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Nach Willkommensfest in Heidenau:Polizei schickt rechte Demonstranten nach Hause

Polizei kesselt in Heidenau rechte Demonstranten ein

Die Polizei kesselt in Heidenau rechte Demonstranten ein.

(Foto: dpa)
  • Trotz eines Verbots versammeln sich am Freitagabend Dutzende rechte Demonstranten vor einem Flüchtlingsheim in Heidenau.
  • Die Polizei kesselt sie ein und erteilt 180 Platzverweise. Noch in der Nacht zum Samstag kehrt Ruhe ein.

Auseinandersetzungen mit der Polizei

Nach einem friedlichen Willkommensfest für Flüchtlinge im sächsischen Heidenau ist es am Freitagabend erneut zu Auseinandersetzungen zwischen rechten Demonstranten und der Polizei gekommen. Polizeikräfte kesselten Dutzende Rechte ein. Diese hatten sich am Abend gegenüber dem Notquartier für Asylsuchende an einem Supermarkt versammelt.

"Rund 180 Personen aus dem rechten Spektrum erhielten einen Platzverweis", sagte ein Sprecher der Polizei. Straftaten habe es keine gegeben. Noch in der Nacht zum Samstag kehrte wieder Ruhe ein. Zuvor waren etwa 250 Rechte in einem Marsch der "Bürgerinitiative Heidenau" durch die Kleinstadt gezogen.

In Heidenau gilt noch bis Montagmorgen ein Versammlungsverbot, von dem das Oberverwaltungsgericht in Bautzen nur das vom Bündnis "Dresden Nazifrei" organisierte Flüchtlingsfest ausgenommen hatte. Am vergangenen Wochenende war es in der Kleinstadt südlich von Dresden zu schweren Krawallen von Rechtsextremisten gekommen, bei denen Polizisten verletzt worden waren.

Widerstand gab es nicht

Bei dem jüngsten Auflauf der Rechtsextremen wurden die Demonstranten, von denen viele Bierflaschen in der Hand hielten, mit gut einem Dutzend Polizeifahrzeugen engekesselt. Einer nach den anderen musste heraustreten und seine Personalien angeben. Zudem wurden sie fotografiert. Ein von der Polizei aufgestellter Lichtmast erhellte die Szenerie. Nach der Personalienfeststellung sollte jeder Einzelne einen persönlichen Platzverweis erhalten. Widerstand gab es nach Beobachtung von Reportern nicht.

Der Supermarkt liegt gegenüber dem früheren Baumarkt, der jetzt Flüchtlingen als provisorische Unterkunft dient. Eine Straße trennt die beiden Areale.

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© SZ.de/dpa/cmy/mest

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