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Neue Grenzpolitik:"Erschießt uns, wir werden niemals zurückkehren"

Mazedonien

Mazedonien hat nicht nur seine Grenzkontrollen verschärft, sondern parallel mit dem Bau eines Zauns begonnen. Die Regierung sagt, die Stacheldrahtbarriere solle das Land nicht abschotten, sondern die Einreise kontrollierbarer machen. Man reagiere mit der rigiden Abschottungspolitik lediglich auf Absprachen zwischen Kroatien und Slowenien, über die Skopje vergangenen Mittwoch in Kenntnis gesetzt worden sei. Mazedonien könne auch nur diejenigen ins Land lassen, die auch wieder ausreisen könnten; schließlich sei man Transitland.

Im August hatte Mazedonien Flüchtlinge mit Tränengas und Blendgranaten beschossen und kurzfristig seine Grenze geschlossen. Die Menschen, die nun täglich von Mazedonien abgewiesen werden, stranden in einem Lager, das nicht für Übernachtungen oder längere Aufenthalte gedacht ist. Die neue Grenzpolitik entlang der Balkanroute führt dazu, dass sich immer mehr Menschen für die riskante Flucht durch Bulgarien entscheiden. Die Menschenrechtsgruppe Belgrad Human Rights Center warnt vor Übergriffen durch die Polizei und berichtet, dass Flüchtlinge in Bulgarien häufig überfallen würden.

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Griechenland

Idomeni, ein Grenzdorf. Mazedonien ist nur ein paar Schritte entfernt. In Griechenland will niemand bleiben, in Mazedonien auch nicht. Aber die Polizei sagt Nein, jedenfalls, wenn man aus dem falschen Land kommt. Weiter nach Nordeuropa dürfen im Moment nur noch Iraker, Syrer und Afghanen. Das sind - offiziellen Zahlen zufolge - zwar fast 90 Prozent der Flüchtlinge, die in Griechenland ankommen. Aber durchschnittlich jedem Zehnten bleibt damit die Weiterreise verwehrt.

Es gehe darum, den "Flüchtlingsstrom in geordnete Bahnen" zu lenken, heißt es. "Erschießt uns, wir werden niemals zurückkehren", haben sich gestrandete Menschen aus Bangladesch in roter Farbe auf ihre Brust gemalt. Andere Migranten, berichten Hilfsorganisationen, hätten sich aus Protest ihre Münder zugenäht. Am Wochenende hieß es, 1000 Personen steckten derzeit an der Grenze zu Mazedonien fest. Einige hätten sich auf den Weg zurück nach Athen oder Thessaloniki gemacht, um einen neuen Anlauf zu nehmen über eine andere Route. Über Albanien vielleicht, oder Italien. Gleichwohl: Der Rückstau verschärft die Lage in Griechenland: Immer noch kommen täglich 4500 Flüchtlinge im Land an.

Brüssel

Die EU-Kommission kommentierte die Entscheidung der Balkanländer bisher nicht. Sie verwies lediglich auf eine Video-Konferenz, bei der die Ansprechpartner in den jeweiligen Ländern am vergangenen Donnerstag Informationen ausgetauscht hätten. Man konzentriere sich darauf, den Dialog zwischen den Staaten auf der Westbalkanroute zu erleichtern, ob sie EU-Mitglied seien oder nicht, sagte eine Sprecherin. Am wichtigsten sei es nun, die humanitäre Lage der Flüchtlinge zu verbessern und einen Weg zu finden, damit sie nicht auf der Straße stünden.

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