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Nahost-Konflikt:Kreislauf der Gewalt

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Israels Truppen im Gaza-Streifen einmarschieren. Das Dilemma: Hamas hat davor keine Angst. Deshalb muss Israel mit der Terrorgruppe verhandeln.

Nur schlechtes Wetter mit heftigen Regengüssen und tiefhängenden Wolken haben bislang den Beginn einer militärischen Vergeltungskampagne der israelischen Armee im Gaza-Streifen verhindert. Die Regierung in Jerusalem hat die Absicht, den Raketenregen der Hamas mit einem Raketenregen ihrer Armee zu vergelten.

Bislang haben alle israelischen Militäroperation palästinensischen Terror nach sich gezogen.

(Foto: Foto: AP)

Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis Israels Truppen im Gaza-Streifen einmarschieren. Ob die Raketenangriffe der Palästinenser damit allerdings beendet werden können, ist fraglich.

Bislang hat noch jede israelische Militäroperation massiven palästinensischen Terror nach sich gezogen. Das Prinzip israelischer Regierungen, auf Gewalt mit Gegengewalt zu reagieren, hat sich letztlich immer wieder als fruchtlos erwiesen.

Darüber hinaus liefern israelische Vergeltungsangriffe der Hamas geradezu die Legitimation für eine Fortsetzung der Raketenangriffe - und sichern so auch die Unterstützung der Bevölkerung im Gaza-Streifen.

Bankrotterklärung der internationalen Isolationspolitik

Der jüngste Kreislauf der Gewalt ist zugleich auch eine Bankrotterklärung der internationalen Isolationspolitik. Die US-Regierung, die EU und Israel waren der Ansicht, mit einer Abriegelung des Gaza-Streifens ließe sich das Problem Hamas aus der Welt schaffen.

Der überbevölkerte Streifen müsse nur lange genug isoliert werden, bis eines Tages die Bevölkerung dort gegen die Machthaber aufbegehre. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Hamas sitzt fester denn je im Sattel. Hunderte Tunnel zwischen Ägypten und dem Süden des Gaza-Streifens, durch die Lebensmittel, aber auch Waffen aus Iran geschmuggelt werden, stützen die Herrschaft der Islamisten. Die Bewohner des Gaza-Streifens können sich durch die von Hamas kontrollierte Tunnel-Wirtschaft mit dem Nötigsten versorgen und werden so unabhängiger von den Hilfslieferungen aus Israel.

Die drohende israelische Militär-Operation würde einerseits die Hamas-Herrschaft und ihren Raketenkrieg nicht brechen können. Andererseits muss sich ein Staat, dessen Bürger den Angriffen mit Kurzstreckenraketen und Mörsergranaten ausgesetzt sind, gegen die sinnlose Gewalt wehren.

Lesen Sie auf Seite zwei, wie Israel und die internationale Gemeinschaft den Konflikt beilegen könnte.