Naturschutz:Wenn ein Fluss vor Gericht gewinnt

Naturschutz: Am Anfang dieser erstaunlichen Entwicklung stand 2016 ein Urteil aus Kolumbien. In der Region Chocó waren indigene und afrokolumbianische Gemeinden zur Rettung des Atrato vor Gericht gezogen. Die Kinder freut's.

Am Anfang dieser erstaunlichen Entwicklung stand 2016 ein Urteil aus Kolumbien. In der Region Chocó waren indigene und afrokolumbianische Gemeinden zur Rettung des Atrato vor Gericht gezogen. Die Kinder freut's.

(Foto: Raul Arboleda/AFP)

In vielen Ländern werden der Natur eigene Rechte zuerkannt. Dass europäische Gerichte andere Wege gehen, sagt viel über deren Blick auf die Welt aus. Warum es sich lohnen kann, diese Idee auch hier ernst zu nehmen.

Von Wolfgang Janisch, Karlsruhe

Vor einem europäischen Gericht hätten sie mit einer knappen, humorlosen Abfuhr rechnen müssen. Vor drei Jahren formulierten Vertreter indigener Gemeinden in Guatemala eine gerichtliche Klage gegen die Zerstörung ihrer Flüsse und Seen durch Bergbaugesetze und Agrarindustrie. Sie hätten eine spirituelle und kulturelle Beziehung zum Wasser, argumentierten sie, das Wasser sei für sie ein lebendes Wesen. Es werde durch "Imox" repräsentiert, den Schutzgeist der Flüsse und Seen, des Meeres und des Regens. Als ihre Ahnen "mit den Bergen sprachen", so schrieben sie weiter, "da sprachen sie auch mit dem Wasser".

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