Nächste Generation der SPD – Thorsten Schäfer-Gümbel

Was war das lustig, als Thorsten Schäfer-Gümbel 2008 die politische Bühne betrat. Der Doppelname, die Brille, später seine Affinität zu Twitter, das damals als Nerd-Medium galt. Fünf Jahre später lacht niemand mehr. Schäfer-Gümbel schickt sich an, Ministerpräsident von Hessen zu werden. Der als "Verlegenheitslösung" belächelte Sozialdemokrat hat viele der Probleme überwunden, die ihm seine Vorgängerin und Fördererin Andrea Ypsilanti hinterlassen hatte.

Ypsilanti hatte im 2008 trotz anderslautender Versprechen versucht, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin einer rot-grünen Minderheitsregierung wählen zu lassen. Das ging schief, Ypsilanti musste gehen und ließ eine zerstrittene Partei zurück. Schäfer-Gümbel, der "Himmelfahrts-Kommandeur" (FAZ), nannte den "Wortbruch" Ypsilantis beim Namen und richtete seine Partei wieder auf. Allein deshalb ist ihm die SPD zu Dank verpflichtet - auch wenn es bei der Landtagswahl nicht für Rot-Grün gereicht hat.

Bild: dpa 23. Mai 2013, 11:542013-05-23 11:54:31 © Süddeutsche.de/joku/lala