Nach dem Umsturz in Ägypten:Die Hoffnung des geistlichen Führers

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In Sanaa zogen etwa 3000 Demonstranten von der Universität zum Freiheitsplatz, wo sie mit Anhängern von Präsident Ali Abdullah Salih zusammenstießen. Mit den Plakaten mit der Aufschrift "Du bist der Dritte, Ali!" bezogen sich die Regimegegner auf den Sturz der Staatschefs von Tunesien und Ägypten. Oppositionsgruppen, die von Sozialisten bis zu Islamisten reichen, gehen seit Wochen immer wieder auf die Straße. Wegen der Stammesstruktur des Jemen und seiner inneren Konflikte ist jedoch nicht abzusehen, dass daraus schnell eine Massenbewegung werden könnte.

Nach dem Umsturz in Ägypten: Opfer der Polizeigewalt: Nach einer Demonstration in Bahrain wird ein verwundeter Mann weggetragen.

Opfer der Polizeigewalt: Nach einer Demonstration in Bahrain wird ein verwundeter Mann weggetragen.

(Foto: AP)

In Bahrein sind für Montag weitere Straßenproteste gegen König Hamad ibn Isa Al Chalifa angekündigt. Zur Entschärfung der Lage teilte der Herrscher am Freitag jeder Familie eine Gratifikation von umgerechnet 1900 Euro zu. Saudi-Arabien, das während des Aufstands in Ägypten Mubarak unterstützt hatte, hieß jetzt in einer Erklärung die friedliche Überleitung der Macht willkommen. Libyens Exil-Opposition Nationale Rettungsfront hat den kommenden Donnerstag zu einem "Tag des Zorns" erklärt. Revolutionsführer Muammar el Gaddafi warnte alle Libyer, sich an Protesten zu beteiligen. Aufrührer und ihre Großfamilien bekämen die Folgen zu spüren.

Irans Staatsmedien schildern die Vorgänge in Ägypten als Fortsetzung der iranischen Revolution von 1979. Der Geistliche Führer Ali Chamenei hatte bereits zur Errichtung eines Islamischen Regimes am Nil aufgerufen, als das Schicksal Mubaraks noch nicht entschieden war. Präsident Ahmadinedschad nutzte die Feiern zum 32. Jahrestag der iranischen Revolution, um zu sagen, diese habe "zu einem weltweiten Erwachen und zu einer neuen Bewegung im Nahen Osten sowie in Nordafrika geführt".

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