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Russland:Ärzte bangen um Nawalnys Leben

Alexej Nawalny

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny soll sich in akuter Lebensgefahr befinden.

(Foto: DIMITAR DILKOFF/AFP)

Der russische Oppositionelle ist in einem Straflager im Hungerstreik. Ärzten und Unterstützern zufolge soll sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert haben.

Der gesundheitliche Zustand des inhaftierten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny hat sich seinen Unterstützern zufolge nach zweieinhalb Wochen Hungerstreik dramatisch verschlechtert. "Alexej stirbt", schrieb seine Sprecherin Kira Jarmisch auf Facebook. Angesichts seines Zustands sei dies nur eine Frage von Tagen.

Nawalnys persönliche Ärztin postete auf Twitter eine Auflistung der Blutwerte des Kreml-Kritikers. Diese zeigten, dass dessen Kaliumwerte kritisch seien. Nawalny drohe ein Nierenversagen, was "jederzeit zu schweren Herzrhythmusproblemen führen" könne, einschließlich der Möglichkeit eines Herzversagens. Auch Nawalnys Kardiologe Jaroslaw Aschichmin warnte auf Facebook: "Unser Patient kann jede Minute sterben." Er müsse auf eine Intensivstation verlegt werden.

Die Grünen forderten die Bundesregierung und die EU auf, sich beim russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Verlegung Nawalnys in die EU einzusetzen. "Nawalny ist in unmittelbarer Lebensgefahr", sagte der Grünen-Europapaabgeordnete Sergey Lagodinsky am Samstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Lage ist nach Erkenntnissen seines Umfeld dermaßen ernst, dass er ohne ärztliche Betreuung bald sterben könnte", sagte auch der deutsche Politiker, der selbst aus Russland stammt. "Meines Erachtens müssen wir gegenüber dem Kreml auf einen sofortigen Transport Nawalnys in die EU bestehen."

Prominente fordern medizinische Versorgung für Nawalny

Zuvor hatten mehr als 70 Prominente aus aller Welt in einem offenen Brief an Präsident Putin, der in mehreren europäischen Tageszeitungen gedruckt wurde, eine medizinische Behandlung für Nawalny gefordert. Er hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war in Berlin behandelt worden. Nach seiner Rückkehr nach Russland wurde er im Februar zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Seit dem 11. März befindet er sich in einem berüchtigten Straflager etwa 100 Kilometer von Moskau entfernt. Seit dem 31. März ist er im Hungerstreik. Der 44-Jährige klagte zuletzt selbst über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten.

© SZ/dpa/Blo/gal/lala
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