Nach Raketenangriff aus Gaza Sirenenalarm in Tel Aviv

Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen haben im gesamten Stadtgebiet von Tel Aviv die Sirenen geheult.

(Foto: AFP)
  • Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Donnerstag nach Angaben der israelischen Armee mindestens zwei Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert.
  • In der Stadt und ihren Vororten waren am Abend Warnsirenen und Explosionen zu hören.
  • Israelische Kampfjets haben daraufhin in der Nacht zum Freitag mehrere Ziele im Gazastreifen attackiert.

Nach Meldungen über Raketenangriffe auf den Großraum Tel Aviv haben israelische Kampfjets in der Nacht zum Freitag mehrere Ziele im Gazastreifen attackiert. Die israelischen Streitkräfte bestätigten auf Twitter Angriffe auf mehrere "terroristische" Ziele, machten zunächst aber keine näheren Angaben dazu.

Laut dem Nachrichtensender Al-Arabija waren mindestens vier Explosionen in dem Küstengebiet am Mittelmeer zu hören, davon eine besonders schwere in der Stadt Gaza. Beschossen wurde demnach auch ein Quartier der radikalen Palästinenserorganisation Hamas in Chan Junis.

Nach Angaben der Armee hatten militante Palästinenser im Gazastreifen am Donnerstag mindestens zwei Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert. In der Stadt und ihren Vororten waren am Abend Warnsirenen und Explosionen zu hören.

Die israelische Armee teilte daraufhin mit, entgegen Medienberichten sei keines der Geschosse von dem Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Es habe weder Verletzte noch Sachschaden gegeben - und auch keine besonderen Anweisungen für Zivilisten. In der Nacht berichtete Al-Arabija dann von neuerlichen Raketenangriffen von palästinensischer Seite auf Grenzorte in Israel.

Ähnliche Angriffe zuletzt im Gaza-Krieg 2014

Zuletzt war es im Gaza-Krieg im Sommer 2014 zu ähnlichen Angriffen auf den Großraum Tel Aviv gekommen. Der Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen hat sich im Laufe des vergangenen Jahres wieder aufgeheizt. Bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze wurden seit dem 30. März 2018 nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt.

Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad dementierte am Abend Medienberichte, wonach seine Mitglieder für die Angriffe auf Tel Aviv verantwortlich seien. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen hieß es, eine ranghohe ägyptische Geheimdienstdelegation sei nach Gesprächen mit Hamas-Führern in dem Küstenstreifen wieder abgereist. Bei den Gesprächen sei es darum gegangen, eine im vergangenen Jahr vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen zu stärken. Diese war zuletzt zunehmend brüchig geworden.

Nach Medienberichten hat Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai die Öffnung von öffentlichen Schutzräumen in der Stadt angeordnet. Regierungschef und Verteidigungsminister Benjamin Netanjahu wollte den Berichten zufolge angesichts der neuen Angriffe eine Dringlichkeitssitzung im Militärhauptquartier in Tel Aviv abhalten.

Nahost-Konflikt seit einem Jahr wieder aufgeheizt

Der Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen hat sich seit einem Jahr wieder aufgeheizt. Bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze sind seit dem 30. März nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt worden.

Seit Monatsbeginn hatten Palästinenser mehrmals Raketen auf das israelische Grenzgebiet am Rande des Gazastreifens abgefeuert. Israels Luftwaffe bombardierte daraufhin Ziele in dem Küstenstreifen am Mittelmeer.

Am 9. April wird in Israel ein neues Parlament gewählt und führende Kandidaten haben eine härtere Gangart gegenüber militanten Palästinensern im Gazastreifen gefordert.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

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