bedeckt München 30°

Nach Militärputsch:Heftige Kämpfe in Myanmar

Video grab of fires seen on a forested hillside in Myanmar, seen across the Salween river from Mae Sam Laep, Thailand

Das Standbild eines Videos, das in der thailändischen Ortschaft Mae Sam Laep aufgenommen wurde, zeigt Feuer auf der myanmarischen Seite des Grenzflusses Salween.

(Foto: SOCIAL MEDIA/via REUTERS)

An der Grenze zu Thailand kommt es zu schweren Auseinandersetzungen. Videos in den sozialen Medien zeigen aufsteigende Flammen und Rauch.

In Myanmar ist es am frühen Dienstag an einem Außenposten der Armee nahe der östlichen Grenze zu Thailand zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Bewaffnete der ethnischen Minderheit der Karen-Volksgruppe hätten den Stützpunkt zwischen fünf und sechs Uhr morgens (Ortszeit) eingenommen, sagte der Chef der Nationalen Union der Karen (Karen National Union, KNU) für auswärtige Angelegenheiten, Padoh Saw Taw Nee, der Nachrichtenagentur Reuters. Das Lager sei niedergebrannt worden. Die Zahl der Todesopfer und Verletzten sei noch unklar.

Dorfbewohner berichteten, sie hätten sieben Soldaten gesehen, die Richtung Dschungel flohen. Nach Angaben des KNU-Sprechers gab es auch an anderen Orten Auseinandersetzungen, weitere Details nannte er nicht. Auch ein thailändischer Beamter bestätigte die Kämpfe in der Grenzregion. "Es gab heftige Kämpfe beim Außenposten der myanmarischen Armee gegenüber der Stadt Mae Sam Laep," sagte der Beamte der Provinz Mae Hong Son. Bislang gebe es keine Berichte über Todesopfer auf thailändischer Seite. Augenzeugen berichteten von Kämpfen auf der anderen Seite des Grenzflusses Salween. Videos in den sozialen Medien zeigten aufsteigende Flammen und Rauch.

Die KNU erklärte, dass bislang mindestens 24 000 Menschen durch die Gewalt der vergangenen Wochen, einschließlich der Luftangriffe der myanmarischen Armee, vertrieben worden seien und im Dschungel Zuflucht suchten. Das Militär hatte am 1. Februar geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi abgesetzt. Einige der zwei Dutzend bewaffneten Gruppen Myanmars - darunter die KNU - unterstützen Gegner der Junta, die bislang in dem Versuch, Proteste gegen den Putsch niederzuschlagen, mehr als 750 Zivilisten getötet hat. Wegen der Kämpfe und des Putsches sind Tausende Menschen aus Myanmar nach Thailand und Indien geflohen. Die ethnischen Gruppen kämpfen seit Jahrzehnten um eine größere Autonomie.

© SZ/rtr/aner
Zur SZ-Startseite
April 24, 2021, London, United Kingdom: A protester holding a flag saying Myanmar Wants Justice in Parliament Square du

Treffen der Asean-Staaten
:Ein Schlag für die Gegner des Militärregimes in Myanmar

Seit Wochen bringt die Militärregierung in Myanmar gezielt Demonstranten um, Armee und Polizei verbreiten Angst und Schrecken. Doch beim Treffen der Asean-Staaten wird mit Junta-Chef Min Aung Hlaing ein konstruktiver Dialog vereinbart.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB