Nahles über Kritiker in der SPD "Jetzt kopflos alles umzuwerfen, ist Blödsinn"

SPD-Chefin Andrea Nahles

(Foto: Getty Images)
  • Die SPD-Chefin will den Vorstoß einiger Parteimitglieder abwehren, den für Ende 2019 geplanten Parteitag samt Wahlen vorzuziehen.
  • Ihre Kritiker in der Partei fordert Nahles zu mehr Ehrlichkeit und Offenheit auf.
Von Mike Szymanski

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles geht in die Offensive. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung fordert sie ihre Kritiker in der Partei zu mehr Ehrlichkeit und Offenheit auf. Sie führe die Partei mit all ihrer "Kraft, Leidenschaft und Zuversicht", sagte Nahles, "wenn jemand meint, es schneller oder besser zu können, soll er sich melden."

Nach den beiden herben Niederlagen der SPD bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen ist in der Partei der Streit über die große Koalition wieder voll entbrannt. Im Lager der sogenannten Groko-Gegner wird nicht nur offen für das rasche Ende von Schwarz-Rot geworben. Es mehren sich auch die Stimmen derer, die einen Neuanfang an der Parteispitze verlangen. Der Unmut hat längst die Parteispitze erreicht. Bei einer zweitägigen Klausur, die am Sonntag beginnt, will Nahles den Vorstoß abwehren, den für Ende 2019 geplanten Parteitag samt Wahlen vorzuziehen und damit früher als geplant über Nahles' Zukunft sowie wohl auch über die der großen Koalition zu entscheiden.

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Die SPD-Chefin sagte der SZ: "Ich möchte wissen, was es bringen soll, wenn man einen Parteitag vorzieht oder das Personal austauscht. Ich möchte auch, dass die Motive und Anliegen der Leute offen auf den Tisch gepackt werden. Das ist es, worum ich bitte." Es sei eine Situation entstanden, in der "in dieser Klarheit miteinander" geredet werden müsse.

Nahles will am bisherigen Fahrplan festhalten. Der sieht einen Parteitag Ende 2019 vor. "Vom Neuanfang in der großen Koalition bis zur inhaltlichen Erneuerung der SPD unter Beteiligung der Parteimitglieder - da ist der Zeitpunkt für den Parteitag Ende 2019 schon extrem sportlich", sagte Nahles. Sie wolle, dass die Partei wieder mehr debattiert und in strittigen Fragen Klarheit findet. "Wir brauchen die Zeit bis ins nächste Jahr, wenn wir es richtig machen wollen. Jetzt kopflos alles umzuwerfen, ist Blödsinn."

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