Nationalsozialismus:Wie Hitler an die Macht kam

Am 30. Januar 1933 Jahren ist Adolf Hitler zum Reichskanzler berufen worden. Aufnahmen dokumentieren den Beginn der nationalsozialistischen Tyrannei, die in Krieg und Völkermord endete.

Aus dem Archiv von SZ Photo.

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1933 Jahren ist Adolf Hitler zum Reichskanzler berufen worden. SZ.de dokumentiert die Zeitenwende mit Aufnahmen aus dem Archiv von SZ Photo. Jahrelang haben Adolf Hitler und seine Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) auf die Machtübernahme im Reich hingearbeitet. Nachdem der Putschversuch der Rechtsextremen 1923 in München kläglich scheiterte, forcierten der Österreicher und seine Helfer den Weg über eine demokratische Legitimierung. Dazu suchte und fand Hitler die Unterstützung von Industriellen und anderen mächtigen Kreisen. Vor allem aber setzte sich Hitler lautstark in Szene, hetzte gegen Juden, Linke, Liberale und das Ausland. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise erzeugten in Deutschland Unmut über die fragile Weimarer Republik, den Hitler gekonnt nutzte. Im Bild: Hitler im Jahre 1930 bei einer Kundgebung im Berliner Sportpalast.

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1932 schien der Stern der NSDAP zu sinken. Interne Flügelkämpfe schwächten Hitlers Partei. Erreichten die Nazis bei der ersten Reichstagswahl des Jahres noch 37,3 Prozent, stimmten bei der Neuwahl nur noch 33 Prozent für Hitler. Mehrere Präsidialkabinette ohne parlamentarische Mehrheit wechselten in kurzer Folge. Anfang 1933 glaubten Nationalkonservative sich Hitler zunutze machen zu können, indem sie ihn in die Regierung holten - und gleichzeitig instrumentalisieren und kleinhalten wollten. Den Januar über verhandelten sie im Geheimen mit dem Ober-Nazi - und sprachen dann beim greisen, ebenfalls im vordemokratischen Denken verwurzelten Reichspräsidenten Paul von Hindenburg vor. Im Bild: Reichspräsident Hindenburg 1930 in der Uniform der Kaiserlichen Armee samt Pickelhaube.

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Am 30. Januar 1933 war es soweit: Hindenburg ernannte Hitler zum Reichskanzler. Die Machtergreifung der bekennenden Demokratiefeinde war vollbracht. Im Bild: Berliner jubeln Hitler nach seiner Ernennung während der Fahrt durch die Wilhelmstraße zu.

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Die Nationalkonservativen waren im Kabinett Hitler deutlich in der Überzahl, neben dem Kanzler stellten die Nazis mit Innenminister Wilhelm Frick und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich. Doch schon wenige Monate später sollte Hitler seine Steigbügelhalter aus der Regierung gedrängt haben. Im Bild: Das Kabinett Hitler nach der Regierungsbildung, v.li.: Hermann Göring, Adolf Hitler, Franz von Papen; Stehend v.li.: Franz Seldte, Hans Heinrich Lammers, Dr. Gerike, Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, Wilhelm Frick, Werner von Blomberg und Alfred Hugenberg.

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Am Abend des 30. Januar 1933 trat Hitler als neuer Regierungschef an ein Fenster der Reichskanzlei und ließ sich von den Berlinern feiern.

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Durch die Berliner Innenstadt zogen die Männer von Hitlers Schlägertruppe SA mit Fackeln und zelebrierten den Beginn von Hitlers Schreckensherrschaft. Im Bild: Blick auf den Fackelzug zur Machtergreifung der Nationalsozialisten durch die Wilhelmstraße in Berlin, hier am Wilhelm-Platz.

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(Foto: Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo)

Zunächst gab sich Hitler gemäßigt und als Friedenspolitiker. Im Hintergrund ließ er den Staat gleichschalten. Im Bild: Hitler bei seiner ersten Rundfunkansprache an das Deutsche Volk als Reichskanzler am 1. Februar 1933 nach der Machtergreifung.

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Die Machtergreifung Hitlers wurde von breiten Teilen der Bevölkerung begrüßt. Überall im Reich gab es entsprechende Kundgebungen. Im Bild: Menschenmenge auf dem Marienplatz in München am frühen Abend des 9. März 1933, als auf dem Rathausturm die Hakenkreuzfahne als Symobol der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gehisst wurde.

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Geschickt banden die Nazis die alten kaiserlichen Eliten und andere wichtigen Kreise an sich. Während die Nazis vor der Machtergreifung oft genug gegen die Macht der Kirchen gewettert hatten und stattdessen mitunter einen vorchristlichen Germanan-Kult vertraten, fraßen sie zunächst Kreide. Im Bild: Nazi-Größen beim Verlassen des Berliner Doms, wo am 20. April 1933 ein Festgottesdienst anlässlich Hitlers Geburtstag abgehalten worden war. An der Spitze in der Mitte Reichsminister Joseph Goebbels (in Zivil), rechts neben ihm SA-Gruppenführer und Kaiser-Sohn Prinz August Wilhelm von Preußen, kurz Auwi genannt, links SA-Gruppenführer Karl Ernst.

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Auch die katholische Kirche, die sich bis zur Machtergreifung gegen die Nazis gestemmt hatte, erkannte die Hitler-Bewegung an. Der Vatikan verhalf mit dem Reichskonkordat dem neuen Regime zum ersten außenpolitischen Coup - und damit zu Renomée in der Welt. Im Bild: Im Amtsblatt für die Erzdiözese Freiburg gab die Erzdiözese den grundsätzlichen Widerstand gegen die NSDAP auf und forderte die Gläubigen auf, die rechtmäßige weltliche Regierung anzuerkennen.

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Hitler kamen die verbesserten Wirtschaftsbedingungen nach der Großen Depression zupass. Sein Nimbus, er habe die vielen Arbeitslosen wieder in Arbeit gebracht und Autobahnen gebaut, beruht auf dem Wirken der demokratischen Vorgängerregierungen: Sie erreichten einen Schuldenerlass für Deutschland, die Pläne für den Autobahnbau lagen längst in der Schublade. Im Bild: Hitler inmitten von SS-Männern beim ersten Spatenstich für die Reichsautobahn Main-Neckar in Frankfurt am Main.

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Verzweifelt versuchte die demokratische Opposition - allen voran die Sozialdemokraten - in den Wochen nach der Machtergreifung das Blatt zu wenden. Durch von Hitler initiierte und von Hindenburg abgezeichnete Notverordnungen wurden mehr und mehr bürgerliche Freiheiten eingeschränkt. Im März fanden die letzten freien Reichstagssitzungen statt, bei der sich allein die SPD gegen das Ermächtigungsgesetz - die Selbstkastration des Parlaments - verweigerte. Kommunistische Abgeordnete waren längst ausgeschlossen. Die übrigen demokratischen Mandatsträger, darunter auch der spätere Bundespräsident Theodor Heuß, stimmten zu. Im Bild: Eine Menschenmenge beim Protest im Februar 1933 gegen die Regierungsbeteiligung der Nationalsozialisten. Auf dem Transparent der Slogan "Berlin bleibt rot!".

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Nach und nach begann das Regime den Staat umzukrempeln und politische Gegner auszuschalten. Manche ließ Hitler durch Mordkommandos umbringen, andere gingen ins Exil oder wurden in eine neue Form von Gefängnis gesteckt: Konzentrationslager. Im Bild: Appell im KZ Oranienburg bei Berlin im Jahre 1933.

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Wie in ihrem Parteiprogramm, in unzähligen Reden und Hetzartikeln angekündigt, gingen die Nationalsozialisten sofort gegen die jüdischen Deutschen vor. Es kam zu Verhaftungen und Übergriffen, bald folgten Entrechtung, Enteignung, schließlich Massenmord. Im Bild: SA-Mann im April 1933 mit einem Schild, das zum Boykott jüdischer Geschäfte in Berlin aufrief.

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Im Ausland formierte sich mancherorts Protest gegen die neuen Machthaber in Deutschland. Allerdings blieb er wirkungslos. Die Nazis mühten sich, als friedensliebende Bewegung wahrgenommen zu werden. Höhepunkt der Täuschung waren die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen. Wenige Jahre später zeigte Hitler der Welt, was er intern schon kurz nach der Machtergreifung erklärte: Seinen festen Willen, Krieg zu führen. Im Bild: Eine Protestveranstaltung gegen die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Madison Square Garden in New York 1933.

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Innerhalb weniger Monate hatte Hitler nach seinem Amtsantritt jeden Widerstand im Reich gebrochen und eine funktionierende Diktatur implementiert. Nun arbeitete er mit Hochdruck auf seinen Traum hin, Deutschland zu einer Weltmacht zu führen. Dies wollte er mittels eines brutalen Vernichtungskriegs durchsetzen. Im Bild: Reichskanzler Adolf Hitler bei seiner Rede zu Berliner SA-Mitgliedern im Sportpalast im Frühjahr 1933. Hinter ihm ist SA-Stabschef Ernst Röhm zu sehen, sein Weggefährte und Rivale. Ein Jahr später ließ Hitler ihn erschießen.

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