Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Herzog: Israel entscheidet selbst über Netanjahus Begnadigung
Merz bricht zu Antrittsbesuchen in Israel und Jordanien auf
Von Hamas übergebene Leiche als Thailänder identifiziert
Israel kündigt Öffnung von Rafah-Übergang nach Ägypten an
UN-Resolution fordert von Israel Rückzug von Golanhöhen
Nadja Tausche
Merz dringt auf Fortschritte im Friedensprozess
Im Rahmen seiner Nahost-Reise dringt Bundeskanzler Friedrich Merz auf Schritte in Richtung Frieden. Nach einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Akaba sagte er: „Wir teilen die Erleichterung, dass sich der Waffenstillstand in Gaza seit nunmehr zwei Monaten stabilisiert. Nun muss aber auch der Einstieg in die zweite Phase gelingen. Dazu gehört, dass wir dem Terror der Hamas endgültig die Grundlage entziehen.“ Dazu gehöre auch, dass sich die nach wie vor prekäre humanitäre Lage der Zivilbevölkerung in Gaza schnell und spürbar bessere. „Vor dem Winter braucht es mehr humanitäre Hilfe“, forderte der Bundeskanzler.
„Wir wollen helfen, ein Fundament zu legen für eine neue Ordnung im gesamten Mittleren und Nahen Osten“, so Merz weiter. Es müsse eine Ordnung sein, in der Israelis, Palästinenser und die arabischen Nachbarn dauerhaft in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben könnten. Er bekräftigte, dass Deutschland für eine Zweistaatenlösung eintrete. Verhandlungen darüber sollten bald beginnen. „Wir verlieren darüber hinaus die Lage im Westjordanland nicht aus dem Blick. Wir müssen den Weg zur palästinensischen Staatlichkeit offenhalten. Deshalb darf es keine Annexionsschritte im Westjordanland geben.“
Von Jordanien aus flog Merz weiter nach Jerusalem. „Ich komme zu einem Zeitpunkt nach Israel, der komplizierter kaum sein könnte“, sagte Merz dort bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsident Izchak Herzog. Deutschland stehe bis heute fest an der Seite Israels und werde „immer an der Seite dieses Landes stehen“. Gleichzeitig sagte Merz: Das Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Krieg habe Deutschland „vor einige Dilemmata gestellt“. Darauf habe man reagiert, sagte er – offenbar mit Blick auf die vorübergehende Einschränkung von Waffenlieferungen nach Israel. „Wir haben aber auch gesehen, dass wir bis heute im Grundsatz keinerlei Differenzen haben“, sagte Merz. „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen.“
Israels Präsident Herzog drückte die Hoffnung aus, dass der Gaza-Plan einen neuen Horizont für die Menschen in Gaza und Israel bedeute sowie für die arabischen Nachbarstaaten. Deutschland könne dabei eine wichtige Rolle spielen. Für Sonntag ist ein Treffen zwischen Merz und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant.
„Wir wollen helfen, ein Fundament zu legen für eine neue Ordnung im gesamten Mittleren und Nahen Osten“, so Merz weiter. Es müsse eine Ordnung sein, in der Israelis, Palästinenser und die arabischen Nachbarn dauerhaft in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben könnten. Er bekräftigte, dass Deutschland für eine Zweistaatenlösung eintrete. Verhandlungen darüber sollten bald beginnen. „Wir verlieren darüber hinaus die Lage im Westjordanland nicht aus dem Blick. Wir müssen den Weg zur palästinensischen Staatlichkeit offenhalten. Deshalb darf es keine Annexionsschritte im Westjordanland geben.“
Von Jordanien aus flog Merz weiter nach Jerusalem. „Ich komme zu einem Zeitpunkt nach Israel, der komplizierter kaum sein könnte“, sagte Merz dort bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsident Izchak Herzog. Deutschland stehe bis heute fest an der Seite Israels und werde „immer an der Seite dieses Landes stehen“. Gleichzeitig sagte Merz: Das Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Krieg habe Deutschland „vor einige Dilemmata gestellt“. Darauf habe man reagiert, sagte er – offenbar mit Blick auf die vorübergehende Einschränkung von Waffenlieferungen nach Israel. „Wir haben aber auch gesehen, dass wir bis heute im Grundsatz keinerlei Differenzen haben“, sagte Merz. „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen.“
Israels Präsident Herzog drückte die Hoffnung aus, dass der Gaza-Plan einen neuen Horizont für die Menschen in Gaza und Israel bedeute sowie für die arabischen Nachbarstaaten. Deutschland könne dabei eine wichtige Rolle spielen. Für Sonntag ist ein Treffen zwischen Merz und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant.
Linus Freymark

Herzog: Israel entscheidet selbst über Netanjahus Begnadigung
Israels Staatspräsident Izchak Herzog weist die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Begnadigung des wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zurück. "Ich respektiere die Freundschaft und die Meinung von Präsident Trump", sagte Herzog dem US-Nachrichtenportal Politico und verwies auf Trumps Verdienst um die Rückholung der Geiseln aus dem Gazastreifen. "Aber Israel ist natürlich ein souveränes Land, und wir respektieren das israelische Rechtssystem und seine Anforderungen in vollem Umfang", betonte Herzog.
Gegen Regierungschef Netanjahu läuft seit mehr als fünf Jahren ein Korruptionsprozess. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Trump hatte Herzog wiederholt dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, hieß es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte. Auch bei einem Besuch in Israels Parlament im Oktober hatte Trump die Forderung geäußert.
Gegen Regierungschef Netanjahu läuft seit mehr als fünf Jahren ein Korruptionsprozess. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Trump hatte Herzog wiederholt dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, hieß es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte. Auch bei einem Besuch in Israels Parlament im Oktober hatte Trump die Forderung geäußert.
Saimah Jiwa
Katar: Gespräche über Festigung des Waffenstillstands in „kritischem Moment“
Die Verhandlungen zur Festigung des Waffenstillstands im Gazastreifen befinden sich nach Angaben des Vermittlers Katar in einem „kritischen Moment“. Aktuell sei man eher in einer Phase, in der die Gewalt nachgelassen habe, sagte der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani bei einer Podiumsdiskussion in Katar. Aber: „Wir können dies noch nicht als Waffenstillstand betrachten.“ Ein Waffenstillstand könne erst vollendet werden, wenn die israelischen Streitkräfte vollständig abgezogen sind und eine Ein- und Ausreise der Menschen im Gazastreifen möglich sei. Das sei aktuell nicht der Fall.
Die Gespräche über die nächsten Schritte des von den USA entworfenen Plans zur Beendigung des zweijährigen Krieges in der palästinensischen Enklave sind noch nicht abgeschlossen. Das Vorhaben sieht unter anderem eine palästinensische Übergangsregierung im Gazastreifen vor, die von einem internationalen „Friedensrat“ beaufsichtigt und von einer internationalen Sicherheitstruppe unterstützt wird. Am Donnerstag hatte eine israelische Delegation in Kairo Gespräche mit Vermittlern über die sofortige Rückkehr der letzten im Gazastreifen festgehaltenen Geisel geführt, womit ein wichtiger erster Teil des US-Plans erfüllt wäre.
Die Gespräche über die nächsten Schritte des von den USA entworfenen Plans zur Beendigung des zweijährigen Krieges in der palästinensischen Enklave sind noch nicht abgeschlossen. Das Vorhaben sieht unter anderem eine palästinensische Übergangsregierung im Gazastreifen vor, die von einem internationalen „Friedensrat“ beaufsichtigt und von einer internationalen Sicherheitstruppe unterstützt wird. Am Donnerstag hatte eine israelische Delegation in Kairo Gespräche mit Vermittlern über die sofortige Rückkehr der letzten im Gazastreifen festgehaltenen Geisel geführt, womit ein wichtiger erster Teil des US-Plans erfüllt wäre.
Saimah Jiwa
Merz bricht zu Antrittsbesuchen in Israel und Jordanien auf
Erste Station der Reise des Bundeskanzlers ist die jordanische Hauptstadt Amman, wo er König Abdullah II. treffen wird. Noch am Abend wird Merz in Jerusalem vom israelischen Präsidenten Izchak Herzog empfangen und am Sonntag ist ein Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant. Eine zentrale Rolle bei dem Besuch dürften die Stabilisierung der nun bald zwei Monate geltenden Waffenruhe im Gazastreifen und die Bemühungen, in eine zweite Phase des Friedensprozesses einzutreten, spielen.
Zuvor telefonierte der Bundeskanzler mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, teilte danach mit, Ziel müsse eine verhandelte Zweistaatenlösung sein. Eine solche Perspektive eröffne die beste Aussicht auf dauerhaften Frieden und Sicherheit für Israelis und Palästinenser. Regierungssprecher Kornelius sprach von einem „ausführlichen Telefonat in freundlicher Atmosphäre“ von Merz und Abbas.
Zuvor telefonierte der Bundeskanzler mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, teilte danach mit, Ziel müsse eine verhandelte Zweistaatenlösung sein. Eine solche Perspektive eröffne die beste Aussicht auf dauerhaften Frieden und Sicherheit für Israelis und Palästinenser. Regierungssprecher Kornelius sprach von einem „ausführlichen Telefonat in freundlicher Atmosphäre“ von Merz und Abbas.
Lisa Torjuul
Israels Militär greift Ziele im Süden Libanons an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Ziele in zwei Städten im Süden Libanons angegriffen. Zuvor hatte die Armee die Evakuierung mehrerer Gebäude angeordnet, die ihrer Darstellung zufolge von Kämpfern der Hisbollah genutzt wurden. Die Angriffe erfolgten einen Tag, nachdem Israel und Libanon zivile Vertreter zu einem Ausschuss entsandt hatten, der eine vor einem Jahr vereinbarte brüchige Waffenruhe überwacht. Beide Seiten hatten erklärt, die Gesandten sollten den Umfang der Gespräche erweitern.
Saimah Jiwa
Israels Militär: Haben rund 40 Hamas-Kämpfer getötet
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben rund 40 Kämpfer der radikal-islamischen Hamas getötet. Diese seien in Tunneln unter Rafah im Süden des Gazastreifens eingeschlossen gewesen. Vertretern Israels und der USA zufolge hatten sich dort monatelang rund 200 Kämpfer aufgehalten. Einige von ihnen seien aufgetaucht und bei Kämpfen mit israelischen Streitkräften getötet worden oder hätten sich ergeben, wie israelische Medien berichteten. Unter den getöteten Kämpfern seien mindestens drei lokale Kommandeure sowie der Sohn eines der im Exil lebenden Hamas-Führer, Ghasi Hamad, teilt das israelische Militär nun mit. Einige Hamas-Informanten bestätigten den Tod von mindestens einem Kommandeur, Mohammad al-Bawab. Die Hamas hat den Bericht jedoch nicht offiziell bestätigt. Sie hat sich zudem nicht offiziell zur Zahl der Eingeschlossenen oder der möglicherweise Verbliebenen geäußert.
Philipp Saul
Von Hamas übergebene Leiche als Thailänder identifiziert
Die von der islamistischen Terrororganisation Hamas zuletzt an Israel übergebene Leiche ist als die eines thailändischen Staatsbürgers identifiziert worden. Es handele sich um Sudthisak Rinthalak, gab die israelische Armee am frühen Morgen bekannt. Der Arbeiter sei am 7. Oktober 2023 in der Nähe des Kibbuzes Beeri ermordet worden, seine Leiche in den Gazastreifen gebracht und dort von der Terrororganisation Islamischer Dschihad festgehalten worden. Damals sei er 42 Jahre alt gewesen.
Nach der Übergabe dieser Leiche befindet sich jetzt nur noch eine tote Geisel im Gazastreifen. Dabei handelt es sich um einen israelischen Polizisten, der ebenfalls beim Überfall vor mehr als zwei Jahren getötet und dessen Leiche dann in den Gazastreifen verschleppt wurde. Die Hamas hatte vor wenigen Wochen, am 13. Oktober, im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Friedensplans alle noch lebenden Geiseln im Austausch gegen Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen.
Sudthisak Rinthalak hinterlässt seine Eltern und einen Bruder. Die Hamas und der Islamische Dschihad hatten die sterblichen Überreste des Entführten am Mittwoch Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, woraufhin sie zur Identifizierung nach Israel gebracht wurden.
Nach der Übergabe dieser Leiche befindet sich jetzt nur noch eine tote Geisel im Gazastreifen. Dabei handelt es sich um einen israelischen Polizisten, der ebenfalls beim Überfall vor mehr als zwei Jahren getötet und dessen Leiche dann in den Gazastreifen verschleppt wurde. Die Hamas hatte vor wenigen Wochen, am 13. Oktober, im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Friedensplans alle noch lebenden Geiseln im Austausch gegen Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen.
Sudthisak Rinthalak hinterlässt seine Eltern und einen Bruder. Die Hamas und der Islamische Dschihad hatten die sterblichen Überreste des Entführten am Mittwoch Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, woraufhin sie zur Identifizierung nach Israel gebracht wurden.
Nadja Lissok
Soldaten im Gazastreifen verletzt – Armee greift darauf offenbar aus der Luft an
Nachdem bei einem Gefecht im Gazastreifen israelischen Armeeangaben zufolge mehrere Soldaten verletzt worden waren, greift Israels Militär Ziele dort aus der Luft an. Fünf Palästinenser, darunter zwei Minderjährige, seien getötet worden, teilte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz mit. Demnach wurde in der Stadt Chan Yunis im Süden des Gebiets ein Zelt getroffen, in dem Vertriebene untergekommen sein sollen. Israels Armee sagte, Ziel sei ein Mitglied der Hamas gewesen. Grund sei, dass die Hamas zuvor israelische Soldaten angegriffen und mehrere verletzt und damit gegen das Waffenruhe-Abkommen verstoßen habe. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Saimah Jiwa
Israel kündigt Öffnung von Rafah-Übergang nach Ägypten an
Israel hat die Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angekündigt. „In Übereinstimmung mit der Waffenruhe-Vereinbarung und einer Weisung der politischen Führung wird der Grenzübergang Rafah in den kommenden Tagen ausschließlich für die Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens nach Ägypten geöffnet“, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Cogat-Behörde. Die Ausreise der Bewohner werde in Zusammenarbeit mit Ägypten ermöglicht, „nachdem eine Sicherheitsfreigabe durch Israel erfolgt ist und unter der Aufsicht der Mission der Europäischen Union“, hieß es in der auf X veröffentlichten Mitteilung weiter.
Ägyptens Staatsinformationsdienst (SIS) wies die Berichte über die Grenzöffnung allerdings zurück. Die Behörde erklärte unter Berufung auf eine offizielle ägyptische Quelle, dass im Falle einer Einigung über die Öffnung des Übergangs der Grenzverkehr in beide Richtungen – sowohl zur Ein- als auch zur Ausreise aus dem Gazastreifen – erfolgen würde. Dies entspreche der Linie, die auch im Vorschlag von US-Präsidenten Donald Trump formuliert worden sei.
Die Öffnung der Grenze nach Ägypten war nach Inkrafttreten einer Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas am 10. Oktober bereits angekündigt worden. Der Schritt verzögerte sich jedoch immer wieder. Seitdem konnten Palästinenser nur unter strengen Einschränkungen über den israelischen Übergang Kerem Schalom aus dem Gazastreifen ausreisen.
Der Rafah-Übergang war zuletzt während einer Waffenruhe zu Jahresbeginn geöffnet worden. Verletzte konnten im Februar aus dem umkämpften Küstenstreifen transportiert werden. Danach wurde die Grenze jedoch wieder geschlossen.
Auch nach der Öffnung für den Personenverkehr soll der Rafah-Übergang nach Willen Israels nicht als Durchgang für humanitäre Hilfslieferungen dienen. Diese wurden seit der Einnahme des Übergangs durch israelische Truppen im vergangenen Jahr hauptsächlich über den Übergang Kerem Schalom in den Küstenstreifen transportiert. Es ist vorgesehen, dass die EU-Mission zur Unterstützung des Grenzschutzes in Rafah (Eubam Rafah) dort nach der Öffnung wieder die Grenzübertritte unterstützt.
Ägyptens Staatsinformationsdienst (SIS) wies die Berichte über die Grenzöffnung allerdings zurück. Die Behörde erklärte unter Berufung auf eine offizielle ägyptische Quelle, dass im Falle einer Einigung über die Öffnung des Übergangs der Grenzverkehr in beide Richtungen – sowohl zur Ein- als auch zur Ausreise aus dem Gazastreifen – erfolgen würde. Dies entspreche der Linie, die auch im Vorschlag von US-Präsidenten Donald Trump formuliert worden sei.
Die Öffnung der Grenze nach Ägypten war nach Inkrafttreten einer Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas am 10. Oktober bereits angekündigt worden. Der Schritt verzögerte sich jedoch immer wieder. Seitdem konnten Palästinenser nur unter strengen Einschränkungen über den israelischen Übergang Kerem Schalom aus dem Gazastreifen ausreisen.
Der Rafah-Übergang war zuletzt während einer Waffenruhe zu Jahresbeginn geöffnet worden. Verletzte konnten im Februar aus dem umkämpften Küstenstreifen transportiert werden. Danach wurde die Grenze jedoch wieder geschlossen.
Auch nach der Öffnung für den Personenverkehr soll der Rafah-Übergang nach Willen Israels nicht als Durchgang für humanitäre Hilfslieferungen dienen. Diese wurden seit der Einnahme des Übergangs durch israelische Truppen im vergangenen Jahr hauptsächlich über den Übergang Kerem Schalom in den Küstenstreifen transportiert. Es ist vorgesehen, dass die EU-Mission zur Unterstützung des Grenzschutzes in Rafah (Eubam Rafah) dort nach der Öffnung wieder die Grenzübertritte unterstützt.
Saimah Jiwa
Israel: „Funde“ aus Gazastreifen stammen nicht von Geiseln
Aus dem Gazastreifen übermittelte „Funde“ stammen nach israelischen Angaben nicht von einer Geisel. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, dies hätten forensische Untersuchungen ergeben. Die Angehörigen von zwei getöteten Geiseln, die sich immer noch im Gazastreifen befinden, seien informiert worden.
Die islamistische Hamas hatte am Dienstag mitgeteilt, es handele sich um sterbliche Überreste einer israelischen Geisel. Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hatten diese der israelischen Armee übermittelt. Es ist nicht der erste Fall dieser Art und frühere Übergaben falscher Geiselleichen hatten in Israel für Empörung gesorgt. Neben den sterblichen Überresten einer israelischen Geisel soll sich noch die Leiche eines aus Israel verschleppten Thailänders im Gazastreifen befinden.
Die islamistische Hamas hatte am Dienstag mitgeteilt, es handele sich um sterbliche Überreste einer israelischen Geisel. Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hatten diese der israelischen Armee übermittelt. Es ist nicht der erste Fall dieser Art und frühere Übergaben falscher Geiselleichen hatten in Israel für Empörung gesorgt. Neben den sterblichen Überresten einer israelischen Geisel soll sich noch die Leiche eines aus Israel verschleppten Thailänders im Gazastreifen befinden.
Philipp Saul
UN-Resolution fordert von Israel Rückzug von Golanhöhen
Die UN-Generalversammlung hat Israel in einer Resolution zum Rückzug von den Golanhöhen aufgefordert. Beide Nachbarländer streiten sich schon seit Jahrzehnten um die Golanhöhen. Israel hatte das rund 1150 Quadratkilometer große syrische Plateau im Sechstagekrieg 1967 erobert und Ende 1981 annektiert. Die UN erklärten die Annexion durch Israel für nichtig.
Israels UN-Botschafter Danny Danon kritisierte die Resolution mit scharfen Worten. „Die UN-Generalversammlung beweist einmal mehr, wie sehr sie von der Realität abgekoppelt ist“, schrieb er auf X. Er bezeichnete die Golanhöhen als eine „entscheidende Verteidigungslinie, die unsere Bürger schützt.“ Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor gesagt, er erwarte von Syrien die Einrichtung einer „entmilitarisierten Pufferzone“, die von der syrischen Hauptstadt Damaskus bis zu den Golanhöhen reichen soll. Eine Vereinbarung mit dem Nachbarland auf ein Sicherheitsabkommen sei möglich, betonte er. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels „Grundsätze“.
Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt. Israels Armee greift regelmäßig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören.
In einer weiteren Resolution forderte die UN-Generalversammlung Israel zudem zum Rückzug aus dem Westjordanland und Ostjerusalem auf. Israel und ein wichtigster Verbündeter USA stimmten in beiden Fällen dagegen. Die UN-Generalversammlung hat solche Resolutionen in den vergangenen Jahren immer wieder eingebracht und verabschiedet.
Israels UN-Botschafter Danny Danon kritisierte die Resolution mit scharfen Worten. „Die UN-Generalversammlung beweist einmal mehr, wie sehr sie von der Realität abgekoppelt ist“, schrieb er auf X. Er bezeichnete die Golanhöhen als eine „entscheidende Verteidigungslinie, die unsere Bürger schützt.“ Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor gesagt, er erwarte von Syrien die Einrichtung einer „entmilitarisierten Pufferzone“, die von der syrischen Hauptstadt Damaskus bis zu den Golanhöhen reichen soll. Eine Vereinbarung mit dem Nachbarland auf ein Sicherheitsabkommen sei möglich, betonte er. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels „Grundsätze“.
Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt. Israels Armee greift regelmäßig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören.
In einer weiteren Resolution forderte die UN-Generalversammlung Israel zudem zum Rückzug aus dem Westjordanland und Ostjerusalem auf. Israel und ein wichtigster Verbündeter USA stimmten in beiden Fällen dagegen. Die UN-Generalversammlung hat solche Resolutionen in den vergangenen Jahren immer wieder eingebracht und verabschiedet.
Lisa Torjuul
Netanjahu fordert Pufferzone bis Damaskus
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwartet von Syrien die Einrichtung einer „entmilitarisierten Pufferzone“, die von der Hauptstadt Damaskus bis zu den von Israel annektierten Golanhöhen reichen soll. Das sagte Netanjahu in einer Videobotschaft beim Besuch von Soldaten in einer Klinik, die kürzlich bei einem Einsatz in Syrien verletzt worden waren.
Beide Staaten verhandeln derzeit über ein Sicherheitsabkommen. Netanjahu betonte jetzt, eine Vereinbarung mit Syrien sei möglich. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels „Grundsätze“. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat eine Normalisierung der Beziehungen kürzlich aber vorerst ausgeschlossen.
Nach dem Sturz des früheren Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt, darunter auch auf die syrische Seite des Bergs Hermon. Ausläufer der Pufferzone liegen rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Israel wolle sich so vor Angriffen schützen und verhindern, dass sich feindlich gesinnte Extremisten ansiedeln, sagte Netanjahu. Auch wolle Israel die religiöse Minderheit der Drusen im Nachbarland schützen, die Israel als Verbündete sieht. Israels Armee greift regelmäßig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören.
Beide Staaten verhandeln derzeit über ein Sicherheitsabkommen. Netanjahu betonte jetzt, eine Vereinbarung mit Syrien sei möglich. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels „Grundsätze“. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat eine Normalisierung der Beziehungen kürzlich aber vorerst ausgeschlossen.
Nach dem Sturz des früheren Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt, darunter auch auf die syrische Seite des Bergs Hermon. Ausläufer der Pufferzone liegen rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Israel wolle sich so vor Angriffen schützen und verhindern, dass sich feindlich gesinnte Extremisten ansiedeln, sagte Netanjahu. Auch wolle Israel die religiöse Minderheit der Drusen im Nachbarland schützen, die Israel als Verbündete sieht. Israels Armee greift regelmäßig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören.
Lisa Torjuul
Israel erhält „Befunde“ aus Gazastreifen
Israel hat nach Regierungsangaben „Befunde“ aus dem Gazastreifen erhalten. Diese seien von Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz übergeben worden, hieß es in der Mitteilung des Büros von Benjamin Netanjahu. Sie seien im Gazastreifen der Armee übermittelt und in Empfang genommen worden. Anschließend sollen sie in ein forensisches Zentrum des israelischen Gesundheitsministeriums gebracht werden. Nach der Untersuchung sollen dann entsprechend der Ergebnisse die Angehörigen informiert werden.
In der Mitteilung war – anders als bei früheren Übergaben – nicht explizit die Rede von den sterblichen Überresten einer Geisel. Die islamistische Hamas hatte zuvor die Übergabe der letzten toten israelischen Geisel Ran Gvili angekündigt. Sollte sich dies bewahrheiten, befände sich damit noch die Leiche eines am 7. Oktober 2023 aus Israel entführten Thailänders im Gazastreifen.
In der Mitteilung war – anders als bei früheren Übergaben – nicht explizit die Rede von den sterblichen Überresten einer Geisel. Die islamistische Hamas hatte zuvor die Übergabe der letzten toten israelischen Geisel Ran Gvili angekündigt. Sollte sich dies bewahrheiten, befände sich damit noch die Leiche eines am 7. Oktober 2023 aus Israel entführten Thailänders im Gazastreifen.
Lisa Torjuul
Palästinenser: Israels Armee tötet drei Menschen in Gaza
Israels Militär hat palästinensischen Angaben zufolge trotz geltender Waffenruhe erneut mehrere Palästinenser im Gazastreifen getötet. Insgesamt seien drei Personen an drei verschiedenen Orten durch israelische Schüsse oder Angriffe aus der Luft ums Leben gekommen, hieß es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen. Die israelische Armee sagte auf Anfrage, sie gehe den Berichten nach.
Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober hat Israels Armee nach eigenen Angaben bereits mehrfach Personen getötet, die vom Militär kontrolliertes Gebiet jenseits der sogenannten „gelben Linie“ betreten und sich dort Soldaten genähert haben sollen. Die drei nun ums Leben Gekommenen sollen aber in Gebieten getötet worden sein, in der die Terrororganisation Hamas die Kontrolle hat.
Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober hat Israels Armee nach eigenen Angaben bereits mehrfach Personen getötet, die vom Militär kontrolliertes Gebiet jenseits der sogenannten „gelben Linie“ betreten und sich dort Soldaten genähert haben sollen. Die drei nun ums Leben Gekommenen sollen aber in Gebieten getötet worden sein, in der die Terrororganisation Hamas die Kontrolle hat.
Christoph Heinlein

Papst ruft in Libanon zum Frieden auf
Papst Leo XIV. hat die Menschen in Libanon zu Zusammenhalt und Frieden aufgerufen. „Libanon, steh wieder auf! Sei ein Haus der Gerechtigkeit und der Geschwisterlichkeit! Sei ein Vorbote des Friedens für die ganze Levante“, sagte der Papst in einer Heiligen Messe, die er an der Uferpromenade von Beirut vor etwa 150 000 Menschen feierte. Nur gemeinsam könne das Land „zu seiner früheren Pracht zurückfinden.“ Der einzige Weg dafür sei ein Ende politischer Abschottung und ethnischer Spannungen.
Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander verschiedener Religionen. In dem Land leben Muslime – Sunniten und Schiiten – und auch Christen. Das Land befindet sich aktuell in einer schweren Wirtschaftskrise. Neben der grassierenden Armut herrscht in dem Land nach dem Krieg zwischen der Hisbollah und Israel außerdem eine hoch angespannte Sicherheitslage.
Unmittelbar vor dem Rückflug nach Rom forderte der Papst dann ein sofortiges Ende aller bewaffneten Auseinandersetzungen in Nahost. Niemand solle mehr glauben, dass bewaffnete Kämpfe irgendetwas Gutes bewirken, sagte er.
Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander verschiedener Religionen. In dem Land leben Muslime – Sunniten und Schiiten – und auch Christen. Das Land befindet sich aktuell in einer schweren Wirtschaftskrise. Neben der grassierenden Armut herrscht in dem Land nach dem Krieg zwischen der Hisbollah und Israel außerdem eine hoch angespannte Sicherheitslage.
Unmittelbar vor dem Rückflug nach Rom forderte der Papst dann ein sofortiges Ende aller bewaffneten Auseinandersetzungen in Nahost. Niemand solle mehr glauben, dass bewaffnete Kämpfe irgendetwas Gutes bewirken, sagte er.
„Lasst uns alle den Frieden als Weg wählen, nicht nur als Ziel.“Papst Leo XIV. in Beirut
Am Morgen hatte Leo im Hafen von Beirut auch der Opfer der Explosion vom 4. August 2020 gedacht. Damals waren mindestens 200 Menschen gestorben, mehr als 6 500 wurden verletzt.
