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Nach dem Wahlsieg:Kretschmann will sofort mit SPD verhandeln

Der designierte Ministerpräsident will schnell Fakten schaffen: Winfried Kretschmann kündigte noch für den Abend Koalitionsgespräche an. Grüne und Sozialdemokraten sollen sich dabei "auf Augenhöhe" begegnen.

Die Grünen wollten sich nach ihrem Wahltriumph in Baden-Württemberg bereits am Montagabend mit der SPD zu einem ersten Gespräch über eine Koalition treffen. Das kündigte der Grünen-Spitzenkandidat und designierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin an.

Gruene-Parteigremien

Der designierte Ministerpräsident Kretschmann will schnell Gespräche mit der SPD aufnehmen. In Berlin kündigte er einen "sehr kooperativen Stil" an. Ein konfrontativer Stil wie unter Schwarz-Gelb passe nicht zu Baden-Württemberg.

(Foto: dapd)

Die Gespräche mit der SPD und ihrem Spitzenkandidaten Nils Schmid würden "auf Augenhöhe" stattfinden. Kretschmann kündigte zudem mit Blick auf das Wahlergebnis einen "sehr kooperativen Stil" an. Konfrontation wie unter Schwarz-Gelb passe nicht zu Baden-Württemberg.

Die Grünen stellen im neuen Stuttgarter Landtag 36 Abgeordnete und damit nur einen mehr als die SDP mit 35. Die bislang regierende CDU verfügt im Landesparlament über 60 Sitze, ihr bisheriger Koalitionspartner FDP über acht.

Kretschmann betonte, der Wahlkampf in Baden-Württemberg habe Gräben aufgerissen. Er wolle deshalb nun auf alle gesellschaftlichen Gruppen zugehen, "die uns eher kritisch gegenüber stehen". Er wolle eine "Politik des Gehörtwerdens" machen und ein offenes Ohr für alle haben. Dies gelte auch in der Wirtschaftspolitik, damit das "wirtschaftsstarke" Baden-Württemberg mit grünen Produkten und Dienstleistungen in die richtige Zukunft geht.

Bedeckt hielt sich Kretschmann mit Blick auf die Zukunft des Energieversorgers EnBW und den von der Vorgängerregierung eingefädelten Rückkauf von Aktien. Hier müsse man eine schwere Hinterlassenschaft der CDU-Regierung von Stefan Mappus schultern, weil Aktien schon vor der Atomkatastrophe in Japan zu weit überhöhten Preis gekauft worden seien. Er könne noch nicht sagen, "was wir jetzt damit machen sollen", sagte Kretschmann.

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir betonte in Berlin, es komme ein "großes Maß an Verantwortung" auf die Grünen zu. "Dem muss man sich würdig zeigen." Die Grünen könnten nun beweisen, "dass wir das können mit der Regierung". Dies sei auch eine Chance für die weiteren Wahlen in diesem Jahr und für die nächste Bundestagswahl 2013.

Die Grünen sind nach eigener Einschätzung gut auf die Regierungsübernahme in Baden-Württemberg vorbereitet. Kretschmann sei "der ideale Kandidat und der ideale Ministerpräsident" für Baden-Württemberg, sagte Fraktionsvize Fritz Kuhn im Bayerischen Rundfunk.

© AFP/dapd/blg/woja

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