Krieg in NahostIsrael kündigt Öffnung des Rafah-Übergangs zwischen Gaza und Ägypten an

Ansicht des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen (Archivbild).
Ansicht des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen (Archivbild). (Foto: Gehad Hamdy/dpa)

In den kommenden Tagen werde der Übergang ausschließlich für die Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens nach Ägypten geöffnet. Als Durchgang für humanitäre Hilfslieferungen soll er nicht dienen.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates
Von Hamas übergebene Leiche als Thailänder identifiziert
UN-Resolution fordert von Israel Rückzug von Golanhöhen
Papst ruft in Libanon zum Frieden auf
Netanjahu bittet Israels Präsidenten um Begnadigung 
Hamas-Behörde meldet mehr als 70 000 Tote in Gaza
Saimah Jiwa

Israel kündigt Öffnung von Rafah-Übergang nach Ägypten an 

Israel hat die Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angekündigt. „In Übereinstimmung mit der Waffenruhe-Vereinbarung und einer Weisung der politischen Führung wird der Grenzübergang Rafah in den kommenden Tagen ausschließlich für die Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens nach Ägypten geöffnet“, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Cogat-Behörde. Die Ausreise der Bewohner werde in Zusammenarbeit mit Ägypten ermöglicht, „nachdem eine Sicherheitsfreigabe durch Israel erfolgt ist und unter der Aufsicht der Mission der Europäischen Union“, hieß es in der auf X veröffentlichten Mitteilung weiter.

Ägyptens Staatsinformationsdienst (SIS) wies die Berichte über die Grenzöffnung allerdings zurück. Die Behörde erklärte unter Berufung auf eine offizielle ägyptische Quelle, dass im Falle einer Einigung über die Öffnung des Übergangs der Grenzverkehr in beide Richtungen – sowohl zur Ein- als auch zur Ausreise aus dem Gazastreifen – erfolgen würde. Dies entspreche der Linie, die auch im Vorschlag von US-Präsidenten Donald Trump formuliert worden sei. 

Die Öffnung der Grenze nach Ägypten war nach Inkrafttreten einer Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas am 10. Oktober bereits angekündigt worden. Der Schritt verzögerte sich jedoch immer wieder. Seitdem konnten Palästinenser nur unter strengen Einschränkungen über den israelischen Übergang Kerem Schalom aus dem Gazastreifen ausreisen.

Der Rafah-Übergang war zuletzt während einer Waffenruhe zu Jahresbeginn geöffnet worden. Verletzte konnten im Februar aus dem umkämpften Küstenstreifen transportiert werden. Danach wurde die Grenze jedoch wieder geschlossen. 

Auch nach der Öffnung für den Personenverkehr soll der Rafah-Übergang nach Willen Israels nicht als Durchgang für humanitäre Hilfslieferungen dienen. Diese wurden seit der Einnahme des Übergangs durch israelische Truppen im vergangenen Jahr hauptsächlich über den Übergang Kerem Schalom in den Küstenstreifen transportiert. Es ist vorgesehen, dass die EU-Mission zur Unterstützung des Grenzschutzes in Rafah (Eubam Rafah) dort nach der Öffnung wieder die Grenzübertritte unterstützt. 
Lisa Torjuul

Israels Militär greift Ziele im Süden Libanons an

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Ziele in zwei Städten im Süden Libanons angegriffen. Zuvor hatte die Armee die Evakuierung mehrerer Gebäude angeordnet, die ihrer Darstellung zufolge von Kämpfern der Hisbollah genutzt wurden. Die Angriffe erfolgten einen Tag, nachdem Israel und Libanon zivile Vertreter zu einem Ausschuss entsandt hatten, der eine vor einem Jahr vereinbarte brüchige Waffenruhe überwacht. Beide Seiten hatten erklärt, die Gesandten sollten den Umfang der Gespräche erweitern.
Saimah Jiwa

Israels Militär: Haben rund 40 Hamas-Kämpfer getötet 

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben rund 40 Kämpfer der radikal-islamischen Hamas getötet. Diese seien in Tunneln unter Rafah im Süden des Gazastreifens eingeschlossen gewesen. Vertretern Israels und der USA zufolge hatten sich dort monatelang rund 200 Kämpfer aufgehalten. Einige von ihnen seien aufgetaucht und bei Kämpfen mit israelischen Streitkräften getötet worden oder hätten sich ergeben, wie israelische Medien berichteten. Unter den getöteten Kämpfern seien mindestens drei lokale Kommandeure sowie der Sohn eines der im Exil lebenden Hamas-Führer, Ghasi Hamad, teilt das israelische Militär nun mit. Einige Hamas-Informanten bestätigten den Tod von mindestens einem Kommandeur, Mohammad al-Bawab. Die Hamas hat den Bericht jedoch nicht offiziell bestätigt. Sie hat sich zudem nicht offiziell zur Zahl der Eingeschlossenen oder der möglicherweise Verbliebenen geäußert.
Philipp Saul
Philipp Saul

Von Hamas übergebene Leiche als Thailänder identifiziert

Die von der islamistischen Terrororganisation Hamas zuletzt an Israel übergebene Leiche ist als die eines thailändischen Staatsbürgers identifiziert worden. Es handele sich um Sudthisak Rinthalak, gab die israelische Armee am frühen Morgen bekannt. Der Arbeiter sei am 7. Oktober 2023 in der Nähe des Kibbuzes Beeri ermordet worden, seine Leiche in den Gazastreifen gebracht und dort von der Terrororganisation Islamischer Dschihad festgehalten worden. Damals sei er 42 Jahre alt gewesen.

Nach der Übergabe dieser Leiche befindet sich jetzt nur noch eine tote Geisel im Gazastreifen. Dabei handelt es sich um einen israelischen Polizisten, der ebenfalls beim Überfall vor mehr als zwei Jahren getötet und dessen Leiche dann in den Gazastreifen verschleppt wurde. Die Hamas hatte vor wenigen Wochen, am 13. Oktober, im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Friedensplans alle noch lebenden Geiseln im Austausch gegen Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen.

Sudthisak Rinthalak hinterlässt seine Eltern und einen Bruder. Die Hamas und der Islamische Dschihad hatten die sterblichen Überreste des Entführten am Mittwoch Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, woraufhin sie zur Identifizierung nach Israel gebracht wurden.
Nadja Lissok
Nadja Lissok

Soldaten im Gazastreifen verletzt – Armee greift darauf offenbar aus der Luft an

Nachdem bei einem Gefecht im Gazastreifen israelischen Armeeangaben zufolge mehrere Soldaten verletzt worden waren, greift Israels Militär Ziele dort aus der Luft an. Fünf Palästinenser, darunter zwei Minderjährige, seien getötet worden, teilte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz mit. Demnach wurde in der Stadt Chan Yunis im Süden des Gebiets ein Zelt getroffen, in dem Vertriebene untergekommen sein sollen. Israels Armee sagte, Ziel sei ein Mitglied der Hamas gewesen. Grund sei, dass die Hamas zuvor israelische Soldaten angegriffen und mehrere verletzt und damit gegen das Waffenruhe-Abkommen verstoßen habe. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Saimah Jiwa

Israel: „Funde“ aus Gazastreifen stammen nicht von Geiseln

Aus dem Gazastreifen übermittelte „Funde“ stammen nach israelischen Angaben nicht von einer Geisel. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, dies hätten forensische Untersuchungen ergeben. Die Angehörigen von zwei getöteten Geiseln, die sich immer noch im Gazastreifen befinden, seien informiert worden.

Die islamistische Hamas hatte am Dienstag mitgeteilt, es handele sich um sterbliche Überreste einer israelischen Geisel. Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hatten diese der israelischen Armee übermittelt. Es ist nicht der erste Fall dieser Art und frühere Übergaben falscher Geiselleichen hatten in Israel für Empörung gesorgt. Neben den sterblichen Überresten einer israelischen Geisel soll sich noch die Leiche eines aus Israel verschleppten Thailänders im Gazastreifen befinden. 
Philipp Saul
Philipp Saul

UN-Resolution fordert von Israel Rückzug von Golanhöhen

Die UN-Generalversammlung hat Israel in einer Resolution zum Rückzug von den Golanhöhen aufgefordert. Beide Nachbarländer streiten sich schon seit Jahrzehnten um die Golanhöhen. Israel hatte das rund 1150 Quadratkilometer große syrische Plateau im Sechstagekrieg 1967 erobert und Ende 1981 annektiert. Die UN erklärten die Annexion durch Israel für nichtig.

Israels UN-Botschafter Danny Danon kritisierte die Resolution mit scharfen Worten. „Die UN-Generalversammlung beweist einmal mehr, wie sehr sie von der Realität abgekoppelt ist“, schrieb er auf X. Er bezeichnete die Golanhöhen als eine „entscheidende Verteidigungslinie, die unsere Bürger schützt.“ Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor gesagt, er erwarte von Syrien die Einrichtung einer „entmilitarisierten Pufferzone“, die von der syrischen Hauptstadt Damaskus bis zu den Golanhöhen reichen soll. Eine Vereinbarung mit dem Nachbarland auf ein Sicherheitsabkommen sei möglich, betonte er. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels „Grundsätze“.

Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt. Israels Armee greift regelmäßig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören.

In einer weiteren Resolution forderte die UN-Generalversammlung Israel zudem zum Rückzug aus dem Westjordanland und Ostjerusalem auf. Israel und ein wichtigster Verbündeter USA stimmten in beiden Fällen dagegen. Die UN-Generalversammlung hat solche Resolutionen in den vergangenen Jahren immer wieder eingebracht und verabschiedet. 
Lisa Torjuul

Netanjahu fordert Pufferzone bis Damaskus

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwartet von Syrien die Einrichtung einer „entmilitarisierten Pufferzone“, die von der Hauptstadt Damaskus bis zu den von Israel annektierten Golanhöhen reichen soll. Das sagte Netanjahu in einer Videobotschaft beim Besuch von Soldaten in einer Klinik, die kürzlich bei einem Einsatz in Syrien verletzt worden waren.

Beide Staaten verhandeln derzeit über ein Sicherheitsabkommen. Netanjahu betonte jetzt, eine Vereinbarung mit Syrien sei möglich. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels „Grundsätze“. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat eine Normalisierung der Beziehungen kürzlich aber vorerst ausgeschlossen.

Nach dem Sturz des früheren Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt, darunter auch auf die syrische Seite des Bergs Hermon. Ausläufer der Pufferzone liegen rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Israel wolle sich so vor Angriffen schützen und verhindern, dass sich feindlich gesinnte Extremisten ansiedeln, sagte Netanjahu. Auch wolle Israel die religiöse Minderheit der Drusen im Nachbarland schützen, die Israel als Verbündete sieht. Israels Armee greift regelmäßig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören.
Lisa Torjuul

Israel erhält „Befunde“ aus Gazastreifen

Israel hat nach Regierungsangaben „Befunde“ aus dem Gazastreifen erhalten. Diese seien von Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz übergeben worden, hieß es in der Mitteilung des Büros von Benjamin Netanjahu. Sie seien im Gazastreifen der Armee übermittelt und in Empfang genommen worden. Anschließend sollen sie in ein forensisches Zentrum des israelischen Gesundheitsministeriums gebracht werden. Nach der Untersuchung sollen dann entsprechend der Ergebnisse die Angehörigen informiert werden.

In der Mitteilung war – anders als bei früheren Übergaben – nicht explizit die Rede von den sterblichen Überresten einer Geisel. Die islamistische Hamas hatte zuvor die Übergabe der letzten toten israelischen Geisel Ran Gvili angekündigt. Sollte sich dies bewahrheiten, befände sich damit noch die Leiche eines am 7. Oktober 2023 aus Israel entführten Thailänders im Gazastreifen.
Lisa Torjuul

Palästinenser: Israels Armee tötet drei Menschen in Gaza

Israels Militär hat palästinensischen Angaben zufolge trotz geltender Waffenruhe erneut mehrere Palästinenser im Gazastreifen getötet. Insgesamt seien drei Personen an drei verschiedenen Orten durch israelische Schüsse oder Angriffe aus der Luft ums Leben gekommen, hieß es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen. Die israelische Armee sagte auf Anfrage, sie gehe den Berichten nach.

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober hat Israels Armee nach eigenen Angaben bereits mehrfach Personen getötet, die vom Militär kontrolliertes Gebiet jenseits der sogenannten „gelben Linie“ betreten und sich dort Soldaten genähert haben sollen. Die drei nun ums Leben Gekommenen sollen aber in Gebieten getötet worden sein, in der die Terrororganisation Hamas die Kontrolle hat. 
Christoph Heinlein
Christoph Heinlein

Papst ruft in Libanon zum Frieden auf

Papst Leo XIV. hat die Menschen in Libanon zu Zusammenhalt und Frieden aufgerufen. „Libanon, steh wieder auf! Sei ein Haus der Gerechtigkeit und der Geschwisterlichkeit! Sei ein Vorbote des Friedens für die ganze Levante“, sagte der Papst in einer Heiligen Messe, die er an der Uferpromenade von Beirut vor etwa 150 000 Menschen feierte. Nur gemeinsam könne das Land „zu seiner früheren Pracht zurückfinden.“ Der einzige Weg dafür sei ein Ende politischer Abschottung und ethnischer Spannungen.

Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander verschiedener Religionen. In dem Land leben Muslime – Sunniten und Schiiten – und auch Christen. Das Land befindet sich aktuell in einer schweren Wirtschaftskrise. Neben der grassierenden Armut herrscht in dem Land nach dem Krieg zwischen der Hisbollah und Israel außerdem eine hoch angespannte Sicherheitslage.

Unmittelbar vor dem Rückflug nach Rom forderte der Papst dann ein sofortiges Ende aller bewaffneten Auseinandersetzungen in Nahost. Niemand solle mehr glauben, dass bewaffnete Kämpfe irgendetwas Gutes bewirken, sagte er.
Lasst uns alle den Frieden als Weg wählen, nicht nur als Ziel.
Papst Leo XIV. in Beirut
Am Morgen hatte Leo im Hafen von Beirut auch der Opfer der Explosion vom 4. August 2020 gedacht. Damals waren mindestens 200 Menschen gestorben, mehr als 6 500 wurden verletzt. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Trump fordert von Israel Zurückhaltung gegenüber Syrien

Die USA seien sehr zufrieden mit der Entwicklung in Syrien unter der Führung von Präsident Ahmed al-Scharaa, schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Deshalb sei es wichtig, dass Israel einen starken und ehrlichen Dialog mit Syrien aufrechterhalte und „nichts geschieht, was Syriens Entwicklung zu einem erfolgreichen Staat behindern könnte“, schrieb Trump an die Adresse Israels.

Israel hatte nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad und der Übernahme der Regierung durch al-Scharaa wiederholt Angriffe im Nachbarland geflogen. So griff Israel während Auseinandersetzungen im Süden des Landes zwischen sunnitischen Beduinenverbänden und Drusen mit Luftschlägen zeitweise aufseiten der Drusen ein. Unter anderem wurden das Verteidigungsministerium und das Militärhauptquartier in Damaskus bombardiert.

Im November hatte Trump al-Scharaa als ersten syrischen Staatschef seit der Unabhängigkeit des arabischen Landes 1946 im Weißen Haus empfangen. 
Lilith Volkert
Lilith Volkert

Netanjahu bittet Israels Präsidenten um Begnadigung 

Der wegen Korruption angeklagte israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Staatspräsidenten seines Landes offiziell um Begnadigung gebeten. Das Büro des Präsidenten Isaac Herzog teilte mit, dieser habe ein formelles Gnadengesuch von Netanjahu erhalten. Das Gesuch werde nun an eine zuständige Abteilung des Justizministeriums weitergeleitet, die die Meinungen aller relevanten Behörden dazu einholen werde. Auf der Basis werde das juristische Beratungsteam im Büro des Präsidenten dann eine weitere Meinung formulieren. Anders als in Deutschland kann in Israel ein Gnadengesuch auch vor einer rechtskräftigen Verurteilung gestellt werden. 

US-Präsident Donald Trump hatte Herzog bereits dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, hieß es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte. Gegen den Regierungschef laufen seit Jahren Korruptionsprozesse. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, von befreundeten Milliardären Luxusgeschenke im Wert von umgerechnet etwa 174 000 Euro angenommen zu haben. Netanjahu hatte in der Vergangenheit stets alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Lilith Volkert
Lilith Volkert

Hamas-Behörde meldet mehr als 70 000 Tote in Gaza

Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sind in den zwei Jahren des Gaza-Kriegs mehr als 70 100 Palästinenser ums Leben gekommen. Die Zahl, die nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterscheidet und nicht unabhängig überprüft werden kann, liegt damit erstmals über der Marke von 70 000 Toten. Andere Schätzungen gehen sogar von deutlich höheren Totenzahlen aus. Seit dem 10. Oktober gilt eine Waffenruhe, vereinzelt gibt es aber noch immer Tote bei gewaltsamen Zwischenfällen. Laut Angaben aus dem Gazastreifen werden zudem noch immer Leichen geborgen, die bei früheren israelischen Angriffen oder Kämpfen ums Leben gekommen sind.
Lisa Torjuul

Berichte: Zwei Kinder im Gazastreifen getötet

Erneut sind im Gazastreifen mehrere Menschen getötet worden. Israels Armee habe bei einem Drohnenangriff in dem Ort Bani Suheila im südlichen Gazastreifen zwei Kinder getötet, hieß es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen. Krankenhausangaben zufolge sollen die beiden Brüder acht und elf Jahre alt gewesen sein.

Israels Armee teilte mit, sie habe „zwei Verdächtige“ in einem von ihr kontrolliertem Gebiet aus der Luft angegriffen und getötet, die „vor Ort verdächtige Aktivitäten“ ausgeführt und sich israelischen Soldaten genähert hätten. Die beiden seien für die Einsatzkräfte eine unmittelbare Bedrohung gewesen, hieß es weiter. Ob es sich bei den Getöteten um Kinder handelte, sagte die Armee nicht.

Das israelische Militär meldete zudem einen weiteren Vorfall, bei dem am Morgen eine Person ebenfalls die „gelbe Linie“ betreten und sich dort Soldaten genähert haben soll. „Nach der Identifizierung schalteten die Soldaten den Terroristen aus, um die Bedrohung zu beseitigen“, teilte die Armee mit. Von palästinensischer Seite gibt es zu diesem Vorfall bisher keine Angaben. Hinter die „gelbe Linie“ hat sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen.

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober gibt es immer wieder Tote im Gazastreifen. Seitdem sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 350 Palästinenser ums Leben gekommen. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
© SZ/dpa/Reuters/KNA/epd/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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