Seit 1933 warben die Nationalsozialisten mit der Losung „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ für nationale Geschlossenheit und ihr Ideal der „Volksgemeinschaft“. Der Historiker Dietmar Süß, seit 2013 Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg, hat sich ausführlich mit der Gesellschaft im NS-Reich befasst. Im Interview erzählt er davon, wie der schöne Schein der „Volksgemeinschaft“ die Massen anzog, und zwar nicht nur NSDAP-Mitglieder. Und er erklärt, warum man es sich zu einfach macht, bei Parteieintritten nach 1933 von Opportunismus zu sprechen.
NSDAP-Mitgliederkartei„Der Nationalsozialismus versprach vielen vieles“
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Nach dem Anschluss Österreichs jubeln begeisterte Jungmädel des BDM (Bund Deutscher Mädel) mit Fähnchen Adolf Hitler auf seiner Fahrt durch Berlin vom Flughafen zur Reichskanzlei zu.
Collage: Felix Hunger; picture alliance / SZ PhotoNach Kriegsende behaupteten viele Deutsche, nicht bei den Nazis mitgemacht zu haben. Doch die NSDAP durchdrang mit ihren angeschlossenen Organisationen alle Bereiche des Zusammenlebens, sagt der Historiker Dietmar Süß.
Interview von Robert Probst und Joachim Käppner
