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Neue Friedensgespräche in Nahost:Kerry ist am richtigen Ort

US-Außenminister John Kerry in Amman

(Foto: AFP)

Seit 40 Jahren versuchen Staatsmänner, den Nahost-Konflikt zu lösen - bislang ohne Erfolg. Dass US-Außenminister Kerry die Verhandlungspartner jetzt wieder zusammenbringt, ist sehr begrüßenswert. Die Voraussetzungen für erfolgreiche Gespräche sind aber aus vielerlei Gründen schlecht.

Ein Kommentar von Paul-Anton Krüger

Es wäre eine Ironie der Geschichte, sollte es den USA tatsächlich gelingen, in der momentanen Situation einen dauerhaften Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zu vermitteln. Seit 40 Jahren versuchen sich Staatsmänner daran, diesen grundlegendsten aller Konflikte im Nahen Osten zu lösen - bislang ohne einen wirklichen Erfolg, von dem man nur bei einer abschließenden Einigung über eine Zweistaatenlösung sprechen könnte.

Die Vorzeichen sind denkbar schlecht. Israels Nachbarschaft ist in Aufruhr. Ägypten wankt nach dem Militärputsch, und niemand vermag zu sagen, ob am Ende eine Demokratie oder ein Bürgerkrieg stehen wird. Auf dem Sinai herrscht stellenweise Anarchie. Syrien ist in Zerfall begriffen und zum Tummelplatz radikaler Dschihadisten geworden. Libanon und Jordanien sind dadurch ebenfalls extrem instabil.

US-Außenminister John Kerry hat sich zuletzt oft anhören müssen, an diesen Krisenherden auffällig wenig präsent zu sein und seine Energie auf Israel und die Palästinenser zu verschwenden. Er könnte am Ende recht behalten. Die Unruhe in der Nachbarschaft, so sein Kalkül, werde die Regierung in Jerusalem dazu bewegen, mit den Palästinensern zumindest zu reden. Der Weg zu einem Friedensabkommen ist noch sehr weit. Ein begrüßenswerter Fortschritt wären die neuen Verhandlungen aber auf jeden Fall.

© SZ vom 20.07.2013/jasch

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