Krieg zwischen Israel und IranAlle Blicke richten sich auf Trump

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Rauch über Teheran nach dem israelischen Beschuss des staatlichen Fernsehsenders.
Rauch über Teheran nach dem israelischen Beschuss des staatlichen Fernsehsenders. Majid Asgaripour/REUTERS

Das Verhalten der USA gilt als entscheidend für den Fortgang des Kriegs zwischen Israel und Iran. Der US Präsident fordert ein „echtes Ende“ des Teheraner Atomprogramms.

Von Kristiana Ludwig, Tel Aviv

Während Israel seine Angriffe auf Iran fortsetzt und das Land darauf mit Raketen reagiert, hat US-Präsident Donald Trump am Montagabend den G-7-Gipfel von Staats- und Regierungschefs in Kanada überraschend verlassen – weil er sich um die Eskalation in Nahost kümmern müsse, wie er sagte. Mitreisenden Reportern teilte er auf dem Rückweg mit, dass er ein „echtes Ende“ für das iranische Atomprogramm wünsche, „nicht eine Waffenruhe, ein Ende“. Dabei ist noch offen, ob die USA erwägen, in den Nahostkrieg einzutreten. Bislang hatte sich Trump um eine Verhandlungslösung mit Iran bemüht, um das Land an einer atomaren Bewaffnung zu hindern. Das Verhalten der USA gilt jetzt als entscheidend für den weiteren Verlauf des Konflikts.

Israel hatte in der Nacht zum vergangenen Freitag begonnen, Iran aus der Luft anzugreifen, und zunächst vor allem die Infrastruktur und die verantwortlichen Köpfe des Atomprogramms ins Visier genommen. Zuletzt sei den Angaben der israelischen Armee zufolge der iranische Generalstabschef Ali Schadmani getötet worden, welcher als gerade neu eingesetzter Militärkommandeur identifiziert worden sei. In der Nacht zu Dienstag fielen Bomben auf die iranische Hauptstadt Teheran. Ein Studio des Staatsfernsehens wurde während einer Livesendung getroffen, bei der die Moderatorin sich in Sicherheit bringen musste. Auch US-Präsident Donald Trump hatte am Montag alle Bewohner Teherans dazu aufgerufen, die Stadt zu verlassen – ein Zeichen dafür, dass sich US-Streitkräfte bald an dem Konflikt beteiligen könnten?

Berichten zufolge habe das US-Militär bereits Tankflugzeuge nach Europa verlegt, möglicherweise, um im Falle einer weiteren Eskalation des Krieges handeln zu können. Auch ein US-Flugzeugträger sei auf dem Weg in den Nahen Osten. Dies und die verschärfte Rhetorik des Präsidenten könnten für einen geplanten Einstieg in den Konflikt stehen – eine Entwicklung, die die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu wohl sehr begrüßen würde. Denn die USA verfügen über schwere, bunkerbrechende Bomben, mit denen sie Experten zufolge womöglich die unterirdischen Nuklearanlagen zerstören könnten.

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Nach israelischen Angaben ist die gut geschützte Anlage Fordo in der Nähe der Stadt Ghom das wichtigste Ziel, wenn es darum geht, den Bau einer iranischen Atomwaffe zu verhindern. „Am Ende dieser ganzen Operation muss Fordo ausgeschaltet sein“, sagte Israels Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, dem Sender Fox News. In Fordo drehen sich nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde zahlreiche Zentrifugen mit Überschallgeschwindigkeit, um beinahe waffentaugliches Uran herzustellen. Die politische Führung in Teheran strebt nach eigenen Angaben nicht nach einem Atom-Arsenal.

Ein Eintritt der USA in Israels Krieg könnte allerdings auch zu heftigeren Reaktionen Irans führen – etwa zu einer Blockade der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Dies könnte sich empfindlich auf den weltweiten Ölhandel auswirken. Bislang hatte Iran vor allem mit dem Beschuss Israels aus der Ferne reagiert, immer wieder wurden dort in den vergangenen Tagen Wohngebiete getroffen. Dienstagfrüh schlug eine Rakete in der Stadt Herzlia im Zentrum des Landes ein. Ein Vertreter der israelischen Armee erklärte am Dienstag, man habe mittlerweile mehr als ein Drittel der Abschussrampen für Raketen in Iran ausgeschaltet, daher wäre nun auch ein Rückgang des Beschusses zu erwarten. In der vorherigen Nacht hatte es im Vergleich zu den vorherigen Nächten weniger Luftalarme und Schäden gegeben.

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Der Leiter des israelischen Politikinstituts Mitvim, Gil Murciano, sagt, er halte es noch immer für plausibel, dass die USA ein Abkommen gegenüber einem militärischen Einschreiten bevorzugen würden. Sollte Iran jedoch rote Linien überschreiten, wie etwa Angriffe auf US-Botschaften im Nahen Osten, könnte dies die Lage verändern – selbst wenn es möglicherweise unabsichtlich passiert: In der Nacht zu Montag hatte etwa die Druckwelle nach einem Einschlag im Stadtzentrum von Tel Aviv auch ein Gebäude der US-Botschaft leicht beschädigt. Es sei aber niemand verletzt worden, betonte der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, anschließend.

Trotz der Eskalationsgefahr und der anhaltenden Luftschläge auf Wohnhäuser gebe es in der israelischen Bevölkerung derzeit viel Zuspruch für den Krieg gegen Iran, sagt Murciano. Anders als bei dem noch immer andauernden Krieg in Gaza stehe Netanjahus Regierung diesmal deutlich weniger in der Kritik. Die Angriffe auf Iran würden „als notwendiger Krieg empfunden – als ein Krieg, bei dem es keine Wahl gibt“. In Iran könnte dies anders sein. Dort könnte sich der Kampf um die Atomanlagen zu einem Kampf um die weitere Existenz des Mullah-Regimes auswachsen, das seit Jahrzehnten oppositionelle Kräfte unterdrückt. Und es ist nicht zu übersehen, dass Israels Regierung auf genau diese Entwicklung hofft.

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