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Neue Videobotschaft:Deutscher Islamist warnt vor Anschlägen

Anschläge ja, aber nicht von ihm: In einem neuen Video meldet sich der gesuchte deutsche Islamist Erik Breininger zu Wort - angeblich aus Afghanistan.

Der von den Sicherheitsbehörden per Öffentlichkeitsfahndung gesuchte deutsche Islamist Eric Breininger hat in einem Internetvideo bestritten, einen Anschlag in der Bundesrepublik zu planen. "Ich befinde mich in Afghanistan und plane persönlich keinen Anschlag in der Bundesrepublik Deutschland", sagte Breininger in einer Videobotschaft.

Das BKA hatte eine öffentliche Fahndung nach dem mutmaßlichen Terroristen Erik Breininger eingeleitet. Der meldet sich nun angeblich aus Afghanistan zu Wort.

(Foto: Foto: Getty Images)

Allerdings habe Deutschland "mit Anschlägen zu rechnen". Die Videobotschaft entdeckte das Washingtoner SITE-Institut im Internet. Das Institut ist auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisiert. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes bestätigte die Existenz des Videos.

Die Gefahr komme "von den Deutschen selber, die ihre Soldaten in Afghanistan und Usbekistan stationieren", sagte Breininger, der unter dem islamischen Namen Abdul Gaffar el Almani auftritt. Zöge die Bundeswehr ab, würde sich das Risiko verringern. Es werde so lange gekämpft, bis wieder die Gesetze Allahs herrschten.

"Das deutsche Volk muss sich an seine eigene Regierung wenden, wenn sie in Deutschland von Angriffen von Muslimen verschont bleiben wollen", sagte er in dem sechsminütigen Video. Es sei von der "Politik verblendet".

Weiter sagte er: "Wir werden also so lange Krieg gegen diese Besatzungsmächte führen, bis unsere Länder wieder zurückerobert sind und es wieder nach den Gesetzen Allahs geherrscht wird."

Breininger nimmt auch Bezug auf die Festnahme zweier Terrorverdächtiger vor knapp vier Wochen am Kölner Flughafen. Sie wurden jedoch wieder freigelassen, weil die Indizien nicht stark genug waren. Demnach kann das Video nicht älter als vier Wochen sein. Breininger betonte, er sei nicht auf dem Balkan, wie es in deutschen Medien zeitweise geheißen hatte, sondern in Afghanistan.

Das Video wurde am Dienstag ursprünglich von der Islamischen Dschihad-Union auf deren Website veröffentlicht, berichtete SITE. Bereits aus einem früheren Video Breiningers war hervorgegangen, dass er sich dieser Terrororganisation angeschlossen hat.

Zuletzt wurde vermutet, der junge Mann sei mit seinem Begleiter Houssain Al Malla auf dem Weg nach Deutschland. Das Bundeskriminalamt startete deswegen eine öffentliche Fahndung. Die eigens eingerichtete Sonderkommission "Reise" wurde nach Medienberichten jedoch aufgelöst. Demnach soll sich Breininger nach wie vor im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufhalten.

Eine BKA-Sprecherin bestätigte am Dienstag die Existenz des Videos. Es werde derzeit ausgewertet. Zu den Inhalten konnte sie deshalb nichts sagen.

Die Islamische Dschihad-Union ist bereits in zwei anderen Fällen mit Bezug zu Deutschland in Erscheinung getreten: Im März sprengte sich der aus Bayern stammende Cüneyt C. im Namen der Organisation in Afghanistan in die Luft. Die drei im vergangenen Jahr im Sauerland verhafteten Bombenbauer sollen ebenfalls von der Islamischen Dschihad-Union angeleitet worden sein.

© AFP/hai
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