Neue Vorwürfe gegen Paul Manafort Trumps Ex-Wahlkampfmanager soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen

Im Fokus von US-Sonderermittler Mueller: Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort.

(Foto: REUTERS)
  • Die US-Justiz wirft Manafort unter anderem vor, illegal in den USA für eine ukrainische Partei Lobbyarbeit betrieben zu haben, die sich für eine Annäherung an Russland einsetzte.
  • Als er sich bereits unter Hausarrest befand, soll er darauf hingewirkt haben, dass Zeugen zu seinen Gunsten aussagen.
  • In einer WhatsApp-Nachricht machte er demzufolge klar, was von ihm bezahlte Lobbyisten sagen sollten, wenn sie von den Behörden befragt werden sollten.

US-Sonderermittler Robert Mueller wirft dem früheren Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump nun auch versuchte Zeugenbeeinflussung vor. Paul Manafort und eine Person aus dessen Umfeld sollen demnach "wiederholt" zwei Zeugen kontaktiert haben, um diese dazu zu bringen, ihre Aussagen zu ändern. Manafort ist bereits im Fokus der US-Justiz - ihm werden unerlaubte Lobbyarbeit, Steuervergehen und Geldwäsche vorgeworfen. Er soll ein geheimes Netzwerk unterhalten haben, um in den USA die Interessen einer ukrainischen, pro-russischen Partei zu fördern.

Lobbyisten müssen sich in den USA als solche registrieren. Manaforts Verteidiger argumentieren, ihr Mandant habe zwar Lobbyarbeit für die Ukrainer koordiniert - allerdings in Europa. Mueller untersucht eigentlich, ob Moskau versucht hat, Einfluss auf die vergangene US-Wahl zu nehmen, und welche Rolle Trumps Wahlkampfteam in diesem Zusammenhang gespielt haben könnte.

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In den vor Gericht eingereichten Unterlagen wurden keine Namen genannt. Bei den erwähnten Zeugen soll es sich der Staatsanwaltschaft zufolge aber um Mitarbeiter einer PR-Agentur handeln, die Manafort halfen, die sogenannte Hapsburg Group zu organisieren: eine Gruppe früherer EU-Vertreter, die ohne Anmeldung in den USA Lobbyarbeit betrieben. Die Gruppe soll sich dabei für die pro-russischen Positionen der damaligen ukrainischen Regierung eingesetzt haben. Muellers Ermittlern zufolge soll die Kontaktaufnahme mit den Zeugen erfolgt sein, während Manafort bereits unter Hausarrest stand. Demnach versuchte er die Zeugen per Telefon, SMS und später über verschlüsselte Botschaften zu erreichen.

"Wir müssen reden"

Der New York Times zufolge schrieb Manafort einem der Mitarbeiter der PR-Firma im Februar eine WhatsApp-Nachricht mit den Worten: "Wir müssen reden." Er habe den Ermittler gesagt, dass sie - gemeint sind offenbar die Lobbyisten der Hapsburg Group - in Europa gearbeitet hätten. Den Gerichtsunterlagen zufolge versuchte Manafort darauf hinzuwirken, dass die europäischen Lobbyisten seine Linie mittragen, sollten sie befragt werden. Einer der Mitarbeiter der PR-Firma sagte dem FBI, er sei angewiesen worden, den Europäern Folgendes mitzuteilen: "Sie sollten sagen, dass ihre Lobby- und PR-Arbeit ausschließlich in Europa stattfand."

Als die Mitarbeiter der PR-Agentur nicht auf seine Kontaktversuche reagierten, soll er versucht haben, sie über einen Mittelsmann zu erreichen. Manafort habe Zeugenaussagen beinflussen und Beweise verheimlichen wollen, heißt es in dem Gerichtsdokument.

Sonderermittler Mueller hat den zuständigen Richter im Lichte der jüngsten Erkenntnisse gebeten, Manafort vor seinem Prozess wieder in Haft nehmen. Manafort, der zwischenzeitlich auf Kaution entlassen worden war, bestreitet sämtliche Vorwürfe. Auch seinem Ex-Chef, US-Präsident Donald Trump, sind die Untersuchungen des Sonderermittlers ein Dorn im Auge - er bezeichnet sie als "Hexenjagd".

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