Nato-Gipfel:Frankreich und Türkei wagen Neuanfang

Frankreichs Präsident Hollande und der türkische Staatschef Gül wollen nach Jahren der Krise die Beziehung zwischen ihren Ländern erneuern.

Nach jahrelanger Krise haben die Präsidenten der Türkei und Frankreichs einen Neuanfang in den Beziehungen ihrer Ländern vereinbart. Der neue französische Staatschef François Hollande habe zugesagt, das Verhältnis zwischen beiden Ländern werde "neu errichtet", sagte der türkische Präsident Abdullah Gül der Zeitung Hürriyet. Das Blatt Sabah meldete, Hollande wolle seine Regierung anweisen, "eine neue Seite" in den Beziehungen aufzuschlagen.

Gül hatte sich am Rande des Nato-Gipfels in Chicago mit Hollande getroffen. Der heftige Widerstand von Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy gegen einen EU-Beitritt der Türkei hatte die Beziehungen zwischen beiden Ländern stark belastet. In seiner halbstündigen Begegnung mit Gül bekannte sich Hollande laut Hürriyet zur Annäherung der Türkei an die EU. Hollande habe zudem die Modell-Funktion der muslimischen, aber säkulär verfassten Türkei für viele Länder im Nahen Osten und in Afrika betont. Gül zeigte sich demnach zufrieden mit dem Gespräch.

Ob und wann der neue Präsident die von Sarkozy verfügte Blockade von fünf Bereichen der türkischen EU-Beitrittsgespräche aufheben will, blieb unklar. Der Streit um den türkischen Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg, ein weiteres Reizthema in den Beziehungen, wurde in dem Treffen ausgeklammert.

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