Nach Razzien in Nordrhein-Westfalen Noch mehr Sprengsubstanzen bei Salafisten gefunden

Ammoniumnitrat und eine unbekannte Substanz: Ermittler finden bei einem radikalen Islamisten hochgefährliche Stoffe. Spezialisten führten eine kontrollierte Sprengung durch.

Bei einem der in Nordrhein-Westfalen verhafteten mutmaßlichen Salafisten haben die Fahnder hochgefährliche Substanzen gefunden. Das berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Experten des Landeskriminalamtes fanden einen unbekannten Stoff in der Bonner Wohnung des Verdächtigen und ließen ihn kontrolliert explodieren.

Ein Spezialist war hinzugezogen worden, weil bereits am Vortag in derselben Wohnung Ammoniumnitrat entdeckt worden war. Diese Chemikalie gilt als sehr explosiv, allerdings wurde kein Zünder gefunden. Um welchen Stoff es sich bei dem zweiten Fund handelt, wird noch untersucht. Der Verdächtige ist einer von vier den radikalen Islamisten zugerechneten Männern, die den Ermittlern zufolge Anschläge auf Mitglieder der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW geplant haben sollen.

Auch die Wohnungen der anderen Verdächtigen wurden weiter durchsucht. Alle vier sitzen in Haft und schweigen. In der Bonner Wohnung war am Donnerstag auch eine funktionsfähige Pistole gefunden worden.

Die vier Salafisten im Alter zwischen 23 und 43 Jahren, die in der Nacht zum Mittwoch festgenommen worden waren, sitzen in verschiedenen Haftanstalten. Sie sollen Anschläge auf Mitglieder der rechtsextremen Partei Pro NRW geplant haben. Zwei von ihnen waren in der Nähe des Hauses des Pro-NRW-Vorsitzenden Markus Beisicht in Leverkusen beobachtet worden. Sie waren unbewaffnet. Pro NRW hat Muslime in der Vergangenheit gezielt provoziert, etwa durch das Zeigen von Mohammed-Karikaturen vor Moscheen.