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Nach den Morden von Dallas:Wie die US-Polizei versucht, das Vertrauen der Minderheiten zu gewinnen

Polizisten in Dallas

Polizisten in Dallas.

(Foto: AP)

Komplizierte Struktur, rassistisches Handeln: Die US-Polizei steht schon seit Längerem in der Kritik. Gerade in Dallas versuchte die Behörde aber, es besser zu machen.

Wie viel Vertrauen US-Bürger in die Polizei haben

Seit den Schüssen auf den unbewaffneten Schüler Michael Brown in Ferguson 2014 lassen immer weitere Fälle von tödlich endenden Polizeiaktionen gegen Schwarze die Debatte über rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA nicht abreißen. Dennoch ist Misstrauen gegenüber der Polizei kein allgemein verbreitetes Phänomen. In Umfragen bekundet immer noch eine deutliche Mehrheit der US-Bürger, Vertrauen in die Polizei zu haben.

Das Gallup-Meinungsforschungsinstitut verzeichnete zuletzt nach einem historischen Tief 2014/2015 sogar wieder einen Anstieg des Vertrauens. Demnach haben 56 Prozent der befragten US-Bürger ein respektables Bild von den Sicherheitskräften. Andere Umfragen weisen sogar noch höhere Vertrauenswerte aus.

Allerdings zeigt sich in der Gallup-Umfrage erneut ein seit Langem bekannter Fakt: Weiße US-Bürger beurteilen die Polizei deutlich positiver als schwarze. Mehr als 60 Prozent der Weißen gaben an, der Polizei zu vertrauen - aber nicht einmal 40 Prozent der Schwarzen.

Hautfarbe, politische Einstellungen, aber auch das Lebensumfeld spielen eine entscheidende Rolle bei der Sicht auf die Polizei. Während in vorwiegend von Weißen bewohnten Vororten oder Kleinstädten die Polizei oft als Beschützer empfunden wird, sieht das in Großstädten ganz anders aus - besonders in Stadtteilen, in denen überwiegend Schwarze leben.

Das rührt vor allem von den unterschiedlichen Erfahrungen her, die einzelne Gruppen mit der Polizei machen. Vor allem Afroamerikaner, aber auch andere Minderheiten, werden Untersuchungen zufolge auch in Alltagssituationen wie zum Beispiel bei Verkehrskontrollen häufig respektloser behandelt als Weiße. Für das Image der Polizei sei das Gefühl, fair behandelt worden zu sein, ausschlaggebender als die Frage, ob ein Autofahrer nun einen Strafzettel erhalte oder nicht, heißt es auf der Seite des National Institute of Justice.