon mal die Tränen.

Von Bernd Dörries, Düsseldorf

Im politischen Raum in Deutschland ist die elfte Etage der Düsseldorfer Staatskanzlei sicher eine der schönsten, man schaut hinunter auf den Rhein, wie er sich durch das Land schlängelt. Am Montag war dieser Raum noch etwas schöner, der Tisch am Kopfende weiß eingedeckt, Blumen wurden aufgestellt - es galt, der Lebensleistung dreier Minister zu gedenken, die nun aus dem Kabinett der nordrhein-westfälischen Landesregierung ausscheiden.

Dass die alten und neuen Minister den schönen Raum durch eine Tür mit der Aufschrift "WC" betraten, war vom Protokoll offenbar übersehen worden, zumindest aber steckte keine versteckte Botschaft dahinter.

Über eine Kabinettsumbildung war in Düsseldorf seit Jahren spekuliert worden, weil es zum politischen Geschäft gehört, über Kabinettsumbildungen zu spekulieren. Aber auch, weil manche der nun ausgewechselten Minister unter den Möglichkeiten blieben. Hannelore Kraft hat diese Mutmaßungen bis vor wenigen Wochen zurückgewiesen und wahlweise als "Quatsch" oder völligen Unsinn bezeichnet.

"Versetzen Sie sich mal in meine Lage"

Dann aber muss Wunderliches passiert sein. "Versetzen Sie sich mal in meine Lage", sagt Hannelore Kraft, alle drei nun in den Ruhestand verabschiedeten Minister seien aus freien Stücken zu ihr gekommen, mit der Bitte, sie von ihren Aufgaben zu entbinden, innerhalb von nur wenigen Wochen.

"Mir sind die Tränen gekommen", sagt Hannelore Kraft. Es ist auch ein ganz großes Rührstück, das da zum Abschied von Familienministerin Ute Schäfer, Europaministerin Angelica Schwall-Düren und Arbeitsminister Guntram Schneider aufgeführt wird.

An der zeitlichen Häufung der Rücktrittsgesuche gibt es in Düsseldorf durchaus Zweifel, zumal sich die von Kraft angegebenen Abläufe auch ein wenig widersprechen: Einerseits sollen die Minister in den vergangenen Wochen zur ihr gekommen sein. Andererseits habe es laut ihrer eigenen Aussage auch Überlegungen gegeben, die Kabinettsumbildung in der Sommerpause zu verkünden - was schon mehr als ein paar Wochen her ist.

Minister Guntram Schneider erzählte auch ganz offen, dass er es "nur am Knie" habe, ansonsten aber sei er gesund und auch "nicht amtsmüde". Letztlich, so Schneider, solle im Kabinett "eine Verjüngung stattfinden".

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