Mafia in Italien:Mehr als eine düstere Räuberhöhle

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Mafia in Italien: Razzia im Eiscafé: Polizisten in einem Lokal in Duisburg 2018, das im Verdacht stand, Geldwäsche für 'Ndrangheta zu betreiben.

Razzia im Eiscafé: Polizisten in einem Lokal in Duisburg 2018, das im Verdacht stand, Geldwäsche für 'Ndrangheta zu betreiben.

(Foto: Christoph Reichwein/dpa)

Die niederländische Journalistin Sanne de Boer analysiert das Milliardengeschäft der 'Ndrangheta und mahnt, das Gebaren der kalabrischen Mafia nicht als exotisch-folkloristisches Phänomen misszuverstehen.

Von Stefan Ulrich

Die kalabrische Mafia, 'Ndrangheta genannt, gilt als mächtigste Verbrecherorganisation Europas mit Niederlassungen auf allen Kontinenten der Erde. Ihre Geschäftsfelder reichen vom Kokainhandel über Wucher bis zur Bauspekulation, ihr Jahresumsatz wird auf mehr als 50 Milliarden Euro beziffert, konservativ geschätzt. Italienische Ermittler warnen, die Clans seien dabei, die legale Wirtschaft und sogar die Politik in Deutschland und anderen Industrieländern zu unterwandern. Zugleich umweht die 'Ndrangheta etwas Archaisches, Geheimnisvolles. Ihr Kraftzentrum liegt an der Spitze des italienischen Stiefels, in einer der ärmsten Regionen Europas. Hier vollzieht sie ihre Aufnahmeriten mit Blut, Feuer und Heiligenbildchen. Hier residieren ihre mächtigsten Familien in tristen Dörfern wie San Luca oder Platì.

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