Kenia Mindestens 14 Tote bei Anschlag auf Hotelkomplex in Nairobi

  • Die islamistische Shebab-Miliz hat den Angriff auf einen Hotel- und Bürokomplex in Nairobi für sich reklamiert.
  • Es gibt mindestens 14 Tote.
  • Kenias Präsident Uhuru Kenyatta sagte am Mittwoch, alle Terroristen seien "neutralisiert" worden.

Mutmaßliche Extremisten haben in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ein Luxushotel angegriffen und dort zahlreiche Menschen niedergeschossen. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta sprach von 14 "unschuldigen" Todesopfern. Am Dienstag war in übereinstimmenden Berichten noch von mindestens 15 Toten die Rede. Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz reklamierte den Angriff für sich.

Kenyatta sagte am Mittwochmorgen, alle Terroristen seien "neutralisiert" worden. In der Nacht zum Mittwoch waren Berichten zufolge erneut Schüsse und auch eine oder mehrere Explosionen zu hören. Dabei hatte das kenianische Innenministerium zuvor gemeldet, für die Öffentlichkeit bestehe keine Gefahr mehr, alle Gebäude und die Gegend rund um das Hotel seien gesichert. Innenminister Fred Matiang'i erklärte noch am Abend: "Ich möchte bekräftigen, dass die Lage unter Kontrolle und das Land sicher ist."

Am Dienstag hatten stundenlang Explosionen und Schüsse durch den Gebäudekomplex gehallt, zu dem neben dem Hotel DusitD2 auch Bars, Restaurants, Banken und Büros gehören. Polizeichef Joseph Boinnet sagte, die Attacke habe mit einer Explosion vor der Bank begonnen, ein Selbstmordattentäter habe sich in der Hotellobby in die Luft gesprengt. In der Lobby seien mehrere Gäste schwer verletzt worden.

Der kenianische Fernsehsender Citizen TV zeigte Bilder einer Überwachungskamera, auf denen vier Angreifer zu sehen waren, die in das Hotel stürmen. Schwarzer Rauch stieg über dem Hotel auf. Die Polizei schickte Beamte der Anti-Terror-Einheit und ein Sprengstoffräumkommando zum Tatort. Rund um Autos wurde großräumig abgesperrt, aus Angst, sie könnten Sprengstoff enthalten. Ein Auto wurde kontrolliert gesprengt.

"Es ist furchtbar. Was ich gesehen habe ist furchtbar"

Eine Augenzeugin berichtete, die Angreifer hätten Gäste in einem Café regelrecht niedergemäht. "Es ist furchtbar. Was ich gesehen habe ist furchtbar", sagte ein Mann, der angab, von dem Tatort weggelaufen zu sein. "Ich hatte mich versteckt. Meine Kollegen rannten überall hin", sagte ein anderer Mann.

Der aktuelle Anschlag fällt auf den Jahrestag eines anderen schweren Angriffs der Islamistengruppe. Vor exakt drei Jahren hatte al-Shabaab eine kenianische Militärbasis im somalischen El-Adde angegriffen. Damals waren 140 kenianische Soldaten getötet worden. Kenia entsendete sein Militär im Jahr 2011 nach Somalia, um dort gegen die mit al-Qaida verbündete Gruppe al-Shabaab vorzugehen. Seitdem verüben die Islamisten immer wieder Anschläge in Kenia.

Somalia Einmal Terror und zurück

Somalia

Einmal Terror und zurück

In einem Camp in Somalia erhalten ausgestiegene Islamisten Hilfe. Ein Treffen mit einer früheren Killerin.   Von Tobias Zick