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nach Anschlag in Manchester:Ariana Grande kehrt nach Manchester zurück

Ariana Grande

Nach dem Anschlag in Manchester: Ariana Grande hat ein Konzert für die Opfer und ihre Familien organisiert.

(Foto: dpa)

Wie verhält man sich als Künstler, wenn man Ziel eines Anschlages war? Ariana Grande hat ein Benefizkonzert für die Opfer des Manchester-Attentats organisiert.

An diesem Samstag hätte Ariana Grande in der Frankfurter Festhalle vor 13 000 Fans auftreten sollen, das einzige Deutschland-Konzert ihrer "Dangerous Woman"-Tour war seit Wochen ausverkauft. Dann kam Salman Ramadan Abedi. Er sprengte sich nach Grandes Konzert am 22. Mai in der Manchester Arena in die Luft, riss im Namen der Terrororganisation IS im Foyer mindestens 22 Kinder und Erwachsene mit in den Tod, 17 Menschen schweben bis heute in Lebensgefahr.

Auch für die 23-jährige Popsängerin ist seitdem nichts mehr wie zuvor. Sie sagte erst einmal alle weiteren Tour-Termine ab. Grande, die mit vollem Namen Ariana Grande-Butera heißt und aus Boca Raton, Florida, stammt, ist bislang ziemlich unbeschwert durch ihre Karriere gekommen. Berühmt wurde sie, als sie mit 15 Jahren begann, in der Sitcom "Victorious" des Kinder- und Jugendsenders Nickelodeon mitzuspielen. Das ist an sich noch nichts Besonderes. Wenn man in solch einer international laufenden Serie mit Millionen Fans eine Hauptrolle hat, wird man quasi automatisch berühmt. Grande kann aber außerdem auch singen.

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Kein Auftritt von ihr im amerikanischen Fernsehen, ob beim Talkmaster Jimmy Fallon oder bei "Saturday Night Live", kommt ohne die Aufforderung aus, sie solle doch mal zeigen, wen sie so alles draufhabe: Céline Dion, Shakira, Rihanna, Britney Spears und so weiter. Grande kann andere Pop-Stimmen nahezu perfekt und lustig überzeichnet imitieren, und man könnte sagen, dass sie darüber zu ihrer eigenen Stimme gefunden hat.

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Vor einem Jahr stand die Band auf der Bühne, als Terroristen im Saal das Feuer eröffneten. Nun wird den Musikern der Zutritt zu Stings Gedenkkonzert verweigert.

Auf ihrem jüngsten Album "Dangerous Woman" (2016) hört man raffinierten Bubblegum-Pop, kombiniert mit ein bisschen lacklederner Playboy-Bunny-Ästhetik, aber nicht zu doll. Denn das ist Ariana Grande: auf augenzwinkernde Weise harmlos, immer gut gelaunt - und skandalfrei. Das Schlimmste war bisher ein Tag im Juli 2015, als eine Überwachungskamera in einem Donut-Shop in Kalifornien aufzeichnete, wie sie grinsend verschiedene Donuts auf dem Tresen des Ladens anleckte, ohne sie zu kaufen. Aber das alles war vor Salman Abedi.

Es gibt (noch) kein Handbuch für Popstars, das Ratschläge erteilt, wie man sich am besten verhält, wenn man direkt oder indirekt Ziel eines Terroranschlags geworden ist. Als im November 2015 während eines Konzerts der Band Eagles Of Death Metal im Pariser Club Bataclan 89 Menschen bei einem Anschlag ums Leben kamen, begann das große Rätselraten: Hatten sich die Islamisten gezielt diese amerikanische Band ausgesucht? Oder sollte das Bataclan getroffen werden? Die Band selbst kam aus dem Trauma nicht gut heraus, einzelne Mitglieder verstiegen sich öffentlich in absurdeste Verschwörungstheorien. Seitdem hat die Band im Bataclan Hausverbot.

Grande schob den Opferstatus schnell von sich

Ariana Grande hingegen verhält sich, wenn man das so sagen kann, kommunikativ vorbildlich: Am Tag nach dem Attentat setzte sie eine einzelne Botschaft an ihre 47 Millionen Twitter-Follower ab ("Aus meinem tiefsten Herzen: Es tut mir so, so leid. Mir fehlen die Worte"). Danach machte sie sich sofort daran, den Opferstatus von sich zu weisen und sich in wohltätige Trauerarbeit zu stürzen.

Mit ihrem Manager Scooter Brown hat sie es geschafft, innerhalb kürzester Zeit ein Benefizkonzert für die Opfer des Attentats und ihre Familien auf die Beine zu stellen. Bei "One Love Manchester" werden am Sonntagabend unter anderem Coldplay, Pharrell Williams, Justin Bieber, Katy Perry und Take That mit ihr auf der Bühne stehen. "One Love", eine Liebe, oder: vereint in Liebe, sagt mit anderen Worten dasselbe, was zuletzt Trauernde in Berlin, Stockholm, Paris und eben Manchester gegen die Terroristen zusammenschweißte: "Unseren Hass bekommt ihr nicht". Überlebende des Attentats sollen mit auf der Bühne stehen. Es werden sehr harte, sehr streng bewachte Momente werden.

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