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Nachwahlbefragung in Irland:Drei Parteien faktisch gleichauf

Vor der Neuwahl in Irland

Ganz nah beieinander: Leo Varadkar (M), Premier, Joe Carey (l), Fine Gael-Kandidat, und Pat Breen (r), ebenfalls Fine Gael-Kandidat, betreiben am letzten Tag vor der Parlamentswahl Wahlwerbung

(Foto: dpa)

Die konservative Fine Gael bei 22,4, die linke Sinn Fein bei 22,3 und Fianna Fail bei 22,2 Prozent. Bei der Parlamentswahl in Irland zeichnet sich laut einer Nachwahlbefragung ein ganz enges Rennen ab.

Bei der Parlamentswahl in Irland zeichnet sich einer Nachwahlbefragung zufolge ein ganz enges Rennen zwischen gleich drei Parteien ab. Die liberal-konservative Fine Gael von Ministerpräsident Leo Varadkar habe 22,4 Prozent erhalten, hieß es in der Erhebung im Auftrag des Senders RTE, die am Samstag kurz nach Schließung der Wahllokale um 23 Uhr (MEZ) veröffentlicht wurde. Allerdings lag die linke, nationalistische Oppositionspartei Sinn Fein demnach mit 22,3 Prozent faktisch gleichauf, wie auch die Mitte-Rechts-Partei Fianna Fail mit 22,2 Prozent.

Für Sinn Fein dürfte schon das als großer Erfolg gewertet werden. Die Partei, die früher als politischer Arm der Untergrundorganisation IRA galt, hatte in den Umfragen zuletzt geführt. Bei der vergangenen Wahl 2016 hatte sie lediglich rund 14 Prozent der Stimmen erreicht. Sinn Fein fordert eine Wiedervereinigung des britischen Landesteils Nordirland mit der Republik Irland. Im Wahlkampf punktete sie wohl aber vor allem mit ihren sozialpolitischen Forderungen.

Sowohl Fine Gael als auch Fianna Fail verloren hingegen an Zustimmung. Ob Premier Varadkar damit im Amt bleiben kann, war zunächst unklar. Er hatte mit Fine Gael eine Minderheitsregierung angeführt und Mitte Januar nach wachsender Kritik an seiner Regierung die Wahl ausgerufen.

Mit einem belastbaren Ergebnis ist erst zu rechnen, wenn die Auszählung der Stimmen weitgehend abgeschlossen ist. Damit wird nicht vor Sonntagnachmittag gerechnet. Das Wahlsystem ist kompliziert, jeder Wähler hat nur eine Stimme, kann aber mehrere Präferenzen angeben. In jedem der 39 Wahlkreise können bis zu fünf Kandidaten in das 160-Mitglieder-starke Parlament (Dail) einziehen. Die Nachwahlbefragung basierte nur auf der ersten Präferenz.

© Reuters/dpa/lala
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