bedeckt München 15°
vgwortpixel

Nachfolger von Böhrnsen:SPD-Vorstand schlägt Sieling als Bremer Bürgermeister vor

Bremer SPD-Vorstand schlägt Sieling als Nachfolger vor

Der Bremer SPD-Vorstand schlägt Sieling als Nachfolger von Bremens Bürgermeister Böhrnsen vor.

(Foto: dpa)
  • Auf den frühreren Regierungschef Jens Böhrnsen soll nun der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling nachfolgen.
  • In Bremen ist Sieling bekannt für seine Praxistage in der Arbeitswelt: Brote schmieren in einer Obdachlosen-Suppenküche oder Koffer schleppen am Flughafen.
  • Der frühere Bürgermeister Böhrnsen wollte nach dem schlechten Ergebnis für die SPD bei der Bürgerschaftswahl nicht mehr für das Amt antreten.

Landesparteitag muss Sieling bestätigen

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling soll Nachfolger von Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen werden. Der Bremer SPD-Landesvorstand nominierte den 56-Jährigen als Kandidaten. Als nächstes muss ein Landesparteitag Sieling bestätigen.

Seit 2009 sitzt Sieling als Bremer Abgeordneter im Bundestag. Bekannt ist Sieling jedoch für seine sogenannten Praxistage in der Bremer Arbeitswelt. Ob Brote schmieren in einer Obdachlosen-Suppenküche, Koffer schleppen am Flughafen, Pakete ausfahren oder im Mercedes-Werk Roboter mit Teilen bestücken - überall packt der Politiker mit an.

Sieling ist nach eigenen Angaben seit seiner Jugend überzeugter Sozialdemokrat. 1995 zog er als Abgeordneter in die Bremische Bürgerschaft ein, wo er von 2005 bis 2009 Fraktionsvorsitzender war. Von 2004 bis 2006 war er zudem Bremer SPD-Landesvorsitzender, seit 2011 ist er auch im Bundesvorstand der Partei und seit 2014 Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion.

Rot-Grün noch nicht sicher

Jens Böhrnsen hatte nach der Wahlschlappe der rot-grünen Landesregierung am 10. Mai die Verantwortung dafür übernommen und seinen Rückzug angekündigt. Er steht seit zehn Jahren an der Spitze der Regierung im kleinsten Bundesland. Die SPD verlor bei der Wahl 5,8 Prozentpunkte und erzielte mit 32,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 70 Jahren. Die Grünen fielen um 7,4 Prozentpunkte auf 15,1 Prozent. Zusammen können sie aber weiter die Regierung bilden, wenn sie das wollen.

Ob das rot-grüne Bündnis an der Weser in dritter Legislaturperiode fortgesetzt wird, ist derzeit noch nicht sicher. SPD-Landeschef Dieter Renken hatte nach der Wahl auch eine Neuauflage der großen Koalition als Möglichkeit genannt. Die SPD will erst nach der Nominierung von Sieling durch einen Parteitag Koalitionsverhandlungen aufnehmen.